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Mädchen und Buben aus dem Ort sprachen die Fürbitten. Pfarrer Karl Kein hielt den Festgottesdienst.

900 Jahre Huttenried

„Trotz Regens Glanz in der Hütte“

Ingenried - Zum 900-jährigen Jubiläum von Huttenried wurde es mit dem vorgesehenen Kirchenzug und dem Festgottesdienst vor der Heilig-Kreuz-Kapelle wegen des Dauerregens nichts. So blieb nichts anderes übrig, als den Gottesdienst kurzfristig in das betagte Festzelt zu verlegen.

Huttenried gehört politisch zu Ingenried und kirchlich zu Schwabbruck. 1952 versuchten zwar einige Huttenrieder, wegen der kirchlichen und schulischen Zugehörigkeit zu Schwabbruck auch politisch zur vom Ort aus gesehen näher liegenden Gemeinde Schwabbruck zu kommen. Doch Ingenrieds Gemeinderat hatte dies kategorisch abgelehnt.

Huttenried hat derzeit 47 Einwohner und 15 Wohngebäude. Von den acht Bauernhöfen ist lediglich noch einer im Vollerwerb, zwei im Nebenerwerb, in einem ist eine Pferde-Reha untergebracht, vier wurden komplett aufgeben. So viel zur neuern Geschichte von Huttenried. Über die insgesamt wechselhafte Geschichte in den 900 Jahren Huttenried sprach Bürgermeister Xaver Fichtl. Danach gibt es erste urkundliche Erwähnungen des Ortes aus den Jahren 1116 und 1126 im Rahmen einer Schenkung an das Kloster Rottenbuch. In beiden Schenkungen ist der „Sigeboto von Huttenried“ als Zeuge aufgeführt, wie Fichtl ausführte. Beide Schenkungen sind im Traditionsbuch der Klosterliteralien Rottenbuch enthalten.

Die Ortsgeschichte von Huttenried hat übrigens Ulrich Rösch im Jahr 2002 beschrieben. Das Datum 2. Dezember 1116 indes hat Jochen Trumm aus Schwabbruck herausgefunden. Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer hat dieses Datum bestätigt. Bei der Säkularisation 1802 wurde Fürst von Oettingen -Wallerstein neuer Grundherr. 1848 wurden die Grundherrschaften aufgehoben. 1863 wurde die Huttenrieder Kapelle gebaut, bezahlt aus Spenden der Huttenrieder Bauern.

Abschließend sagte der Bürgermeister von Ingenried: „Ich hoffe, dass unsere Heimatgemeinde mit allen Ortsteilen auch in Zukunft ein lebens- und liebenswerter Ort bleibt.“ Und auch, dass die Struktur und die Arbeitsplätze im Ort erhalten bleiben. Pfarrer Karl Klein fand es eingangs des Gottesdienstes angesichts des proppenvollen Zeltes „recht kuschelig.“ Das Kreuz als Symbol der Christen und die große Barmherzigkeit Gottes stellte der Seelsorger von sechs Pfarrgemeinden in den Mittelpunkt seiner Predigt. Er sagte aber auch „wir wollen unserem Herrn Dank sagen für 900 Jahre Huttenried“. Und auch dafür, „dass er trotz des Regens zum Patrozinium Heilig Kreuz Glanz in die Hütte gebracht hat“.

Die Ingenrieder Musikkapelle mit Dirigent Markus Mangold sowie der Schwabbrucker Kirchenchor mit seinem Leiter Bernhard Walter haben den Gottesdienst musikalisch gestaltet. Am Schluss des Gottesdienstes sangen die Besucher gemeinsam „Großer Gott, wir loben dich“ und nach der Rede von Xaver Fichtl die Bayernhymne. Für die Bewirtung beim geselligen Teil der 900 Jahrfeier sorgten die Ingenrieder Vereine gemeinsam. Zur Unterhaltung spielte die Ingenrieder Musikkapelle.

Walter Kindlmann

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