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Rund 100 Zuhörer verfolgten interessiert die Bürgerversammlung, bei der Sandra Höldrich, die Sprecherin des Arbeitskreises Dorfladen, die Umfrage-Ergebnisse verlas.

Bürgerversammlung Ingenried

Dorfladen, Strabs und der Nitratgehalt

Was hat die Gemeinde Ingenried im vergangenen Jahr gestemmt, was ist heuer geplant, wie steht es um die Straßenausbaubeitragssatzung, und wie geht es mit dem Dorfladen weiter? Diese Themen standen im Mittelpunkt der Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle, zu der rund 100 Zuhörer gekommen waren.

Ingenried – Das wohl wichtigste Thema der Bürgerversammlung war der Dorfladen: 370 Fragebögen sind vom Arbeitskreis Dorfladen an Ingenrieder Haushalte verteilt worden, 214 sind ausgefüllt zurückgekommen – immerhin knapp 58 Prozent. Darin sind die Bürger zu ihrem Kaufverhalten und ihren Wünschen bezüglich des neuen Ladens befragt worden. Herausgekommen sind interessante Fakten, die bei den anstehenden Planungen berücksichtigt werden können.

So gaben beispielsweise 45 Prozent der Befragten an, dass sie derzeit hauptsächlich in Supermärkten einkaufen und dort auch ihre Fleisch- und Wurstwaren beziehen. Lediglich zehn Prozent nutzen das Angebot der umliegenden Dorfläden, 14 Prozent kaufen in Metzgereien ein.

Doch wie sähe es beim Dorfladen im eigenen Ort aus? Hier wäre es 43 Prozent der Befragten wichtig, dass regionale Produkte angeboten würden, jedoch sollte das Qualitäts-Preis-Verhältnis stimmen (45 Prozent). Ob die Ware ein Bio-Siegel hat, ist nur 41 Prozent wichtig, 59 Prozent legen darauf keinen Wert. Ein Drittel wünscht sich eine integrierte Post-Filiale, ein Viertel ein Schwarzes Brett zusätzlich zum Lebensmittelangebot.

Bei den individuellen Wünschen steht laut Umfrage eine warme Theke ganz oben auf der Liste (42 Prozent), gefolgt von einem Café. „Es wurden natürlich noch viel mehr Wünsche genannt, doch wir haben diese erst ab einer gewissen Nennungszahl prozentual ausgewertet“, so Sandra Höldrich, die Sprecherin des Arbeitskreises.

Damit hat der künftige Ausstatter des Dorfladens Ergebnisse an der Hand, die ihm womöglich weiterhelfen. Bewerbungen gibt es laut Bürgermeister Xaver Fichtl zwei: Den Lebensmittel-Großhandel Utz aus Ochsenhausen und die Edeka-Gruppe.

Damit auch genügend und zufriedene Bürger in Ingenried zuhause sind, die im künftigen Dorfladen einkaufen, hat die Gemeinde im vergangenen Jahr umfangreiche Erschließungsarbeiten vorgenommen, Bebauungs- und Flächennutzungspläne geändert und die Wasserversorgung ertüchtigt.

Und auch in diesem Jahr stehen Projekte an, die das Leben in der Gemeinde noch attraktiver machen sollen. So ist der DSL-Ausbau bereits im Gange, 3000 Meter Leerrohre und Glasfaserkabel liegen bereit, um künftig einen flächendeckenden schnellen Internetzugang zu gewährleisten. Ebenso werden die Baugebiete „Am Kalkofen“ und „Erbenschwang West“ erschlossen sowie die Straßenbeleuchtung auf LED umgerüstet.

Besonders stolz ist Fichtl auf den Verzicht einer Straßenausbaubeitragssatzung: „Bei uns hat es eine derartige Satzung noch nie gegeben und wird es auch nicht“, stellte er klar und führte aus, was er und seine Gemeinderäte seit 2016 alles unternommen haben, um gegen die unbeliebte „Strabs“ zu kämpfen.

Auch bei einer anderen Frage, die in aller Munde ist und seinen Bürgern unter den Nägeln brennt, konnte der Rathauschef Entwarnung geben: Der aktuelle Nitratgehalt liegt mit 5,4 Milligramm pro Liter deutlich unter dem Grenzwert von 50 mg/l.

Nach diesen Informationen blieben für die Ingenrieder nur wenige Fragen offen. Lediglich eine Antwort auf die Frage, wie viele Hunde gemeldet seien (Antwort: 48), was man gegen die bauchkitzelnden Wasserpflanzen im Freibad machen könne („keine Chemie, im Frühjahr schneiden“) und ob man auf freien Grünflächen Blumen gegen das Insektensterben säen könnte („Können wir gerne drüber reden“), wollten die Zuhörer noch wissen.

Bei so viel Zufriedenheit wundert es nicht, dass die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr um 20 auf aktuell 1072 angewachsen ist.

Christine Wölfle

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