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Dieses Kuvert (links) ist am 25. Mai im Briefkasten der Adressaten gelandet. Doof, dass die Veranstaltung bereits zwei Tage vorher war. 

Jahresversammlung Faschingsgesellschaft Schongau

Post verschläft Sammelbrief-Zustellung

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Schongau - Wenn die Einladung erst zwei Tage nach der Veranstaltung im Briefkasten landet, ist das ein Problem. So passiert den Mitgliedern der Schongauer Faschingsgesellschaft. Weil die Post das Sammelbrief-Verfahren umgestellt hat?

Seit Jahren schon erhalten die Mitglieder der Faschingsgesellschaft Schongau die Einladung zur Jahreshauptversammlung per Post. Auch heuer haben 200 Mitglieder auf das im Kuvert verpackte DinA4-Blatt mit Veranstaltungstermin und Tagesordnungspunkten gewartet – vergeblich. Zwar ist der Brief angekommen, kurioserweise aber erst zwei Tage nach der Versammlung. Viel zu spät! „Wir haben die Briefe einen Tag nach dem Vatertag, also am 6. Mai, bei der Postfiliale abgegeben“, sagt Faschingspräsident Andreas Mock. Die Jahresversammlung war letztlich am 23. Mai. Angekommen ist das Einladungsschreiben bei den Mitgliedern allerdings erst am 25. Mai. Wie kann das sein?

Diese Frage stellte sich auch Mock. Von der Deutschen Post erfuhr er, dass am 1. Januar 2016 das sogenannte Sammelbriefverfahren von Info- auf Dialogpost umgestellt wurde. Ist das der Grund? „Nein“, sagt Dieter Nawrath, Pressesprecher der Deutschen Post. Es habe durch die Umstellung von Info- auf Dialogpost Änderungen gegeben, Grund für die verspätete Zustellung sei das aber keiner. Neu ist beispielsweise, dass Sammelbriefe von Dienstag bis Freitag abgegeben werden können und eine Woche darauf, wieder im Zeitraum von Dienstag bis Freitag, zugestellt werden.

Sammelbriefe werden eineinhalb Wochen nach Einsendung zugestellt - eigentlich!

Vor der Umstellung wurden die Sammelbriefe bereits innerhalb der nächsten vier Tage ausgefahren. Das ist ein kleiner Unterschied. Alles in allem aber landen die Briefe spätestens nach rund eineinhalb Wochen im Briefkasten. Warum im Fall Faschingsgesellschaft die Schreiben erst zweieinhalb Wochen nach Einsendung beim Adressat angekommen sind, kann sich Nawrath selbst nich erklären.

Irgendwo zwischen Schongau und Augsburg wurde von Seiten der Post geschlampt. „Die Briefe werden von der Postfiliale in Schongau nach Augsburg ins Briefzentrum gefahren und von dort an die Haushalte verteilt“, erklärt Nawrath. Innerhalb dieser Wege sind die Briefe wohl zu lange auf der Strecke geblieben. „Genau weiß ich es auch nicht, deshalb kann ich mich im Namen der Post nur herzlich bei den Betroffenen entschuldigen, in der Regel sollte das nicht vorkommen.“

Sammelbriefe sind wesentlich günstiger als Einzelbriefe

Grundsätzlich haben Sammelbriefe den Vorteil, dass sie im Vergleich zum Einzelbrief wesentlich günstiger sind. Ein normaler Brief bis 20 Gramm kostet 70 Cent. Ein Dialogbrief bis 20 Gramm nur 28 Cent. Anlässe für Dialogbriefe sind in der Regel inhaltsgleiche Rundschreiben wie zum Beispiel Veranstaltungseinladungen, Werbeflyer oder Spendenaufrufe, die in der Regel ab einer Stückzahl von 200 zugesandt werden.

Diese Vorgabe hat Andreas Mock eingehalten. „Deshalb bin ich über die verspätete Zustellung natürlich nicht erfreut.“ Zumal kein Haftanspruch besteht. „Das gibt es auch bei den gewöhnlichen Briefen nicht“, sagt Nasrath.

Einziger Trost aus Sicht der Narren: Die Jahreshauptversammlung war dank Mundpropaganda, Facebook und Hinweis in der Heimatzeitung trotzdem bestens besucht – auch ohne klassische Einladung per Post.

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