Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt
+
Ulrich Notz aus Schongau präsentiert einen Ventilwärmer fürs Waldhorn.

"Jugend forscht" und "Schüler experimentieren"

Von Ventilwärmer bis Super-Drohne

  • schließen

Schongau - Für Neujahrsanbläser, sichere Drohnen-Flüge und kraftsparendes Reifenwechseln: Die Jungs und Mädels haben auch für die zwölfte Auflage des Regionalentscheids Voralpenland bei „Jugend forscht“ und „Schüler experimentiert“ ihren erfinderischen Geist gewaltig walten lassen.

Ulrich Notz aus Schongau ist leidenschaftlicher Waldhornspieler. Seit der dritten Klasse widmet er sich dem weich-dunkel klingenden Blechblasinstrument. Die gängigen Märsche beherrscht er inzwischen im Schlaf. Ein Problem aber macht ihm alle Jahre wieder zu schaffen: Eingefrorene Ventile – speziell beim Neujahranblasen. „Dann heißt es Töne singen statt spielen“, sagt der 18-Jährige, der in diesem Moment über beide Ohren grinsen muss. Der Grund seiner Begeisterung: Ein mit Akku betriebener Ventilwärmer für sein Waldhorn. Von ihm erfunden und gebaut.

Das verkabelte Kunststoffgehäuse sorgt dafür, dass das Kondenswasser, das bei Bläsern bekanntlich zu Hauf entsteht, selbst bei Minusgraden nicht gefriert. „Man erreicht damit eine Temperatur von bis zu 25 Grad.“ Sollte sich Notz’ praktische Erfindung tatsächlich durchsetzen, müssen seine Blechblaskameraden der Stadtkapelle Schongau in Zukunft keinen einzigen Marsch mehr singen.

Flexibler Wagenheber mit Knopfdruck

Die Idee eines Ventilwärmers hatte Notz schon länger. Nur bislang keine Zeit. Letztlich ist es seinem Arbeitgeber Hoerbiger geschuldet, dass er seine Idee umsetzen konnte. Notz absolviert dort ein duales Studium in der Kombination Industriemechaniker/Maschinenbauingenieur. Für „Jugend forscht“ hat ihn sein Arbeitgeber finanziell unterstützt und Arbeitszeit zur Verfügung gestellt.

Noch viel zu jung für Ausbildung oder gar Studium ist David Wintersberger aus Altenstadt. Wenngleich sein erfinderischer Geist so gar nicht seinem zarten Alter entspricht. Der erst 13-jährige Realschüler ist schon zum zweiten Mal bei „Schüler experimentiert“ dabei. Heuer mit einer technischen Errungenschaft, die jeder gut gebrauchen könnte. Ein flexibler und sicherer Wagenheber. „Letztes Jahr beim Spazierengehen habe ich gesehen, wie ein Auto vom ADAC aus einem Schneeloch befreit worden ist.“ Und das gefiel dem kleinen Wintersberger so gar nicht, weil es sehr aufwändig und noch dazu mit 100 Euro recht teuer war.

"Jugend forscht": Von Ventilwärmer bis Super-Drohne - Bilder

Als er kurze Zeit darauf seinem Vater beim Reifenwechseln half, kam ihm endgültig die zündende Idee: Ein „sichere Wagenheber“, der ganz simpel per Knopfdruck bedient wird. Das hat gleich mehrere Vorteile: Es erleichtert die Arbeit im Vergleich zum manuellen Wagenheber, der von Hand nach oben gepumpt werden muss. Er hilft beim Reifenwechseln genauso wie beim Verhocken. Man spart sich diesen teuren Pannenservice. Und es geht wesentlicher schneller, sauberer und unkomplizierter.

Drohne mit kugelförmigen Gehäuse

Genau darum geht’s beim Bewerb „Jugend forscht“ und „Schüler experimentierten“. Bekannte Dinge optimieren oder neue Dinge erfinden, die das Leben verbessern und erleichtern. Insgesamt 107 Teilnehmer haben ihre Werke in den Kategorien Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Mathematik, Physik oder Technik einer bunt zusammengewürfelten Jury präsentiert.

Unter anderem auch Kilian Müller (18), Benjamin Bestler (17) und Jonas Strauch (18) vom Allgäu-Gymnasium in Kempten. Die jungen Burschen ahnten schon vor einem Jahr, welch große Gefahr von immer häufiger umherschwirrenden Drohnen ausgeht. „Der Vorfall mit Marcel Hirscher hat unsere Idee natürlich bekräftigt“, sind sie sich alle drei – und sichtlich stolz – einig.

Wer sich nicht erinnert: Bei einem Weltcupslalom in Madonna di Campiglio ist eine Kamera-Drohne unmittelbar hinter Ösi-Star Hirscher auf die Piste gekracht. „Die Ursache für den Absturz war ein blockierter Rotor“, sagt Müller, der mit seinen Klassenkameraden nun eine Drohne entwickelte, deren Rotorblätter nicht mehr frei in der Luft, sondern in einem runden Gehäuse aus Styropor verbaut und somit vor äußeren Einwirkungen geschützt sind.

Wenngleich die „Spheredrone“, so nennen die Allgäuer ihr Jugend-Forscht-Projekt, das jedoch nicht wirklich zum Skirennen-Filmen, sondern vielmehr zum Spähen gedacht ist. Zum Beispiel bei Katastrophen wie Großbränden, um mögliche Brandopfer im Gebäude ausfindig zu machen. „Das ist logischerweise mit Styropor zwar nicht möglich“, betont Strauch wohlwissend. Aber das gleiche Modell mit einem Carbongehäuse könnte dafür durchaus geeignet sein.

Johannes Schelle

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bundeswehr-Fallschirmspringer landet in 20-Meter-Buche
Bei einem Fallschirmspringer-Lehrgang am Ausbildungsstützpunkt Luftlande-/Lufttransport in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne Altenstadt hat ein Teilnehmer beim Landeanflug …
Bundeswehr-Fallschirmspringer landet in 20-Meter-Buche
Erst war es eine Schnapsidee - und jetzt kommt SIE nach Altenstadt
Seit Herbst 2015 sind sie am planen, seit dem vergangenen Freitag am Zeltaufbauen, heute folgte Bühne, Technik und Bar – die Altenstadter Landjugend mobilisiert gerade …
Erst war es eine Schnapsidee - und jetzt kommt SIE nach Altenstadt
Zwei Rathäuser in Peiting
Vor Monaten hat die Gemeinde Peiting das Raiffeisenbank-Gebäude am Rathausplatz gekauft. Nun ist klar, wie die Räumlichkeiten genutzt werden sollen. Kurios: Es soll zwei …
Zwei Rathäuser in Peiting
Rebell, Kämpfer und Provokateur
„C´est la vie“ nennt der Künstler Hubert Pfeffer seine Ausstellung, die vom 1. bis zum 30. Juli im Stadtmuseum Schongau zu sehen ist. Pfeffer hat über das Leben und …
Rebell, Kämpfer und Provokateur

Kommentare