Tragödie am Karlsfelder See: 24-Jähriger schwimmt zurück - und stirbt

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Einen handbemalten Krug überbrachte Gogolins Bürgermeister Joachim Wojtala als Gastgeschenk an Schongaus Rathauschef Falk Sluyterman.

Städtepartnerschaft mit Schongau 

Vor 20 Jahren begann das Abenteuer Gogolin

Schongau - Seit 20 Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen Schongau und der polnischen Stadt Gogolin. In den zwei Jahrzehnten ergaben sich bei bisher 65 Begegnungen herzliche Freundschaften mit Musikkapellen, Sportvereinen und der Feuerwehr. Auch die Schulen haben Bande geknüpft. In einem Festakt wurde dies gewürdigt.

„In einer Zeit, in der der europäische Geist droht verloren zu gehen, sind solche Begegnungen besonders wichtig“, sagte Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman beim Festakt im Rathaussaal. Dazu eingeladen waren neben der Delegation aus Gogolin mit Bürgermeister Joachim Wojtala an der Spitze Luitpold Braun, der bereits 1989 als Bürgermeister der Stadt Schongau erste Kontakte mit Gogolin geknüpft hatte, die beiden ehemaligen Bürgermeister Friedrich Zeller und Karl-Heinz Gerbl, Ehrenringträger, Stadträte, Vertreter der Schulen und die Gastfamilien aus Schongau. „Sie sind es, die die Beziehungen gestalten,“ sagte Sluyterman.

Luitpold Braun indes war es vorbehalten, an die Anfänge der Verschwisterung zu erinnern. Der Altlandrat sprach darüber, wie die Menschen in Osteuropa mit den neu gewonnenen Freiheiten von Rede und Religion sowie der Freiheit vor Angst und Not erst zurecht kommen mussten. „Verständnis für einander und die Bereitschaft zu einander musste sich aufbauen.“ Und das könne eben nur über Städte und Gemeinden gehen. „Schongau ist sehr früh eine Partnerschaft eingegangen.“

Beim Festakt zur 20-jährigen Verschwisterung waren im Rathaussaal neben der Delegation aus Gogolin auch alle Schongauer eingeladen, die sich um die Verschwisterung verdient gemacht haben.

Braun erinnerte an die Aktion Mülltonnen. Als der Landkreis die Müllabfuhr neu organisiert hatte, sind 1500 Mülltonnen übrig geblieben, für die in Gogolin Verwendung bestanden hat. Das THW aus Schongau, Landsberg, Bad Tölz und Wolfratshausen habe die 1500 Tonnen auf ihre Lkw verladen und in einer Art „Übungsfahrt“ nach Gogolin transportiert. Gleiches geschah mit 80 Bettgestellen und Nachtkästchen für das dortige Krankenhaus, einem VW-Bus, Rettungsspreizern und einer Motorpumpe für die Gogoliner Feuerwehr, einem Festzelt für 400 Personen, einer Kühlzelle für das Leichenhaus und mehreren Klassensätzen von Schulbüchern.

Nicht nur Vertriebene, auch viele Schongauer haben sich für die gut 12 000 Einwohner zählende Stadt in Polen interessiert. „Gogolin von 1989 ist mit dem Jahr 2016 nicht mehr vergleichbar“, sagte Braun und empfahl, „wenn sie Gogolin noch nicht kennen, fahren Sie hin.“ Falk Sluytermann sagte danach in Richtung Braun, „es erstaunt mich nicht, dass Sie Gogolins erster Ehrenbürger geworden sind“.

Gogolins Bürgermeister Joachim Wojtala erinnerte an den Beginn der Freundschaften 1990 und an die 20-jährige Verschwisterung mit der Stadt Schongau. „Vor 20 Jahren begann das Abenteuer mit dem gemeinsamen Abbau von Misstrauen.“ Die Partnerschaft mit der Stadt Schongau hätte im kommunalen, sportlichen, kulturellen Bereich und auch finanziell Vorteile gebracht. Viele Freundschaften seien dabei entstanden, die allesamt von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägt seien. „Gute Freunde kennt man in der Not.“

Eintrag ins goldene Buch

Wojtala bedankte sich bei allen, „die zum Aufbau von Gogolin beigetragen haben.“ Am Ende seiner Rede wollte Gogolins Bürgermeister es nicht versäumen, „Luitpold Braun für all das, was er für meine Stadt getan hat, von Herzen zu danken.“ Am Ende des Festaktes, den das Quintett der Stadtkapelle mit Leiter Marcus Graf musikalisch mit der „Fanfare und Chorus“ und Variationen aus „Bruder Jakob“ sowie zum Ausklang mit der Europahymne umrahmte, durfte sich Joachim Wojtala ins Goldene Buch der Stadt Schongau eintragen.

Walter Kindlmann

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