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Durch den Kauf eines Abbruchhauses in Kinsau kann die Gemeinde auch diese rund 6000 Quadratmeter große Fläche als neues Baugebiet ausweisen.

36 000 Quadratmeter für junge Familien und Einheimische

Riesiges Baugebiet für Kinsauer

  • Klaus Mergel
    vonKlaus Mergel
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Kinsau wird wachsen – und zwar gewaltig: Mit einem neuen Baugebiet von rund 36 000 Quadratmetern Größe will die Lechraingemeinde vor allem junge Familien und Einheimische ansiedeln. Nun beginnt die zweite Auslegungsphase für die Änderung des Bebauungsplans.

Kinsau – Der Name steht schon seit vier Jahren: „Am Gänsstall“ soll das neue Baugebiet in Kinsau, anlehnend an einen alten Flurnamen zwischen Kinsau und der B 17. Die Gemeinde hatte sukzessive Grundstücke erworben. 

Nun wird es langsam ernst: Ingenieur Robert Schenk war in der jüngsten Gemeinderatssitzung zu Gast, um die die erste Auslegungsphase zu erläutern. Die Antworten und Reaktionen kamen nun auf dem Tisch.

Das neue Baugebiet besteht aus rund 30 000 Quadratmetern südlich und rund 6000 Quadratmetern nördlich der Staatsstraße zwischen einem Anwesen und der Hardtsiedlung. Wie viele Bauplätze es genau geben werde, sei noch in der Schwebe, so Bürgermeister Marco Dollinger. Geplant seien circa 40 Stück in einer Größe von etwa 500 Quadratmetern.

Zwei Einwände von besonderer Bedeutung

Die Kinsauer hatten beim nördlichen Bereich der Staatsstraße das Problem, dass das Straßenbauamt keine neue Zufahrt mehr genehmigt hätte. Doch nun konnte die Gemeinde am Ostrand ein verwaistes Grundstück mit einem im Verfall begriffenen Haus erwerben und somit auch den nördlichen Teil in die Planung miteinbeziehen.

So sieht der Plan für das 30 000 Quadratmeter große neue Baugebiet südlich der Staatsstraße in Kinsau aus.

Schenk führte in der Sitzung sämtliche Reaktionen der informierten Behörden auf. Zwei davon waren wirklich entscheidend: Die von der Naturschutzbehörde und die vom Landesdenkmalamt.

Denn im Süden steht eine Eiche, die eigentlich hätte stehen bleiben sollen. „Bei der Begehung wurde aber festgestellt, dass der Baum von Fäulnis geschädigt ist“, sagte Schenk. Dollinger erklärte, dass vor 30 Jahren der Blitz in die Eiche eingeschlagen habe, seither sei die Rinde stark geschädigt, und es sei ein riesiger Riss im Stamm. Nun müsse man ihn noch auf Fledermausbrutstellen untersuchen. „Wenn da nichts ist, dürfen wir den Baum entnehmen“, so Dollinger.

Das ist der größere, südlich der Staatsstraße gelegene Teil des Baugebietes.

Die Denkmalbehörde hatte auf eventuelle Bodendenkmäler – also Römerspuren – hingewiesen, eine Standardvorbedingung entlang der Via Claudia. Dafür hatte die Gemeinde auf eigene Kosten Untersuchungen von einer Grabungsfirma auf beiden Seiten vornehmen lassen. Ergebnis: keine Knochen, keine Münzen, keine Scherben.

Somit muss die Gemeinde keinen besonderen Grünstreifen einplanen. Sie hat also mehr Handlungsfreiheit und kann bei der Planung großzügiger vorgehen.

Quadratmeterpreis wird teurer

Bei der Gestaltung des Baugebiets wird die Gemeinde gemäß des bayerischen Flächensparprogramms von dem bisher üblichen Einfamilienhaus abweichen. „Wir werden zwei Vollgeschosse und Doppelhäuser zulassen sowie auch mehr Wohneinheiten“, sagte Dollinger. Das Ziel: Mehr Verdichtung, weniger Flächenversiegelung.

Auch wenn mancher Bauinteressent im Schongauer Land vielleicht sofort zum Telefon greifen möchte, macht das vermutlich keinen Sinn. Bei der Vergabe der Bauplätze wird es auf jeden Fall „in Richtung Einheimischenmodell“ gehen. „Wir werden die Vergabemodalitäten neu überdenken“, sagte Dollinger. Zielgruppe seien auf jeden Fall junge Familien.

So sieht der Plan für das kleinere, nördlich der Staatsstraße gelegene Baugebiet aus.

Bei den jüngsten Baugebieten in Kinsau galt: Gebürtige Kinsauer sind automatisch berechtigt. Junge Familien mit Kindern unter sechs Jahren gelten als Einheimische – und auch, wer mindestens sieben Jahre in Kinsau lebt.

Im Herbst 2021 verkaufsreife Grundstücke

Und es wird teurer: Der Quadratmeterpreis von 108 Euro, wie er noch am Keltenweg galt, wird sich vermutlich nicht halten lassen. „Aufgrund der Preissituation im Tiefbaubereich und im Handwerkermarkt sind wir weit davon entfernt“, sagte Dollinger. Dennoch rechnet er mit einer starken Nachfrage.

Nun beginnt die zweite Auslegungsphase. Sobald das Landratsamt die Änderungen von Flächennutzungsplan und Bebauungsplan genehmigt hat, kann man in Kinsau theoretisch mit der Erschließung beginnen. Doch bis dahin fließt noch einiges Wasser den Lech runter. „Unser Ziel ist es, 2021 mit der Erschließung zu beginnen, damit wir im Herbst 2021 verkaufsreife Bauplätze haben“, so Dollinger.


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