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Jasmin Junge in ihrem Element: Die jahrgangsbeste Konditorin schafft mit Leidenschaft und Leichtigkeit wahre kleine Kunstwerke.

Jasmin Junge aus Kinsau

Oberbayerns beste Konditorin

Kinsau - Die Weihnachtszeit ist die Zeit der süßen Verführungen. Doch während in den meisten Haushalten Vanillekipferl und Lebkuchen auf den Tisch kommen, lachen einen bei Jasmin Junge Schneemänner und Elche aus Marzipan und Schokolade an.

Die erst 21-jährige Kinsauerin versteht ihr Handwerk. Sie ist Konditorin mit Meisterbrief. Und nicht nur das: Sie ist die Beste! Bei der großen Meisterfeier der Handwerkskammer für München und Oberbayern wurde sie jetzt dafür von Präsident Georg Schlagbauer geehrt. Doch bis dahin war es ein weiter Weg, auf dem die sympathische junge Frau einiges an Durchhaltevermögen an den Tag legen musste.

Sie wollte schon immer "etwas Praktisches machen"

In der zehnten Klasse verließ sie freiwillig das Gymnasium, „um irgendwas Praktisches zu machen“, wie sie erklärt. Schon damals war Jasmin Junge in ihrer Klasse berühmt für ihre süßen Verführungen. „Schulfreundinnen von damals fragen mich heute noch manchmal, ob ich nicht wieder mal Rumkugeln machen könnte, die waren meine Spezialität“, erzählt sie lachend. Nach der Schule begann sie eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin, und während dieser Zeit entdeckte sie ihre Passion und ihr Talent für die Feinbäckerei.

Kurzerhand kehrte sie der Hauswirtschaft den Rücken, ließ sich in mehreren Betrieben zur Konditorin ausbilden – und wurde die Jahrgangsbeste. Zeitgleich machte sie ihren Betriebswirt, den sie als Drittbeste abschloss. Sich auf den Lorbeeren auszuruhen, kommt für Jasmin Junge allerdings nicht infrage.

Die Konditorin studiert BWL

Seit Oktober wohnt und studiert das Energiebündel in Augsburg BWL. Warum? „Ich träume davon, mich irgendwann selbständig zu machen, und das Studium gibt mir mehr Sicherheit“, ist sie sich der großen Herausforderung bewusst. Denn: „Es ist ja schön, wenn man sich verkünsteln kann, aber es sollte auch was hängenbleiben.“

Es fällt allerdings schwer, sich diesen kreativen Kopf im Hörsaal vorzustellen, so ganz ohne Nudelholz, Modellierwerkzeug und Zuckermasse. „Ich habe so viele Ideen, aber grad wenig Zeit.“ Deshalb ist sie auch so froh, dass sie in ihrer Wohngemeinschaft eine große Küche hat. Und ihr älterer Bruder, mit dem sie in der WG wohnt, bestimmt auch. Denn er und sämtliche Kommilitonen werden somit regelmäßig mit Leckereien verwöhnt. Aber manchmal muss die ganze Familie, Jasmin Junge hat noch drei jüngere Brüder, auch mithelfen. „Wenn ich beispielsweise ein Gesicht ausprobieren will, kann es schon sein, dass alle im Akkord Marzipanpilze formen müssen“, erinnert sie sich, und wie immer lacht sie dabei. Diese Fröhlichkeit sieht man auch ihren kleinen Meisterwerken an: Ein lachendes Schneemanngesicht, lachende Glückspilze, ein frecher Elch.

Das Talent hat sie vom Urgroßvater

Kein Wunder, dass ihre Leckereien begehrte Geschenke sind. „Es kommen schon einige Anfragen, ob ich nicht dieses oder jenes machen könnte, gerade zu Geburtstagen oder Feiern, und aktuell habe ich kleine Präsente für die Kunden meines Vaters gemacht.“ Er und Jasmins Mutter sind gelernte Bankkaufleute. Ihr älterer Bruder studiert Informatik.

Doch ihr Urgroßvater mütterlicherseits hatte eine Konditorei. „Wahrscheinlich hat sich die Kreativität über die Generationen erhalten“, spekuliert sie mit einem Augenzwinkern. Schade findet sie nur, dass sie selbst eigentlich nie mit Backwerk beschenkt wird. „Das trauen sich die meisten nicht, weil sie sagen, dass ich das viel besser kann. Aber darum geht es doch gar nicht. Es muss nicht perfekt sein, das Backen soll vor allem Spaß machen“, ermuntert sie.

Leidenschaft ist ansteckend

Und wenn man ihr beim Formen, Kneten und Verzieren zusieht, bekommt man wirklich Lust, es selbst auszuprobieren. Ihre Leidenschaft und die Leichtigkeit, mit der sie arbeitet, ist ansteckend. „Ich finde es einfach faszinierend, was man alles mit so einfachen Sachen wie Zucker, Eiern und Schokolade herstellen kann.“ Und wenn daheim die Vanillekipferl mal wieder verlaufen, kann man sich damit trösten, dass auch Jasmin Junge nicht alles auf Anhieb gelingt. Hauptsache es macht Spaß.

cho

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