Mädchen klaut Papas Autoschlüssel und unternimmt Spritztour mit Cousin (7) - es geht böse aus

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Über die Situation von jugendlichen Asylsuchenden im Landkreis informierten Jürgen Wachtler (Amtsleiter Jugend und Familie, LRA Weilheim-Schongau, links) und Pfarrer Jost Hermann (Apostelkirche Weilheim, rechts). foto: fröhlich

52 Jugendliche auf Asylsuche

Schongau - Das Thema Asylsuche macht auch vor dem Kreisjugendring nicht halt. Bei der Frühjahrsvollversammlung ging's um die Situation jugendlicher Flüchtlinge.

„Wir profitieren von der Globalisierung. Das andere hierherkommen, ist da selbstverständlich“, so Pfarrer Jost Hermann, der die Arbeit des Unterstützerkreises Asyl im Landkreis koordiniert.

520 Asylsuchende sind bislang im Landkreis untergebracht, davon sind 75 Prozent zwischen 18 und 27 Jahre alt. Am größten ist der prozentuelle Anteil an Flüchtlingen in Wildsteig. Warum meist nur Männer kommen, erklärte Hermmann damit, dass die Flucht für Frauen gefährlich sei. Sie würden oft vergewaltigt. Bislang ist es im Landkreis nur zwei Syrern gelungen, ihre Familie nachzuholen. „Die Flüchtlinge kommen, wenn sie vom Staat verfolgt werden oder wenn der Staat sie nicht schützen kann“, so Hermann.

Die Chancen auf Anerkennung sind derzeit bei Syrern mit 98 Prozent am höchsten. Kein einziger Flüchtling im Landkreis hatte bisher ein Verfahren, die Wartezeit beträgt rund zwei Jahre, aufgrund der Dringlichkeit werden ausschließlich syrische und südosteuropäische Anträge bearbeitet.

Die Flüchtlinge müssen in der Unterkunft wohnen, die ihnen das Landratsamt zuteilt. Arbeiten dürfen Flüchtlinge nur, wenn es niemanden anderen gibt, der diese Arbeit machen will. Bislang wurden nur Küchenhilfen oder Putzstellen auf 450 Euro-Basis vermittelt. Gemeinnützige Vereine und Kirchen können Flüchtlinge unterstützen, indem sie Ein-Euro-Jobs schaffen. Der Landkreis übernimmt den Stundenlohn von einem Euro. Da die größte Herausforderung für Asylsuchende die Langeweile ist, sind viele froh, wenn sie eine Beschäftigung haben. 80 Euro dürfen zu der Unterstützung von 140 Euro dazuverdient werden.

Probleme mit Straffälligkeit oder Delinquenz bei Flüchtlingen gibt es im Landkreis bisher nicht, der Anteil der Alkoholkonsumenten ist geringer als bei Deutschen, da 80 Prozent Moslems sind, die fast gar nicht trinken. Missverständnisse habe es aufgrund der kulturellen Unterschiede bezüglich Frauen schon gegeben, deshalb sind Caritas und Unterstützerkreise bemüht, dahingehend aufzuklären. Der BRSV-Landesverband zahlt Flüchtlingen die Versicherung und Mitgliedsbeiträge in Vereinen. Da die meisten Fußball spielen möchten, sei es aber schwierig, alle unterzubringen.

An Spenden benötigt werden vor allem Fahrräder, Handys und Fernseher. Besonders Handys sind gefragt, da diese die einzige Möglichkeit sind, mit Familienmitgliedern Kontakt zu halten. Einige Asylsuchende haben allerdings ungünstige Verträge abgeschlossen, da sie die Folgen nocht überblicken können.

Jürgen Wachtler konnte vermelden, dass es im Landkreis 300 Unterkünfte mit sozialpädagogischer Betreuung für Minderjährige gibt, die alle belegt sind. Da Weilheim-Schongau aber abseits von großen Flüchtlingsrouten liegt, wurden im letzten Jahr nur zwei Buben in Obhut genommen.

Durch zentrale Verteilung befinden sich aktuell 52 minderjährige Flüchtlinge im Landkreis, weitere 30 werden erwartet. Nicht jeder will beschult werden, trotzdem könnte die Berufsschule acht statt der vorhandenen vier Klassen füllen. Allerdings mangelt es hierfür an Lehrkräften.

Ursula Fröhlich

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