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Die Papiersammlung bereitet Probleme.

Eva-Bilanz

Mehr Müll und viel Wiederverwertung

523 Kilogramm Rest-, Bio und Plastikmüll produziert jeder Einwohner des Landkreises Weilheim-Schongau im Schnitt. Stabil bleibt aber die Wiederverwertungsquote von 90 Prozent, sagt Fritz Raab, Geschäftsführer der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungs- GmbH (EVA).

Weilheim-Schongau – Ebenso stabil bleibt das Hausmüllaufkommen im Landkreis auf einem niedrigen Niveau, dafür nimmt die Menge der an den Wertstoffhöfen abgegebenen Abfallarten zu. Probleme bereitet nach den Worten von EVA-Geschäftsführer Fritz Raab aber die illegale Müllentsorgung und mittlerweile auch die Papiersammlung.

Beim Papiersammeln sind die Bürger des Landkreises Weilheim-Schongau Weltmeister, sagt Raab. Im Schnitt kommen 91 Kilogramm pro Jahr zusammen, 14 Kilogramm mehr als im bayernweiten Durchschnitt. Wobei Bernried mit 102 Kilogramm unangefochten an der Spitze liegt, gefolgt von einem starken Mittelfeld mit um die 85 Kilogramm. Schlusslicht, zum Bedauern Raabs, war auch im Jahr 2017 wieder Ingenried mit 61 Kilogramm Altpapier pro Person.

Dabei haben die kleineren Ortschaften und Dörfer die geringsten Probleme bei der Papiersammlung. Es sind vor allem die Städte, die Claudia Knopp Sorgen machen. Denn immer seltener können nach den Worten der Abfallberaterin der EVA die Ortsvereine das Angebot nutzen und für eine entsprechende Entlohnung Papier sammeln. Es fehle schlicht an Manpower und Fahrzeugen, weiß man in Erbenschwang.

Auf dem Dorf helfen sich die Vereine aus, ein Traktor mit Hänger bekommt man beim Bauern auch unkompliziert. In der Stadt aber finden sich kaum Helfer einerseits und auch keine adäquaten Fahrzeuge andererseits, mit denen man Papier sammeln kann.

Dass der Papiermüll nicht richtig sortiert ist, wie kürzlich erst der Hohenfurcher Bürgermeister Guntram Vogelsgesang moniert hat, ist dabei fast schon nebensächlich. Ein nur mit Papier gefüllter Sack bringt mehr Geld, weil er schwerer als einerist, in dem auch Kartonagen zur Sammlung herausgestellt werden.

Problematisch in dem Zusammenhang ist die Planung, so Knopp. Denn man müsse im Vorhinein die Sammlung ausschreiben entweder für Vereine oder ein Unternehmen, und dabei noch einen gewissen Rhythmus einhalten. Und Schongau etwa ist zweigeteilt: Im Innenstadtbereich dominieren die Kartonagen, dagegen im Westen, im Bereich der Einfamilienhäuser, die Zeitungen, wo auch die Vereine sammeln.

Fritz Raab

Man bekenne sich zur Vereinssammlung, so Raab, aber der organisatorische Aufwand steige, und in Peißenberg zum Beispiel werde im kommenden Jahr ein Unternehmen allein neun Termine übernehmen müssen. Gestiegen ist nach den Worten des EVA-Chefs übrigens auch der Preis für Altpapier – dank der hohen Nachfrage.

Insgesamt steigt laut EVA-Bilanz die Menge der Abfälle seit Jahren, die zu den Wertstoffhöfen gebracht werden. Konstant ist dagegen seit dem Jahr 2010 leider die Menge des illegal abgelagerten Mülls an den EVA-Containerstandorten. Um die 51 Tonnen kamen so im Jahr 2017 zusammen. „Das sind pro Sammelstelle ein Kilogramm pro Woche“, sagt Claudia Knopp, wobei natürlich abgelegene Standorte ohne direkte Nachbarn von den Müllsündern bevorzugt werden.

Oftmals sind es Plastiktüten oder Kartonagen, mit denen Glas zum Container gebracht werde, leider aber auch Sperrmüll, Metall oder andere Abfallsorten.

Oliver Sommer

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