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Der Tatort: Hier hat der Täter die Eisenteile in die Hackschnitzel untergemischt – wohl um der Gemeinde zu schaden.

Sabotage an der Kinsauer Heizungsanlage

Eisenstücke legen Kinsauer Hackschnitzelheizung lahm

Kinsau - Ein Unbekannter sabotiert seit Monaten die gemeindeeigene Heizungsanlage in Kinsau: Mehrmals wurden Eisenteile unter die Hackschnitzel gemischt – wahrscheinlich vorsätzlich, um Schaden anzurichten. Die Polizei ermittelt und sucht nach Zeugen und Hinweisen aus der Bevölkerung.

Für Hans Resch war es ein reiner Routinegang zur örtlichen Mehrzweckhalle. Der Inhaber des Kinsauer Dorfladens betreibt auch einen Cateringservice und hatte für den 25. Oktober nachmittags einen Leichenschmaus im Terminkalender: Da wollte er am Vormittag noch nach dem Rechten schauen.

Doch bei der Halle traf Resch auf den Gemeindearbeiter Alexander Paul, der eine schlechte Nachrichte für ihn hatte: „Die Heizung steht.“ Und wie sich später herausstellte: Es hatte jemand nachgeholfen. Mit Eisenteilen.

Gemeindearbeiter Paul sah die Objekte nicht zum ersten Mal. Denn eine seiner Aufgaben ist es, in regelmäßigen Abständen die Asche der Heizungsanlage zu entleeren. Anfang September hatte er dabei bereits zwei Eisenstücke gefunden: aus Baustahl, etwa 20 Zentimeter lang und sauber mit dem Bolzenschneider abgezwickt. Und nun, Ende Oktober, tauchten dieselben Stücke erneut in der Heizung auf.

Dieses Mal hatte eines die Spindel der Ascheförderung blockiert – die Heizung schaltete sich aus Sicherheitsgründen automatisch ab. „Unser Gemeindearbeiter war mit einem Helfer vier Stunden lang beschäftigt, die Anlage wieder instandzusetzen“, sagt Kinsaus Bürgermeister Marco Dollinger trocken.

Damit aber nicht genug: Am vergangenen Montag kamen in den Hackschnitzeln wieder Eisenteile zum Vorschein. Baustahl, etwa 20 Zentimeter lang und mit dem selben Abtrennmuster. Für Bürgermeister Dollinger war das Maß voll und er verständigte die Polizei. Die Beamten der Polizeiinspektion Landsberg nahmen die Beweisstücke zur Spurenuntersuchung mit: insgesamt 20 Exemplare. Im Polizeibericht heißt es, dass der Täter offensichtlich Stücke in die im Freien gelagerten Pellets geworfen oder gesteckt habe, „um damit die Heizungsanlage zu blockieren“.

Für Dollinger und seinen Gemeinderat stellt sich nun die Frage: Wer macht so etwas? Und warum? „Ein Kind war das bestimmt nicht“, da ist sich Dollinger sicher. „Ein Kind schneidet nicht passgenau 20 Stück Baustahl her, das geht schon vom Kraftaufwand und der Werkzeugbedienung nicht so gleichmäßig.“ Also wohl ein Erwachsener.

Möglicherweise jemand, so mutmaßt Dollinger, der der Gemeinde schaden will. Weil er vielleicht einen Groll auf die Gemeinde hege. „Aber letztlich schadet er nur sich selbst, da die entstandenen Kosten von Steuergeldern bezahlt werden – und also auch von ihm“, sagt Dollinger. Bislang sind dabei etwa 320 Euro zusammengekommen: Die Zeit, die der Gemeindearbeiter für die Instandsetzung gebraucht hat. Bis jetzt.

Die Polizei untersucht nun die gefundenen Beweisstücke auf Spuren. Gleichzeitig sind die Kinsauer Bürger gefragt, ob jemand vielleicht etwas Verdächtiges bei der Mehrzweckhalle gesehen hat. Ganz sicherstellen kann man die Hackschnitzel leider nicht, da ist der Platz nicht da. Das Einfüllsilo zur Heizung zumindest ist mit einem Vorhängeschloss gesichert. Für die Zukunft hofft Dollinger, dass der Täter vielleicht zur Vernunft kommt. Und erkennt, welche Folgen solche Aktionen haben. Eine kaputte Heizung kostet die Gemeinde – und damit alle Bürger – viele tausende Euro.

„Und an der Heizung hängen Rathaus, die Mehrzweckhalle und auch die Schule dran, im Winter ist das für viele beteiligte Personen ein großes Problem“, sagt Dollinger. Für Hans Resch und die Gäste der Beerdigungsfeier ging an dem Oktobertag die Sache glimpflich aus. „Es ging grade noch so von der Temperatur her in der Halle“, berichtet Resch.

Klaus Mergel

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