+
Einen „Riesensprung“ könnte die EVA mit der Realisierung dieser Presswasser-Vergärungsanlage machen.

Energiegewinnung in Erbenschwang

EVA baut neue Vergärungsanlage für Restmüll

Ganz neue Wege bei der Energiegewinnung in der Abfallwirtschaft will künftig die EVA gehen. Sie plant ein in Deutschland bisher einzigartiges Projekt: Eine so genannte Presswasser-Vergärungsanlage.

Ingenried – „Das wäre etwas ganz Neues und ein Riesensprung in Sachen Energieeffizienz“, zeigte sich Fritz Raab, Geschäftsführer der EVA, begeistert von der neuen Anlage, die er den Ingenriedern bei der jüngsten Gemeinderatssitzung zusammen mit seinem Stellvertreter Holger Poczka vorstellte.

Bei dieser Methode geht es darum, den Restmüll energiegewinnend zu verwerten, indem man aus den darin enthaltenen organischen Stoffen Strom und Wärme erzeugt. Hierzu werden diese Stoffe mithilfe von Wasser und einem Sieb aus dem Restmüll gefiltert und in einer Fermenter-Kaskade zu Methangas vergoren. Dieses wiederum wird in einem Gasspeicher zwischengespeichert (Holger Poczka: „So können wir die benötigte Menge regulieren.“), bevor das Biogas dann über einen Motor zu Strom und Wärme umgewandelt wird.

„Die gewonnene Energie, immerhin rund 3200 Megawattstunden pro Jahr, wird hauptsächlich für unseren Betrieb verwendet werden“, erklärte Poczka, und: „Das würde eine Minderung unseres Bedarfs an Netzstrom um mindestens 70 Prozent bedeuten.“

Doch das wäre nicht die einzige Einsparung. Durch die zusätzliche Nutzung der Wärme, die ganzjährig zur Trocknung der Ersatzbrennstoffe und im Winter zur Beheizung der Gebäude genutzt werden würde, spare man sich insgesamt 100 Prozent des Bedarfs an Heizöl. Somit fiele auch die Umweltbilanz positiver aus, denn man spare mindestens 1,3 Millionen Kilogramm CO2-Emisssion (Treibhausgas) pro Jahr.

Doch noch ist das ca. drei Millionen Euro teure Projekt nicht in trockenen Tüchern. Es stehen noch Genehmigungen und Entscheidungen zu Förderanträgen aus, doch: „Wir sind guter Dinge“, so Fritz Raab, „und wenn alles optimal läuft, können wir in diesem Herbst bereits anfangen zu bauen und die neue Anlage im Spätsommer des nächsten Jahres in Betrieb nehmen.“

Auch die Bedenken zur möglichen Geruchsbelästigung vom zweiten Bürgermeister Georg Echtler konnten die Geschäftsführer der EVA zerstreuen. Es handle sich bei der Anlage um ein geschlossenes System, daher sei mit zusätzlicher Geruchsbildung nicht zu rechnen. Im Gegenteil: Da die organischen Stoffe im Restmüll, die etwa 15 Prozent ausmachen, nicht mehr aerob, also mit Luftzufuhr, verwertet würden, werde die „schlechte Luft“ eher weniger.

Der Bau selbst, im Norden des Betriebsgeländes geplant, mit der Vergärungs-Anlage und sechs Containern, sei ebenfalls „optisch verträglich“. Das überzeugte die Ingenrieder Gemeinderäte, und so segneten sie den Bauantrag einstimmig ab.

Christine Wölfle

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Arche-Wandergruppe gebührend empfangen
Großer Empfang in Herzogsägmühle: Dort sind jüngst über 100 besondere Wanderer begrüßt und verköstigt worden.
Arche-Wandergruppe gebührend empfangen
Stille Prozession vor tausenden Zuschauern
In Vilgertshofen hat jetzt wieder das Traditionsfest der Marianischen Bruderschaft zur Schmerzhaften Muttergottes stattgefunden.
Stille Prozession vor tausenden Zuschauern
Lächerliche Beute bei zwei Einbrüchen
Ein leerstehendes Bauernhaus in Ingenried und ein Einfamilienhaus in Schongau, das nur zum Urlaubsaufenthalt genutzt wird, waren Ziele von Einbrechern. Die Beute ist …
Lächerliche Beute bei zwei Einbrüchen
Wildsteig: Streit unter Asylbewerbern eskaliert
Körperliche Auseinandersetzung mit Messer, lautete am Montag der Alarm aus einer Asylbewerberunterkunft in Wildsteig.
Wildsteig: Streit unter Asylbewerbern eskaliert

Kommentare