Die beiden vor drei Jahren neu errichteten Waagegruben mit den beiden zweigeteilten Waagebrücken. Geeicht wird mit einem Festgewicht von 25 Tonnen (Schaufellader) und definierten Gewichten von 25 Tonnen.
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Die beiden vor drei Jahren neu errichteten Waagegruben mit den beiden zweigeteilten Waagebrücken. Geeicht wird mit einem Festgewicht von 25 Tonnen (Schaufellader) und definierten Gewichten von 25 Tonnen.

Waage am Erbenschwanger Abfallzentrum musste neu geeicht werden

Aus gewichtigem Grund geschlossen

„Wer Zeitung liest, weiß einfach mehr“, so ein bekannter Slogan. Wer sich dazu auch noch im Internet informiert, ist anderen immer einen Schritt voraus. Das mussten jüngst viele Anlieferer feststellen, die ihre Abfallprodukte in der Erbenschwanger Deponie abgeben wollten – denn die war geschlossen aus einem gewichtigen Grund.

Erbenschwang – Nichts ging mehr an der Deponie in Erbenschwang, die Hauptpforte war geschlossen. Den Grund hatte Claudia Knopp von der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA) im Vorfeld über verschiedene Medien bekannt gegeben. Die beiden großen Fahrzeugwaagen mussten durch eine Spezialfirma neu geeicht werden.

Wie von Claudia Knopp vor Ort zu erfahren war, wurden vor genau drei Jahren, also im November 2017, die alten Waagen komplett ausgetauscht. „Damals hatten die Waagen 20 Jahre auf dem Buckel, und das im Dauerbetrieb durch schwere Lastwagen“, erklärte Knopp. Deshalb wurden die beiden alten Waagen nicht nur vollständig ausgetauscht, auch die beiden Waagegruben wurden abgebrochen und durch zwei völlig neue ersetzt. Damals war der Anlieferbetrieb über die Einfahrt für zwei Wochen gesperrt.

Biegt sich nicht mehr so durch

Die damals neu eingebauten Waagen wurden zwar um zwei Meter kürzer, hatten aber einen großen Vorteil gegenüber den alten Exemplaren: „Eine Waage hat jetzt zwei Segmente zu je neun Metern. Ein großer Vorteil der Zweiteilung ist, dass sich die Waagenbrücke nicht mehr so stark durchbiegt wie bei einer einteiligen“, erklärte Knopp.

Fast wie bei Großmutters alter Küchenwaage, nur etwas schwerer und mit genau geeichten Gewichten.

Und sie hatte noch weiteres Fachwissen parat: „Die beiden neuen Waagen haben einen Messbereich von 0,1 bis 50 Tonnen. Nur in diesem Messbereich ist eine Abrechnung von Anlieferungen auf Gewichtsbasis eichrechtlich zulässig.“ Deshalb müssen die Waagen immer wieder exakt geeicht werden.

Dazu war die Spezialfirma Pfister Waage Aichach mit dem Eichservice angerückt. Natürlich mit den Verantwortlichen des Eichamts. Muss ja schließlich alles geprüft und dokumentiert werden.

Das nächste Mal in drei Jahren

Denn Genauigkeit wird auf alle Fälle groß geschrieben. „Es wird mit geeichten und definierten Gewichten geprüft“, erklärte Thomas Jünger vom Eichservice und zeigte in Richtung Fahrzeugwaage. Auf dem vorderen Segment stand ein Schaufellader mit voller Schaufel. Dazu Feingewichte ähnlich solcher aus Großmutters Küchenwaage. Nur eben in höherer Dosierung.

Gesamtgewicht: 25 Tonnen. Auf das andere Segment wurden Stück für Stück Großgewichte per Gabelstapler aufgelegt, ebenfalls 25 Tonnen. Dann kam der Beamte vom Eichamt zum Zuge, der im Kontrollhäuschen dokumentierte. „Es ist hier und heute optimal gelaufen“, erklärte zufrieden Thomas Jünger.

Eigentlich war der gesamte Tag für die Eich-Arbeiten vorgesehen, aber die Männer haben ihre Arbeit schon zur Mittagszeit beenden können. Der nächste Termin für eine Eichung wird in drei Jahren sein.

Hans-Helmut Herold

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