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Wird in Apfeldorf gerast oder nicht? Die Zahlen des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit sprechen dagegen.

Bericht der Verkehrsüberwachung

Kaum Raser in Apfeldorf

Apfeldorf - Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland (KVS) nutzte einen Besuch bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Apfeldorf, um für den Verband zu werben. Und wahrscheinlich auch für eine Verbleib Apfeldorfs darin – denn die bisherigen Messergebnisse stellen die Notwendigkeit für eine dauerhafte Mitgliedschaft in Frage.

Nicht einmal zwei Prozent Geschwindigkeitsüberschreitungen konnten die Blitzer des KVS in der Lechgemeinde seit September 2015 vermelden – warum also noch im Zweckverband bleiben?

Die Überzeugungsarbeit im Apfeldorfer Gemeinderat sah so aus: Transparent, konkurrenzlos günstig und für die Mitglieder in hohem Maße zufriedenstellend: mit diesen Attributen beschrieben der KVS-Geschäftsführer Michael Braun und Außendienstleiter Thorsten Preßler ihren Zweckverband, unterlegt mit einer beeindruckenden Präsentation und stichhaltigen Zahlen. „Der Vorwurf der ‚Abzocke’ ist gegenstandslos“, betonte Braun. Damit hatte der Mann aus Bad Tölz sicherlich recht, denn 62 Prozent der Mitgliedskommunen gaben dem KVS in einer Umfrage die Note 1, 38 Prozent die Note 2. Nur: Ob Apfeldorf diese Dienstleistung tatsächlich benötigt, steht auf einem anderen Blatt.

Konkrete Zahlen:

„Die Beanstandungsquote lag bei zwei Prozent, egal zu welcher Uhrzeit“, sagte Preßler. Genauer gesagt: 1,94 Prozent der Kraftfahrer die zulässige Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometer im Ort während der neun Messungen. Konkret waren das zwei Fahrzeuglenker, die zwischen 21 und 25 km/h zu schnell waren. 47 hatten zwischen sechs und zehn km/h zuviel auf dem Tacho, 12 zwischen 11 und 15 km/h und zwei zwischen sechs und zehn. Fünf Fahrer konnten nicht identifiziert werden. Nicht wirklich viel für einen Zeitraum von über fünf Monaten. Denn die Durchschnittsquote liegt laut Preßler in den Mitgliedskommunen bei acht Prozent. Aber: Man brauche etwa ein Jahr, so Geschäftsführer Braun, „um Schlüsse zu ziehen. Und er warnte: „Ich kann Ihnen jedoch keine Gewinne versprechen.“

Davon kann bislang auch keine Rede sein. Selbst wenn die Bußgelder direkt ins Gemeindesäckel fließen, ist der Blitzdienst nicht kostenlos zu haben. Allein im September standen rund 1000 Euro Kosten einem Plus von 190 Euro gegenüber, im vierten Quartal musste Apfeldorf etwa 1300 Euro drauf legen. Endgültige Zahlen für den Jahresanfang 2016 liegen erst zum Quartalsende vor.

Die entscheidende Frage lautet: Wird in Apfeldorf gerast oder nicht? Die abschüssige Strecke aus Rott lädt – so der subjektive Eindruck mancher Anwohner – dazu ein. Braun verwies auf den offenen Straßenverlauf hin: „Es gibt in Apfeldorf keine Stelle, wo unsere Messfahrzeuge nicht gesehen werden.“ In Richtung Kinsau mache eine Messung wenig Sinn, da die scharfe Kurve im Ortskern recht bald zum Abbremsen zwingt – und 200 Meter Entfernung bis zum Ortsschild müssen die Blitzer einhalten. Und leider gibt es an der Staatsstraße wenig Ausnahmemöglichkeiten dafür, wie etwa eine Schule oder ein Altenheim. Eine Problematik, die Gemeinderätin Renate Riedle spontan mit einem Angebot zu beheben suchte: „Dann stellen Sie sich einfach 50 Meter in meinen Hof rein.“ Mit Humor sah Bürgermeister Georg Epple das Teilstück Richtung Kinsau eventuell doch geeignet: „Dann müssen wir halt eine Ortserweiterung machen.“

Topo-Gerät Ja oder Nein?

Braun vom KVS warb um die Apfeldorfer, blieb jedoch in seinem Angebot ehrlich: „Wir gehen nur dorthin, wo es notwendig ist. Wenn nichts los ist, gehen wir auch wieder.“ Er wies auf die Möglichkeit eines sogenannten Topo-Geräts hin, das – wie die Anzeigegeräte – die Geschwindigkeit misst, aber den fließenden Verkehr dauerhaft zählt. So könne man unauffällig einen Eindruck über die tatsächliche Geschwindigkeit auf Dauer erhalten. Für 30 Euro Leihgebühr pro Tag wäre dies zu haben. Ein Angebot, über das sich der Apfeldorfer Gemeinderat noch beraten möchte.

Klaus Mergel

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