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Rund 80 interessierte Bürger kamen zur Versammlung in die Ingenrieder Mehrzweckhalle. 

Ingenried

Schnelles Internet für zufriedene Bürger

In Ingenried lässt es sich gut leben. Diese Tatsache beweist nicht nur die stetig wachsende Zahl an Einwohnern, sondern auch eine ganz besondere Zuwendung, die die Gemeinde erhalten hat, wie Bürgermeister Xaver Fichtl bei der diesjährigen Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle verkünden konnte.

Ingenried – Über 20 Jahre lebte das Ehepaar Schulte in der Gemeinde und fühlte sich dort so wohl, dass es ihr komplettes Barvermögen und ihren Grundbesitz (insgesamt über 700 000 Euro) eben dieser vermachte. „Im Testament heißt es, dass sie die Dorfgemeinschaft und auch die Verwaltungsarbeit hier sehr geschätzt haben, und mit diesem Schritt der Gemeinde etwas zurückgeben wollten“, verlas der Bürgermeister sichtlich stolz. Das Vermögen solle dem Kindergarten, dem Aufbau eines Dorfladens oder der Dorfverschönerung zugute kommen.

Eine schöne Geste, doch darauf ruhen sich die Ingenrieder natürlich nicht aus, sondern verstehen es als Ansporn. Bereits im letzten Jahr investierte die Gemeinde unter anderem in die Erschließungsarbeiten in den Baugebieten „Am Kalkofen“, der „ehemaligen Gärtnerei“ und „ehemaliger Bahnhof“ mit rund 230 000 Euro. In diesem Jahr kommt das Baugebiet „Ingenried Ost II b“ mit geschätzten 545 000 Euro dazu. Neun der neuen Bauplätze seien bereits vergeben – sie fallen unter das Einheimischen-Modell. Die Richtlinien für dieses Modell wurden, auch auf Druck offizieller Stellen, jetzt überarbeitet: Wer künftig in den Genuss eines verbilligten Bauplatzes kommen möchte, muss mindestens fünf Jahre in Ingenried leben oder zu einem früheren Zeitpunkt bereits zwölf Jahre dort gelebt haben, oder in einem hiesigen Betrieb seit fünf Jahren mit mindestens 20 Wochenstunden arbeiten. Ferner darf der Antragsteller kein eigenes bebaubares Grundstück besitzen und sein Einkommen darf 55 000 Euro im Jahr nicht überschreiten (Ehepaare 90 000 Euro). Ab Beurkundung verpflichtet sich der Bauherr zudem, spätestens nach zwei Jahren mit dem Bau zu beginnen, diesen nach fünf Jahren abgeschlossen zu haben und das neue Domizil zu beziehen, und in diesem mindestens zehn Jahre selbst zu leben. „Bei Vertragsbruch müssten wir natürlich handeln, und einen Aufschlag im Vergleich mit frei verkäuflichen Grundstücken verlangen. Das kann ganz schön teuer werden“, erklärte Xaver Fichtl die Richtlinien.

Für das Einheimischen-Modell in Ingenried gibt es strenge Regeln

Damit es gar nicht so weit kommt, und die Ingenrieder Bürger auch künftig gerne in der Gemeinde wohnen bleiben, wird noch heuer ein moderner Breitbandausbau in Angriff genommen. „Alle, die einen Internetanschluss mit einer Übertragung von weniger als 30 Mbit pro Sekunde haben, werden an ein neues Glasfaserkabel angeschlossen, das dann 50 Mbit, und in zwei Jahren sogar eine Leistung von 100 Mbit pro Sekunde liefert“, freut sich der Bürgermeister auf ein schnelles Internet. Dafür nimmt die Gemeinde auch ordentlich Geld in die Hand: Rund 441 000 Euro wird der Ausbau kosten, nach Abzug der Zuschüsse bleibt eine Eigenbeteiligung von rund 88 000 Euro. Diese wird durch ein zinsloses Darlehen über zehn Jahre finanziert. Die Bauarbeiten für die neuen Leitungen dauern voraussichtlich von Juni bis in den Herbst, danach erfolgen die Umschlüsse.

Nach drei Stunden ausführlicher Informationen ihres Bürgermeisters Xaver Fichtl, blieben bei den rund 80 anwesenden Ingenrieder Bürgern kaum Fragen offen. Lediglich kleine Anmerkungen wie die Offenlegung des derzeitigen Nitratwert des Trinkwassers („Wir haben sehr gute Werte.“), die Frage nach gemeldeten Hunden (47), und die Farbe und Insekten-Verträglichkeit der neuen LED-Straßenlampen („Sie sind weiß, ziehen Insekten wahrscheinlich nicht mehr so an wie die alten, außerdem steht bei der Umrüstung der Energiespargedanke im Vordergrund.“) wurden an den Bürgermeister herangetragen.

Alles in allem: Eine rundum zufriedene Bürgerversammlung.

Christine Wölfle

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