+
Aufmerksame Besucher lauschten beim Neujahrsempfang im St Michael-Saal der Altenstadter Kaserne den Reden.

Erstmals zwei Gastgeber

Kaserne Altenstadt: Alles neu beim Neujahrsempfang

Altenstadt - Doppeltes Händeschütteln war für die Besucher des Neujahrsempfangs in der Altenstadter Kaserne angesagt: Erstmals wurde der traditionsreiche Jahresauftakt von beiden Dienststellen ausgerichtet. Das war aber nicht die einzige Neuigkeit.

Das Defilée machte zuerst Station bei Kommandeur Roland Pietzsch – und das war gleich die erste Neuerung. Denn das Feldwebel-/Unteroffizieranwärter-Bataillon, das seit mehr als zwei Jahren in Altenstadt stationiert ist und von Pietzsch geleitet wird, war bisher noch nie beim Neujahrsempfang in der Kaserne dabei. „Wir wollen ganz bewusst auf den engen Schulterschluss hinweisen, ohne den in Zeiten knapper Ressourcen ein gemeinsames Arbeiten und Leben nicht mehr zeitgemäß wäre“, sagte Christian Schoebel, bis Dezember letzter Kommandeur der Luftlande-/Lufttransportschule und jetzt Leiter des neuen Ausbildungsstützpunkts Luftlande/Lufttransport. Und Schoebel musste sich – nächste Neuerung – zur Begrüßung der Gäste hinter Pietzsch einreihen, weil der einige Monate vorher seinen Posten als Kommandeur angetreten hat und deshalb Standortältester ist. Das erste Mal, dass dieser Posten nicht in der Hand der Fallschirmjäger ist. „Für den Standortältesten gibt es keine Ausbildungsgang, deshalb ist das für mich ein lagebezogener Lernprozess“, scherzte Pietzsch.

Konkurrenzdenken ist den beiden Chefs fremd, und Schoebel sah es pragmatisch: „Da kann ich meine Begrüßung abkürzen, weil Kollege Pietzsch die namentliche Nennung übernommen hat“, sagte er schmunzelnd. Und Pietzsch durfte als Startredner zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Militär begrüßen – das zeitaufwendige Verfahren wolle er nicht vermeiden, weil er unter anderem die Bedeutung der Partner und Förderer der Garnison herausstellen wolle.

Gekommen waren neben Landrätin Andrea Jochner-Weiß und zahlreichen Bürgermeistern der Region auch die Landtagsabgeordneten Harald Kühn (CSU) sowie Peter-Paul Gantzer und Paul Wengert (beide SPD) – letzterer zum ersten Mal in Altenstadt, weil ein Teil des Bataillons noch in Füssen stationiert ist. Diese zweite Kompanie soll am 1. Juli endgültig nach Altenstadt verlegt werden, dann ist das Bataillon endlich komplett. „Zum Abschluss der Verlegung wird es eine öffentliche Vereidigung in Altenstadt am 18. August voraussichtlich mit Bundeminister Alexander Dobrindt geben“, sagte Pietzsch.

Bilder: Neujahrsempfang 2016 in der Kaserne Altenstadt

Auf ein „herausforderndes und spannendes Jahr“ stellt sich auch Schoebel ein. Man müsse mit neuem Namen, neuer Struktur und spürbar verringertem Personal die Ausbildung im Fallschirmsprung und Lufttransport sicherstellen, Schwachstellen aufdecken und den daraus folgenden Optimierungsbedarf deutlich aufzeigen. Die multinationale Kooperation werde zunehmen – erstmals werde dieses Jahr ein Ausbilderteam nach Pau geschickt, um sich bis Anfang 2017 nach französischen Richtlinien als vollwertig integrierte Fallschirm-Ausbilder qualifizieren zu lassen. Auch mit den Niederlanden und Israel werde die Integration verstärkt.

Schließlich gab es noch einen Blumenstrauß für die „überaus geschätzte und wertvolle Vorzimmerdame“ Mariella Ose, die als „Gesicht und Stimme“ der LL/LTS wahrgenommen und von der Ehrung sichtlich überrascht wurde. Sie wäre gerne geblieben, geht aber zu den Gebirgsjägern nach Bad Reichenhall – auch ihr Posten ist weggefallen. Wie auch das Medienzentrum, weshalb es auch nicht wie gewohnt einen Rückblick des vergangenen Jahrs in Fotos und Filmen gab. Dafür wurde Eintopf aufgetischt – zumindest das war nicht neu.

Boris Forstner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Beim Überholen: Rollerfahrer schwer verletzt
Weil er bei einem Überholmanöver einen entgegenkommenden Wagen übersehen hatte, wurde am Sonntagabend ein Rollerfahrer (43) bei Bernbeuren schwer verletzt.
Beim Überholen: Rollerfahrer schwer verletzt
Genau so muss Jazz sein
Ganz schlicht „Elwood & Reßle“ nennt sich das Duo, nach ihren Namen Natalie Elwood und Josef Reßle, aber alles andere als schlicht erwies sich die Darbietung der beiden …
Genau so muss Jazz sein
Garten als Spiegelbild und Paradies
Es grünt so grün. Auf großes Interesse stieß jetzt der Aktionstag des Netzwerks Gartenwinkel-Pfaffenwinkel. Gartenbegeisterte aus der Region öffneten ihre Gartentüren, …
Garten als Spiegelbild und Paradies
Einfacher Bus fahren im Mittelzentrum
Abgesehen von Schülerbeförderung und Dauerkarteninhabern wird der öffentliche Nahverkehr zwischen Schongau, Peiting und Altenstadt extrem wenig genutzt. Die drei Orte …
Einfacher Bus fahren im Mittelzentrum

Kommentare