Der Sarg mit dem verstorbenen Josef Reßle wird von Stadtpfarrer Norbert Marxer der geweihten Erde übergeben. Fotos: Herold

Josef Reßle beerdigt: Seine Tracht hat er immer mit Stolz getragen

Schongau - Der Name Josef Reßle bleibt mit Schongau untrennbar verbunden. „Wir können es immer noch nicht glauben, dass der Josef nicht mehr unter uns ist“, waren sich die vielen Trauergäste einig.

Unter den Klängen der Stadtkapelle Schongau, die den „Trauermarsch zum ewigen Schlaf“ spielte, wurde der im Alter von 84 Jahren überraschend verstorbene „Edle von der Dornau“ auf dem Stadtfriedhof in Schongau zu Grabe getragen. Eine so große Beerdigung hat es in Schongau schon lange nicht mehr gegeben.

„Beim Inthroball erfreute sich der Josef noch bester Gesundheit“, berichtete Siegfried Müller, Präsident der Schongauer Faschingsgesellschaft, in seinem Nachruf auf Josef Reßle, der auch bei Faschingsveranstaltungen immer gerne gesehen war.

Zuvor hatte Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl in der vollbesetzten Stadtpfarrkirche noch einmal das Wirken von Josef Reßle, der weit über Schongau hinaus bekannt war, gewürdigt. Vor allem sein langjähriges Engagement im Stadtrat und für den Wiederaufbau der Dornauer Kapelle („seine ganze Leidenschaft“) wurden hervorgehoben.

Auch für den Trachtenverein „Schloßbergler“ Schongau ist das Ableben Reßles ein schwerer Verlust. „In November ist er noch für seine 60-jährige Mitgliedschaft geehrt worden“, rief Trachtenvorstand Markus Wölfle vor der versammelten Trauergemeinde in Erinnung. Und weiter: „Der Josef hat seine Tracht immer mit Stolz getragen“, stellte Wölfle fest und würdigte zugleich dessen langjähriges Engagement in der Vorstandschaft des Trachtenvereins.

„Wenn ihm etwas wichtig war, dann packte er es auch an“, sagte Schongaus CSU-Vorsitzender Michael Eberle über Josef Reßle, der 40 Jahre lang der CSU und 24 Jahre dem Schongauer Stadtrat angehörte, ebenso dem Kreistag. Kleinkariertheit war ihm fremd. „Er war immer menschlich“, erklärte Eberle, der sich vom Tod Reßles tief betroffen zeigte.

Für die Molkereigenossenschaft und Jagdgenossenschaft Schongau würdigte Michael Bader das Wirken Reßles. Er habe der Genossenschaft seinen Stempel aufgedrückt, und für seine Verdienste sei er zum Ehrenvorstand ernannt worden.

Bewegende Worte sprach auch Stadtpfarrer Karl Rottach von Verklärung Christi, der zusammen mit Stadtpfarrer Norbert Marxer (Mariae Himmelfahrt) den Trauergottesdienst zelebrierte. In seiner Predigt hielt Rottach den eisernen Schlüssel zur Tür der Dornauer Kapelle in der Hand. Für dieses Gotteshaus hatte sich Josef Reßle so stark eingesetzt.

Bewegend auch das „Ave Maria“, das Rosi Drainas-Haseitl zum Ende des Trauergottesdienstes anstimmte.

„Lieber Josef, ruhe in Frieden“, so Trachtenvorstand Markus Wölfle stellvertretend für die ganze Trauergemeinde. mg

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