Ab Juni: Badeinsel-Spaß am Lido

Schongau - Lange hat es gedauert, doch jetzt sollen endlich Steg und Badeinsel am Schongauer Lido kommen. Und zwar pünktlich zum Start der Badesaison im Juni.

Als im März 2013 der Stadtrats-Beschluss gefallen war, den Schongauer Lido aufzuwerten und eventuell eine Badeinsel und einen Steg zu bauen, war klar, dass die Genehmigung nicht einfach wird. Das wurde im folgenden August deutlich, als die vielen Hürden deutlich geworden waren: Weil der Lechsee ein Fließgewässer ist und gleichzeitig ein Stausee mit Schwellbetrieb, waren unzählige Genehmigungen einzuholen. „Eon, Feuerwehr, Wasserwacht, Fischer und natürlich der Naturschutz mussten unter anderem beteiligt werden“, zählte Walter Frömmrich von den Schongauer Stadtwerken auf. Und dann kam vergangenes Jahr der spät verabschiedete Haushalt dazwischen. Man hätte erst im Spätsommer anfangen können, das hätte keinen Sinn gemacht.

So musste die Verwaltung keinen Druck bei den Genehmigungen machen und konnte das komplizierte Verfahren in Ruhe abwarten. „Im Februar haben wir den Bescheid bekommen“, sagte Frömmrich in der Stadtratssitzung, wo er das Vorhaben noch einmal vorstellte und sich einen endgültigen Beschluss abholen wollte.

Demnach soll der zwei Meter breite Steg aus Kunststoff-Elementen unweit des Bootshauses, auf Höhe der Toilettenanlage, zehn Meter weit in den Lechsee ragen und am Ende mit einer 6x2 Meter großen Plattform abschließen. Und rund 50 Meter weit im See soll eine 5x5 Meter große Badeinsel, ebenfalls aus diesen Elementen und beliebig erweiterbar, für Attraktion sorgen. Wie kompliziert die Genehmigungen waren, zeigt die Tatsache, dass die Stadt die Insel ständig hätte überwachen sollen. „Das wäre unerfüllbar gewesen“, so Frömmrich - erst am Tag vor der Sitzung ist diese Auflage weggefallen.

Barbara Karg (SPD) hält die Pläne für eine „Aufwertung des Lido“, auch im Plantsch werde das befürwortet - „ich habe mit Herrn Kosian gesprochen, das ist keine Konkurrenz“. Kornelia Funke (CSU) war ebenfalls begeistert und hätte gerne noch zusätzlich Spielgeräte und einen Sandkasten für die Kleinen gesehen. Da bremste Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) aber: „Auch dafür bräuchten wir eine Genehmigung, weil die Fläche dem Freistaat gehört. das würde ich nicht in den Beschluss mit reinnehmen.“

Auf Funkes Frage, wie Steg und Plattform befestigt werden, hatte Frömmrich Antworten parat. Demnach werde der Steg nur an einen massiven Betonklotz fixiert und ragt ansonsten freischwebend ins Wasser, was wegen der unterschiedlichen Wasserhöhen wichtig ist. Und die Insel wird mit zwei Moorankern im Boden fixiert und mit Ketten und Stahlseilen gesichert. „Das hält mehrere Tonnen aus“, so Frömmrich, der auch gute Nachrichten bei den Kosten parat hatte: Statt eingeplanter 48 000 Euro werden Steg und Insel nur 33 000 Euro kosten. „Unter anderem weil die Elemente wegen des Ölpreises billiger geworden sind“, erklärte Frömmrich.

Könnte man dann vielleicht noch die maroden Toilettenanlagen herrichten?, wollte karg wissen. Leider nein, so Sebastian Dietrich vom Bauamt. Das undichte Dach sei notdürftig repariert worden, „aber für die mittelfristig notwendig0 Sanierung sind 25 000 bis 35 000 Euro veranschlagt, da reicht das nicht aus.“

Bettina Buresch (ALS) hätte lieber eine Holzplattform gehabt, doch das komme wegen der hohen Kosten nicht in Frage, so Frömmrich. Für den Auf- und Abbau - im Winter muss die Plattform aus dem Wasser - hat die Stadt Hilfe bekommen: „Das macht die Wasserwacht, das steht so auch im wasserrechtlichen Bescheid drin“, so Frömmrich. Damit steht dem Aufbau nichts mehr entgegen - im Juni, pünktlich zur Freibadesaison, soll alles fertig sein.

Boris Forstner

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