Die Ingenrieder Kiesgrube: Künftig wird es nicht mehr so leicht sein, dort Material anzuliefern. Grund ist eine Anordnung des Landratsamtes, die auch fordert, das rund 18 000 Quadratmeter große Gelände einzuzäunen.
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Die Ingenrieder Kiesgrube: Künftig wird es nicht mehr so leicht sein, dort Material anzuliefern. Grund ist eine Anordnung des Landratsamtes, die auch fordert, das rund 18 000 Quadratmeter große Gelände einzuzäunen.

Gemeinde Ingenried muss Anlage unter anderem einzäunen

Auflagen für die Kiesgrube

Die Bürokratiewelle rollt über Ingenried: Künftig wird das Anliefern an der gemeindlichen Kiesgrube nicht mehr so einfach vonstattengehen wie bisher – auf Anordnung des Landratsamtes.

Ingenried - „Dieser Tagesordnungspunkt liegt mir schon seit ein paar Wochen im Magen. Aber wir kommen nicht drum herum, wir müssen diese Anordnung umsetzen, sonst sperren sie uns die Kiesgrube zu“, stellte Bürgermeister Georg Saur in der jüngsten Gemeinderatssitzung seinen Ausführungen voran.

Worum genau geht es? Unterm Strich darum, dass eine Kiesgrube genau das bleibt, was sie ist: nämlich eine Abbaustelle für Kies. Und angeliefert werden darf künftig nur noch so genanntes Z-0-Material. Das ist, vereinfacht ausgedrückt, Material, das keine Altlasten, Müll, Humus oder sonstige mineralische Bestandteile aufweist.

Soweit, so klar. Doch die Auflagen zur Umsetzung haben es in sich. Zum einen muss ein geschlossener Zaun um das gesamte Gelände der Ingenrieder Kiesgrube errichtet werden, immerhin um eine Fläche von knapp 18 000 Quadratmetern. Das wiederum hat zur Folge, dass es ab sofort Öffnungszeiten geben wird und sich Anlieferer beim Leiter der Kiesgrube, Bürgermeister Georg Saur, anmelden müssen.

Dieser muss sich das Material dann anschauen und entscheiden, ob es abgelagert werden darf. „Bedenkliches Material darf weder angenommen, noch zwischengelagert werden“, erklärte das Gemeindeoberhaupt. Das heißt auch, dass beispielsweise die Zwischenlagerung von Humus, wie bei einem Hausbau oft genutzt, nicht mehr möglich ist. Zudem hat der Anlieferer eine Nachweispflicht für sein Material, und der Kiesgrubenleiter muss angeliefertes Material penibel dokumentieren.

Und noch eine weitere Auflage kommt hinzu: Halbjährlich muss eine sogenannte Fremdüberwachung stattfinden. Das heißt, zwei Mal im Jahr muss eine externe Firma beauftragt werden, Proben aus der Kiesgrube zu entnehmen und diese auszuwerten. „Das wird uns jährlich zwischen 2500 und 4000 Euro kosten“, vermutet Saur. Eine Ausschreibung soll demnächst erfolgen.

„Das bedeutet alles sehr viel mehr Aufwand, aber wir wollen die Anlage für unsere Bürger gern aufrechterhalten“, betonte der Ingenrieder Bürgermeister. Und: „Mir ist es wichtig, dass alle Bürger wissen, dass es sich nicht um eine willkürliche Entscheidung der Gemeinde handelt. Das ist eine klare Anordnung des Landratsamts, die wir befolgen müssen.“

CHRISTINE WÖLFLE

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