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Dort soll der Dorfladen in Ingenried hin: das Gebäude der Metzgerei.

Leader-Projekte im Landkreis

Im Westen viel Neues

Es fließt viel Geld nach Brüssel, allerdings fließt in die andere Richtung auch wieder viel Geld in die Regionen zurück – zum Beispiel über das Leader-Förderprogramm zur Entwicklung des ländlichen Raums – vorwiegend in den Westen des Landkreises Weilheim-Schongau.

Weilheim-Schongau Auch aus dem Landkreis werden die Zuschusstöpfe regelmäßig angezapft. Über die Koordinierungsstelle, der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Auerbergland-Pfaffenwinkel“, sind in der aktuellen Förderphase (2014 bis 2020) im Landkreis bereits neun Einzelprojekte mit einem Zuschussvolumen von 992.225 Euro realisiert worden – unter anderem der soziale Treffpunkt im Schächen in Hohenpeißenberg. Manche sind bewilligt und stehen kurz vor der Umsetzungsphase – zum Beispiel „Gmünder Hoffnung“ in Weilheim.

Im Rahmen der jüngsten Sitzung des Lenkungsausschusses im Weilheimer Landratsamt wurden nun vier weitere Projekte auf den Weg gebracht. Zum einen geht es dabei um den von der Gemeinde Ingenried geplanten Dorfladen, der die lokale Nahversorgung sicherstellen soll. Für die etwa 158.800 Euro teure Ladenausstattung hofft die Kommune auf einen Zuschuss von rund 40.000 Euro aus dem Leader-Programm. Vom Lenkungsausschuss wurde das Projekt mit einer Punktzahl von 29 (Höchstpunktzahl 42) bewertet und zur Förderung empfohlen: „Das ist für ein Einzelprojekt ein sehr guter Wert“, sagte LAG-Geschäftsführerin Elisabeth Gutmann auf Nachfrage. Der Zuschussantrag könne nun direkt beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten eingereicht werden.

Die anderen drei Projekte sind noch nicht ganz so weit, wurden vom Ausschuss aber laut Gutmann ebenfalls goutiert: „Sie passen in die lokale Entwicklungsstrategie rein.“ Liegen dezidierte Kostenschätzungen vor, sollen die Maßnahmen vom Lenkungsausschuss ohne separate Sitzung im Umlaufverfahren abgesegnet und für die Förderantragsstellung frei gegeben werden.

Konkret geht es um die Attraktivierung des DAV-Kletterzentrums Rieden am Forggensee (Ostallgäu), die infrastrukturelle Wiederbelebung des ehemaligen Zanetti-Ladens auf dem Marktplatz in Steingaden mit Touristen-Info, Café, Fair-Trade-Confiserie und regionalem Kunst- und Souvenirladen sowie um die „Wunderwelt Bernried“. Letzteres Projekt soll das Buchheim-Museum besser mit dem Klosterdorf vernetzen. Für das Kooperationsprojekt ist eine Förderung von 60 Prozent in Aussicht gestellt. Das Kletterzentrum und der Zanetti-Laden bewerben sich um einen Zuschuss von 30 Prozent.

Warum ist unter den vier neuen Projekten nur eines aus dem östlichen Landkreis aufgelistet? „Der westliche Landkreis ist bei Leader sehr dominant“, erklärt Gutmann. Das liege daran, dass das Förderprogramm dort einfach „präsenter“ sei – allein schon durch die räumliche Nähe zur sehr aktiven Leader-Region „Allgäu“: „Die Bürgermeister aus dem westlichen Landkreis rufen wegen Projektförderungen grundsätzlich erst einmal bei uns an“, so Gutmann: „Im Osten hingegen ist das noch ein Lernprozess.“ Ziel der LAG sei es deshalb, das Leader-Programm auch im Altlandkreis Weilheim bekannter zu machen.

von Bernhard Jepsen

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