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Der Dorfladen Ingenried bleibt fürs Erste vormittags geöffnet. Unter der Rufnummer 08868/1808552 bietet er auch einen Lieferservice an. 

Drei bis vier Fälle

Ausflug nach Ischgl: Skiclub bringt Corona nach Ingenried

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Die Gemeinde Ingenried hat eine ernste Corona-Lage. Laut Rathauschef Xaver Fichtl haben sich „drei bis vier“ Bürger im Ort mit dem Virus infiziert. Der örtliche Skiclub hatte es von Ischgl nach Ingenried gebracht. Ein Wahlhelfer (51) war erkrankt.

Ingenried – Mit einer Gemeindeinformation wandte sich der Bürgermeister am Sonntag an die Bürger:Wie zu erfahren ist, handelt es sich bei dem zuerst Erkrankten um einen Wahlhelfer. Alle anderen Wahlhelfer wurden von Fichtl an das Gesundheitsamt gemeldet. Die Kontaktpersonen bekamen vom Amt dann eigene Anweisungen. Wer die zwei oder drei neuen Corona-Patienten in Ingenried sind, kann und darf Rathauschef Fichtl aus Datenschutzgründen nicht sagen.

Details zu dem Fall nannte Fichtl in dem Informationsschreiben nicht. In einer E-Mail an einen besorgten Bürger, die den SN vorliegt, ließ er aber durchblicken, wie das Virus nach Ingenried gelangte. Demnach wer der örtliche Skiclub am 7. März nach Ischgl gefahren, das mittlerweile als einer der Corona-„Hotspots“ gilt.

Busunternehmen hatte laut Skiclub grünes Licht gegeben

Abteilungsleiterin Sonja Martin berichtet auf Anfrage der SN von 38 Teilnehmern, die mit ins Paznaun gefahren waren. „Wir hatten uns vorher im Internet und auch beim Busunternehmen informiert, alle hatten grünes Licht gegeben“, versichert Martin. Zum Zeitpunkt des Ausflugs habe es geheißen, der Skiort sei coronafrei. „Das hat Ischgl verbummelt“, betont Martin. Die gute Nachricht: Ihres Wissens gehe es den übrigen 37 Teilnehmern des Ausflugs gut.

Erster Ingenrieder Corona-Patient ist auf dem Weg der Besserung

Der erste Ingenrieder Corona-Patient lebt jetzt in häuslicher Quarantäne. Er sei auf dem Weg der Besserung, sagt der 51-Jährige im Gespräch mit den SN. Einen Tag nach der Kommunalwahl hätten die Symptome begonnen. „Es geht los mit Fieber und Schüttelfrost, auch Kreuzschmerzen habe ich gehabt“, erzählt der Wahlhelfer. Weil er in Ischgl war, habe er sich daraufhin bei seinem Arzt auf das Virus testen lassen. Am Donnerstag lag der positive Befund dann vor.

Ischgl galt noch nicht als Risikogebiet

Auf den Skiort ist der Ingenrieder gar nicht gut zu sprechen. „Ich gehe davon aus, dass Ischgl mit Corona verseucht war“, blickt der 51-Jährige zurück. Das Verheerende: „So viele Busse wie am 7. März habe ich dort noch nie gesehen.“ Zum Zeitpunkt des Skiausflugs der Ingenrieder galt Ischgl zumindest aus deutscher Sicht noch nicht als Risikogebiet. Island hatte den beliebten Skiort schon am 5. März dazu erklärt.

Wahlhelfer meldet seinen positiven Befund umgehend dem Bürgermeister

Der Wahlhelfer hatte nach seinem positiven Befund am Donnerstag umgehend den Bürgermeister informiert. Danach kamen immer mehr Sorgen auf: In dem kleinen Ort sprach sich in Windeseile herum, wer zu den Kontaktpersonen des Erkrankten zählte: Der 51-Jährige war nicht nur als Wahlhelfer in Kontakt mit anderen Gemeinde-Bürgern. Seine Frau, die nicht mit in Ischgl war, arbeitete überdies im örtlichen Dorfladen. „Sie wurde sofort nach Bekanntwerden des Befundes freigestellt“, schreibt Fichtl in seiner E-Mail. Ihr geht es nach wie vor gut, berichtet der Coronakranke Ehemann, der nach wie vor mit der Familie unter einem Dach lebt. „Wir halten Abstand voneinander.“

Auch Verkäuferin aus dem Dorfladen war beim Skifahren in Ischgl

Wie der Bürgermeister in seiner E-Mail berichtete, war aber noch eine weitere Verkäuferin des Dorfladens mit auf dem Skiausflug in Ischgl. Sie habe dort aber schon seit dem 9. März nicht mehr gearbeitet, heißt es.

Fichtl versichert, dass er seit Bekanntgabe des ersten positiven Bescheids in allen Angelegenheiten in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt sei. Der Betrieb im Dorfladen wird ihm zu Folge vormittags aufrecht erhalten. Der Grund: Es bestehe nach fachlicher Einschätzung und aus lebensmittelhygienischer sowie rechtlicher Sicht kein Grund für eine umgehende Betriebsschließung, so Fichtl. „Wir von der Gemeinde werden zusammen mit dem Geschäftsführer die Situation aber von Tag zu Tag neu prüfen.“

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