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Gut gewachsener Ahorn bringt 12 000 Euro

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Rund 20 Waldbesitzer informierten sich in Sachen Waldwirtschaft. © Trunk

Wie pflegt man einen gemischten Jungwald so, dass die nachfolgende Generation den größten Nutzen daraus ziehen kann? Antworten auf diese Frage bekamen jetzt rund 20 Waldbesitzer in Burggen.

Burggen – Bis vor 30 Jahren noch ging der Trend zu reinen Fichtenbepflanzungen. Doch Klimaveränderung, Stürme und Borkenkäferplagen machen mittlerweile reine Monokulturen zu anfällig, nicht zuletzt zum Schutz der Fichtenbestände dienten daher Laubbäume oder Weißtannen, die „nesterweise“ zu pflanzen seien, erklärte Ludwig Rabl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Zudem sorge abgeworfenes Laub von Ahorn oder anderen Laubbäumen über Jahre für guten Dünger in den Fichtenbeständen.

„Die meisten Waldbesitzer pflanzen mittlerweile vorbildlich, machen danach jedoch nichts mehr“, so Rabl. Vor Ort im Schoren-Wald in Burggen ging es zunächst um die Setzlinge und wie sie frei von wucherndem Unkraut zu halten sind. Dabei demonstrierte er den Einsatz von geeigneten Werkzeugen wie etwa der Hippe, um für ausreichend Licht und Luft zu sorgen.

Die beste Zeit für diese Maßnahmen seien von November bis März. Abgeschnittenes Springkraut im Herbst beispielsweise dürfe jedoch nicht liegen gelassen werden, sondern müsse verbrannt oder anderweitig weggebracht werden. Zudem sei es von Nutzen, die Setzlinge mit blauer Farbe zu besprühen, um sie zu jeder Jahreszeit leichter erkennen zu können.

Wenn es um den Wald gehe, müsse man weit vorausplanen. Die Entscheidungen von heute und den kommenden Jahren beträfen einen Zeitraum von 100 bis 200 Jahren, so der Experte. „Deshalb muss man sich zuerst Gedanken machen, was man will und was dabei herauskommen soll.“ Ein einziger perfekt gewachsener Ahorn könne beispielsweise nach heutigem Stand bis zu 12 000 Euro Erlös bedeuten. Je mehr es davon gebe, umso besser, resümierte Rabl.

Wie die entsprechenden Bäume zu finden sind, das erklärte der Forstbeamte, indem er die Waldbesitzer zunächst einige ihrer Meinung nach geeigneten Bäume, die bereits fünf bis acht Meter hoch waren, mit roten Bändern markieren ließ. Doch nur die wenigsten entpuppten sich schlussendlich als solche. Anhand von Beispielen erklärte Rabl mit Blick in die Baumkrone, welche Bäume als so genannte „Bedränger“ entfernt und welche zum Nutzen stehen bleiben müssen. „Es hilft wenig, mit der Motorsäge drum herum einfach irgendetwas wegzuschneiden.“

Perfekt sei ein Ahorn, der zum Schluss bis zu einer Höhe von etwa zehn Metern astfrei sei, nicht zu hoch und einen möglichst breiten Umfang habe. Er empfahl eine Kontrolle in Zeiträumen von jeweils fünf bis zehn Jahren.

Anders bei der Buche: Diese dürften ruhig lange Stämme haben, einzelne Bäume könnten ganz gezielt freigestellt werden, denn Buchen bräuchten keinen sogenannten „dienenden Bestand“. Wegen des Eschentriebsterbens aufgrund eines Einwanderer-Pilzes seien derzeit keine Pflanzungen der uralten Baumart möglich, so Rabl. Man habe auch bisher keine resistente Sorte züchten können.

Was den Borkenkäfer bezüglich der Fichten betrifft, so hofft Rabl nach dem „wilden Käferjahr 2016“ auf ausreichend Regen in diesem Monat. Zusammen mit der Kälte vom Januar könnte es dann heuer Entspannung bringen, da „viele Waldbesitzer gut gearbeitet haben, insbesondere nach dem Sturm Niklas von vor zwei Jahren“. Rabl wies außerdem auf die stattlichen Förderungen hin, die es für Mischwald-Pflanzungen gibt. Formulare dazu können bei ihm ausgefüllt werden.

Myrjam C. Trunk 

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