Feuerwehrmänner werfen in Schongau Altpapier und Pappe in einen Container: Eine letzte Altpapiersammlung fand in Schongau im August 2019 außerplanmäßig statt. Der Erlös kam den Opfern der Hausexplosion in Rettenbach zu Gute. Mittlerweile gibt es in der Lechstadt die blaue Tonne.
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Eine letzte Altpapiersammlung fand in Schongau im August 2019 außerplanmäßig statt. Der Erlös kam den Opfern der Hausexplosion in Rettenbach zu Gute. Mittlerweile gibt es in der Lechstadt die blaue Tonne.

Vereine sammeln weniger Papier

EVA setzt dennoch vorerst nur in Schongau auf die Blaue Tonne

In Schongau gibt es die bIaue Tonne bereits, auch für die übrigen Städte und Gemeinden im Landkreis hält sich die EVA die Option offen, auf die bequemere Lösung zur Abholung des Altpapiers umzusteigen. Bis auf Weiteres wird aber noch auf die Arbeit der Vereine gesetzt, die allerdings weiter abnimmt.

  • Nur in Schongau gibt es die blaue Papiertonne
  • Abfallentsorgungsgesellchaft hält sich die Option aber auch für weitere Orte offen
  • Das Problem: Immer weniger Vereine sammeln

Landkreis – Für die Bilanz der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA) ist es letztlich egal, wer im Landkreis bei den Bürgern das Altpapier abholt. Aber die Vereine, die in vielen Kommunen regelmäßig das Papier einsammeln und zur EVA bringen, sind Geschäftsführer Friedrich Raab lieb und teuer. Obwohl der Papierpreis zuletzt deutlich eingebrochen war, „bekommen sie nach wie vor das gleiche Geld“, betont der EVA-Chef. Insgesamt 498 000 Euro waren es demnach im vergangenen Jahr. Das sei immerhin ein Zehntel des Finanzbedarfs der EVA (5,5 Millionen Euro), das an die Vereine von der Abfallgebühr zurückgeflossen sei, rechnet Raab vor.

Immer weniger Vereine sammeln Papier

Das Problem: Die Papier sammelnden Vereine werden immer weniger, die EVA muss bei der Abfuhr verstärkt auf Unternehmer zurückgreifen: 2020 wurden in Weilheim bereits vier Termine komplett von einem Unternehmen durchgeführt. Für 2021 sind schon fünf Termine unbesetzt, weil ein Verein gekündigt habe, heißt es.

In Penzberg sieht es nicht viel besser aus. Dort wurden laut EVA die Bezirke heuer neu verteilt. Fünf davon übernehmen die Vereine, das restliche Gebiet (vier Bezirke) entfällt auf ein Unternehmen. In Peißenberg wiederum sammelt 2020 ein Unternehmer in zwei Bezirken viermal. Für 2021 hat ein weiterer Verein gekündigt.

Blaue Tonne hat sich in Schongau problemlos etabliert

In den Fokus rückt daher bei der EVA immer mehr die blaue Papier-Tonne, die sich 2019 in Schongau problemlos etabliert hat. Es habe jedenfalls keine negativen Rückmeldungen gegeben, heißt es bei der Gesellschaft, die in der Lechstadt 2900 blaue Tonnen sowie 300 Großbehälter (hauptsächlich für die Wohnanlagen) ausgegeben hat. „Mit der Erfahrung in Schongau haben wir eine Alternative, die gut funktioniert und wirtschaftlich vergleichbar ist“, sagt Geschäftsführer Raab. Darüber hinaus sind die Tonnen bei den Abfuhrunternehmen beliebter als die grauen Papiersäcke. Wie die Restmüllbehälter auch werden die blauen Tonnen zu den Fahrzeugen gerollt, dort eingehakt und entleert. Die grauen Säcke zu entsorgen, sei viel aufwändiger, wissen die Verantwortlichen in Erbenschwang.

Bürger legen immer weniger Papier vor die Tür

Erschwernd hinzu kommt für die Vereine, dass die Bürger immer weniger Papier vor die Tür legen, die Einnahmen schmelzen. Die abgeholten Papier-Mengen lagen laut EVA 2019 landkreisweit erstmals unter 10 000 Tonnen. Die Gesamtmenge von Papier und Kartonagen, die die EVA erreichte, stieg dagegen leicht auf 11 930 Tonnen. Der Grund: Es wurde mehr direkt an den Wertstoffhöfen abgegeben. Mit 1954 Tonnen waren es 2019 immerhin 180 Tonnen mehr Papier und Pappe als im Jahr davor. Die EVA erklärt sich das damit, dass mehr im Internet eingekauft werde und die Kartons zu Hause viel Lagerplatz wegnehmen.

Dennoch will Raab an den Vereinssammlungen festhalten. Das Thema blaue Tonne werde „nicht forciert“.

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