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Georg Saur kündigt seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt an.

Aus Bürgerversammlung

Unverhofftes Erbe und ein Bürgermeister-Kandidat für Ingenried

Baumaßnahmen, Wasserversorgung und natürlich der Dorfladen standen im Mittelpunkt der Bürgerversammlung in Ingenried. Doch neben dem obligatorischen Rückblick auf das vergangene Jahr und den Ausblick auf 2019, gab es zwei Überraschungen: Ein unverhofftes Erbe und einen Bürgermeisterkandidaten.

Ingenried – „Ich freue mich über ihr großes Interesse an unserer Gemeinde“, begrüßte Bürgermeister Xaver Fichtl die rund 100 Bürger in der Mehrzweckhalle. Diesen zählte er die zahlreichen Maßnahmen auf, die die Gemeinde im vergangenen Jahr gestemmt hatte. Unter anderem seien die Baugebiete „Am Kalkofen“, „Erbenschwang West“ und „Am Bahnhof“ erschlossen, und ein Teilbereich der Linden- und Birkenstraße neu konzipiert und ausgebaut worden.

Mit einer Gesamtsumme von rund 428 000 Euro schlugen diese Maßnahmen mitunter am meisten zu Buche im letzten Jahr. Doch: „Wir lagen insgesamt fast 32 000 Euro unter der Vergabesumme“, freute sich Fichtl über die nicht unerhebliche Einsparung.

Die Wasserversorgung läuft, laut Fichtl, seit der Umstellung einwandfrei und liefere den Bürgern das Wasser mit einem konstanten Druck von 3,5 bar. Auch die 28 Wasseruntersuchungen im letzten Jahr hätten sehr erfreuliche Ergebnisse erzielt. Diese kann jeder Interessierte aktuell auf der Internetseite der Gemeinde nachlesen. Einige Probleme indes gab es beim Breitband-Ausbau: So stockte es unter anderem aufgrund des trockenen Sommers und dem damit einhergehenden harten Boden bei den nötigen Spülbohrungen. Auch die Zu- und Absagen der beauftragten Firmen führte zu Verzögerungen.

Mehr als 100 Bürger waren zur Versammlung in die Mehrzweckhalle nach Ingenried gekommen.

Doch bis spätestens in einem Monat sollen alle Haushalte mit einer Leistung von 30 Megabit geschaltet sein. Beim Glasfaseranschluss sind es sogar 100 Megabit. Schnell geht es auch auf Ingenrieds Ortsstraßen zu: Die neue Geschwindigkeitsanzeige hat bereits Ergebnisse geliefert, die Josef Fischer vorstellte. Demnach überschritten 49 Prozent der Vorbeifahrenden die Höchstgeschwindigkeit, wenn die Anlage verdeckt maß. War der „Smiley“ aktiv, waren es „nur“ noch 41 Prozent. Fischer machte sich den Spaß, die 13 393 gezählten Autos an den 8,25 Tagen mit den gemessenen Überschreitungen anhand eines Bußgeldkatalogs auszurechnen: „Das wären Strafen in Höhe von 66 225 Euro gewesen, plus diverse Punkte in Flensburg und Führerscheinentzug.“ Beispielsweise für denjenigen, der mit 92 Stundenkilometern durchgebrettert war. Auch heuer stehen in Ingenried einige Projekte an: Die Birkenstraße wird bis zur oberen Einfahrt „Am Kalkofen“ weiter ausgebaut und die Wasserversorgung für Krottenhill optimiert.

Dorfladen wird weiter ausgebaut

Und natürlich wird der Dorfladen weiter gebaut und eingeräumt. Momentan seien die Trockenbauer und Bodenleger im Einsatz, bevor es an die Inneneinrichtung geht. Die Bewerbungsfrist ist seit einigen Tagen abgelaufen, jetzt werden die Gespräche geführt. „Vor allem in der ersten Zeit erfordert die Arbeit im Dorfladen hohe Flexibilität“, mutmaßte der Bürgermeister. Mit den geplanten Zulieferern sei das meiste ebenfalls in trockenen Tüchern, so dass einer Eröffnungsfeier am 20. Juli höchstwahrscheinlich nichts mehr im Wege steht.

Damit alle Projekte auch umgesetzt werden können, bedarf es eines guten, soliden Haushalts, den die Ingenrieder auch heuer wieder haben (wir berichteten). Zudem können sie sich über einen unverhofften Geldsegen freuen: Die im Juli letzten Jahres verstorbene Bürgerin Erna Brugger hat die Gemeinde als Alleinerben eingesetzt. In ihrem Besitz befanden sich 15,3 Hektar Land (Felder und Wald), ein Grundstück im Zentrum Ingenrieds mit Wohnhaus und wertvoller Einrichtung, sowie 350000 Euro Barvermögen. „Wir wissen noch nicht genau, was wir mit dem Erbe machen, aber klar ist, dass wir gewissenhaft und verantwortungsvoll damit umgehen werden“, versprach Fichtl.

Ebenso wie mit dem Anwesen Saur am Kirchplatz, das die Gemeinde für 200000 Euro erworben hat. Dort soll eventuell Wohnraum geschaffen werden.

Georg Saur will Rathaus-Chef in Ingenried werden 

Beim letzten Tagesordnungspunkt, Wünsche und Anträge, gab es dann eine kleine Überraschung: Nachdem Bürgermeister Xaver Fichtl offiziell verkündet hatte, im nächsten Jahr nicht mehr für das Amt zu kandidieren, stand Georg Saur auf und verkündete seine Ambitionen.

„Es wird ja schon viel geredet und spekuliert, und ich möchte hiermit die Gerüchte bestätigen. Ich werde mich im kommenden Jahr als Bürgermeisterkandidat zur Wahl stellen“, ließ er die Katze aus dem Sack. Ob der jetzige Geschäftsführer des Maschinenrings tatsächlich aufgestellt wird, entscheidet sich im November.

Christine Wölfle

Lesen Sie auch: Die erfolgreichen Ingenrieder Maibaumdiebe.

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