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Kabarett im Schongauer Brauhaus: "Männer sind nie beschwipst"

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Ein Temperamentsbündel: Martina Brandl bei ihrem Auftritt im Schongauer Brauhaus. Foto: wk
Ein Temperamentsbündel: Martina Brandl bei ihrem Auftritt im Schongauer Brauhaus. Foto: wk

Schongau - Für ihr Kabarett-Programm "Jedes zehnte Getränk ist gratis" hat Martina Brandl im Schongauer Brauhaus viel Applaus bekommen.

Übermäßiger Genuss von Alkohol ist verboten. So jedenfalls stehe es in der Hausordnung der Bahn AG. Im Umkehrschluss bedeute dies also, man könne trinken, was und so viel man will, nur, man darf es halt nicht genießen: Knappe zwei Stunden begeisterte Martina Brandl singend und komisch unterhaltend beim Kabarett im Schongauer Brauhaus mit ihrem neuesten Experiment „Jedes zehnte Getränk ist gratis“.

Red Bull, Piccolo, Apfelschorle und vier Weißbier, Tomatensaft, Milch und Schnaps. „Brech ich das Experiment ab oder mach ich weiter“, fragt die Kabarettistin aus Geislingen an der Steige. Schwingt sich auf den Hocker und singt: „Es ist spät, ich glaub nicht, dass noch was geht.“

Martina Brandl hat in verschiedenen Musicals und Revuen gesungen und sie ist die Stimme von Angela Merkel in der Radio-Comedy Mad Merkel „Die Queen von Berlin“. „Wir wissen, dass Sex überbewertet wird“, sagt sie und lässt dabei ihre Mundwinkel hängen. Trinken sei übrigens wie Sex. Anfangs ekelig, „aber wenn man sich daran gewöhnt hat, macht es Spaß.“

Ekelhaft sei auch eine trinkende Frau. Aber es gebe Schlimmeres: Zwei oder drei trinkende Frauen. Beim Genuss von Alkohol würden sich übrigens Frauen und Männer unterscheiden. Frauen sagen nach dem ersten Glas Sekt „Oh, ich bin beschwipst“. Männer hingegen seien nie beschwipst. „Wenn ein Mann voll ist, stellt er es nicht zur Diskussion.“ Beim Trinken gehe es übrigens nicht darum, sich von Hitler abzugrenzen, sondern vom Alkohol.

Martina Brandl, gelernte Wirtschaftskorrespondentin, auf der Bühne seit 1992, gibt Frauen den Rat, ab einem gewissen Alter nicht mehr mit Unerfahrenheit zu kokettieren. Die Kabarettistin versprach, deutlich zu sprechen, schwäbisch allerdings erst nach dem vierten Trollinger, und kündigt den nicht verdutzten Besuchern an: „Ich duze Euch.“ Alle hier seien doch in einem Alter, wo man sich freut, wenn man geduzt werde.

Und Brandl erwähnt ihren Mann, den gebürtigen Berliner, der immer so kluge Sachen sagt. Er sage nicht, „Deine Beine sind schwabbelig, nein, er sagt, Deine Beine sind beweglich.“

Martina Brandl, seit 2007 wieder in ihrem Heimatort Geislingen, fragte in ihrem Schlusswort in Richtung der 24 Besucher: „Wisst Ihr, was das Schönste ist im Schwabenland?“ Die Antwort gab sie selber: „Man ist so schnell in Österreich.“

Applaus gab es reichlich für das schwäbische Temperamentsbündel. wk

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