Mimik, Gestik und jede Menge Gags: Großartiges Kabarett präsentierte Stephan Zinner im Eulenspiegel. Foto: ms

Kabarett im Eulenspiegel: Stephan Zinner kann mehr als nur Söder-Double

Schongau - Dass Stephan Zinner weitaus mehr kann, als nur beim Nockherberg in München den Politiker Markus Söder zu imitieren, hat er jetzt eindrucksvoll in Schongau bewiesen.

Dass Stephan Zinner weitaus mehr kann, als nur beim Nockherberg in München den Politiker Markus Söder zu imitieren, hat er jetzt eindrucksvoll mit seinem Kabarettprogramm „Der Fluch des Pharao“ unter Beweis gestellt. Auf Einladung des Schalander-Teams präsentierte er in der Musikkneipe Eulenspiegel in Schongau eine großartige Bühnenshow, bei der kein Auge trocken bleib.

Bei seinem Auftritt jagt eine Pointe die nächste - und das Publikum lacht sich oft halb tot über die unzähligen Gags, die Zinner schauspielerisch gekonnt in Szene setzt. Ob Kinderfasching mit rosa Prinzessinnen, Christbaumtransport oder Föhnen im Badezimmer: Der als Söder-Darsteller bekannte Schauspieler versteht es, aus ganz alltäglichen Szenen eine peppige, irrwitzige Show zu inszenieren.

In schillernden Farben erzählt er von der Mumie, die sich bei der Karnevalsfeier auf dem Klo versteckt und dabei versehentlich „abgerollt“ wird, mokiert sich über „Dia-Terroristen“ und über tratschsüchtige Frauen, die beim Handy-Telefonieren an der Kuchentheke lautstark ihre Sexgeheimnisse ausplaudern. Und er stellt am Ende fest, dass „der Soja eine bessere Lobbyarbeit hat als der Pressack“.

Und dabei schafft er es auch noch, die Vorstellungskraft seines Publikums auf einzigartige Weise anzuregen: Da bedarf es manchmal nur eines einzigen Stichworts - wie etwa dem „Kinder-Schoko-Nieser“, den man rechtzeitig erahnen muss - um ihm mit gekonnten Verrenkungen noch rechtzeitig irgendwie ausweichen zu können. Köstlich amüsieren sich die Zuhörer auch, als Zinner von seinem Sauna-Besuch erzählt, bei dem er eigentlich auf eine 20-jährige lettische Sportstudentin hoffte, aber stattdessen der „Geriatrie-Ausflug aus Germering“ daher kam: Statt knackigen Frauenkörpern hätten sich „antike Weltwunder“ in Gestalt der „Hängenden Gärten der Semiramis“ vor ihm aufgebaut.

Auch an seiner Verwandtschaft lässt Zinner kein gutes Haar: Sei es die „Botox-Helga“, die aussieht wie „Putzerfische mit High-Heels“, oder der Großcousin Frederick, dessen „Lebenskurzzeitgefährtin“ beim Grillen das Halsgrat mit fair-getradetem Fisch verwechselt. Und dann wäre da noch sein Onkel Karl, bei dessen „Ausschüttung“ (gemeint ist die Beisetzung seiner Asche, die Zinner dem Publikum in einer Lavazza-Espresso-Dose präsentiert) eine peruanische Panflötengruppe „Knockin’ on Heaven’s Door“ spielt.

Einfach köstlich ist sein Besuch beim Paar-Yoga, wo er im Bayern-Trikot und mit kurzen Hosen die „Tote Ente“ mimt - und letztendlich zu dem Schluss kommt, dass es letztere bei ihm nur noch beim Chinesen geben wird, aber sicherlich nicht mehr im Yoga-Tempel.

Mit einem „Sicherheitsexorzismus“ zur Pharaonenfluch-Austreibung, den er zur Melodie von „Walk like an Egyptian“ vornimmt, setzt Stephan Zinner seiner großartigen Kabarett-Show dann noch die Krone auf, bevor er nach mehreren Zugaben und überschwänglichem Applaus die Bühne verlässt.

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