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Feierliches Gelöbnis der Soldaten auf dem Dorfplatz in Ingenried.

Feierliches Gelöbnis in Ingenried

Soldaten sollen Verfassungsordnung mit Leben füllen

Soldaten haben auf dem Dorfplatz in Ingenried ihren Diensteid geschworen. Für einen Oberstleutnant war es allerdings der letzte Vereidigungsappell.

Ingenried – „Sie haben heute geschworen, sich für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung einzusetzen, für Recht und Freiheit des deutschen Volkes einzutreten, und das bis zur letzten Konsequenz, dem Einsatz von Gesundheit und Leben.“ Das hat Oberstleutnant Roland Pietzsch beim Vereidigungsappell der 144 Feldwebel- und Unteroffiziersanwärter des Ausbildungsbataillons 3 in Ingenried gesagt.

Die Ehrenformation mit der Fahnenabordnung und das Gebirgs-Musikkorps sowie Offiziere vorgesetzter und befreundeter Dienststellen, Gäste aus Politik wie Landrätin Andrea Jochner–Weiß, die Bürgermeister aus Ingenried und Umgebung, Angehörige und Freunde der Soldaten sowie Vertreter der Polizei, des Finanzamtes und der Soldaten- und Veteranenvereine: Sie alle bildeten den Rahmen für die Gelöbnisfeier auf dem Dorfplatz in Ingenried.

Am 2. Juli haben die Lehrgangsteilnehmer in der Kaserne in Altenstadt mit der Ausbildung begonnen. „Sie leisten heute Ihren Diensteid, dessen weitreichende Bedeutung man schon im Wortlaut erkennt“, betonte Oberstleutnant Pietzsch in seiner Rede. Sich fortan über das allgemein übliche Maß für andere einzusetzen, sei für Teile der Gesellschaft nicht mehr nachvollziehbar.

Pietzsch sprach über Wertesysteme, über Einsätze unter klimatischen Extrem-Bedingungen und auch darüber, dass die Soldaten der Bundeswehr nicht außerhalb der Gesellschaft eine Art Elite, einen Staat im Staate, bilden. „Ganz im Gegenteil, als Staatsbürger in Uniform ist es unsere Pflicht, unsere Verfassungsordnung mit Leben zu erfüllen.“

144 Feldwebel- und Unteroffiziersanwärter haben in Ingenried ihren Diensteid geschworen.

Nach Bewertung des Bataillonskommandeurs hätten sich die jungen Soldaten für den schönsten Beruf entschieden, in dem sie Menschen führen wollen. Dazu gehöre das Prinzip Führen durch Beispiel: „Sie müssen Vorbild sein, an dem sich die von Ihnen Geführten ausrichten können.“ Der erste Schritt dazu sei Selbstführung, Charakterprägung und persönliche Weiterentwicklung.

Es werde nicht verlangt, das Fähnchen stets in den Wind zu drehen und stromlinienförmig zu werden: „Bleiben Sie aufrecht und wahrhaftig, treten Sie für Ihre Überzeugungen ein.“ Ein militärischer Führer müsse Ecken und Kanten haben: „An einem rund gelutschten Kieselstein kann sich keiner festhalten.“

Ingenrieds Bürgermeister Xaver Fichtl sagte, man habe gerne den Dorfplatz für die Vereidigung zur Verfügung gestellt. Schließlich bräuchten die Soldaten in der Öffentlichkeit Anerkennung, Wertschätzung und den Rückhalt in der Bevölkerung.

Einen Einblick in das Soldatenleben gab Sofia Brennauer, Dienstgrad Jäger: Vorher mit der Ordnung nicht so genau genommen, hätte sich dies in den knapp vier Wochen Dienstzeit grundlegend geändert. Beispielsweise mit der Ordnung in den Spinden.

Was ihr wohltuend aufgefallen sei, ist, dass in Geschlecht, Religion und Hautfarbe kein Unterschied gemacht werde. Und noch etwas ist der jungen Soldatin aufgefallen: Nämlich, dass ihre Vorgesetzten immer ein offenes Ohr für Probleme haben.

Dem Vereidigungsappell vorausgegangen ist der ökumenische Gottesdienst in der Ingenrieder Pfarrkirche. „Zeige uns den Weg“, stellte Pfarrer Andreas Reminger in den Mittelpunkt seiner Predigt. Das Gebirgsmusikkorps spielte Märsche, die Bayern- und Nationalhymne und zur Vereidigung den Choral „Bayerisches Militärgebet“. Die Böllerschützen Carolin Winkler, Karin Mariner und Werner Sailer ließen es bei der „Langsamen Kette“ ganz ordentlich krachen.

Für Oberstleutnant Roland Pietzsch war dies übrigens der letzte Vereidigungsappell. Elf waren es bisher während seiner Dienstzeit in Altenstadt. Zum Abschied wünschte er sich den „Bozner Bergsteiger-Marsch.“ Pietzsch übergibt das Kommando des Bataillons im August an seinen Nachfolger.

Walter Kindlmann

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