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Aufstellungsversammlung in Kinsau. Rechts Bürgermeister Marco Dollinger, der nächstes Jahr wieder antreten will.

Bürgermeisterwahl in Kinsau: Marco Dollinger ist der einzige Kandidat

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Eigentlich war es keine große Überraschung: Bei der Aufstellungsversammlung in Kinsau zeigte sich, dass Bürgermeister Marco Dollinger gute Karten hat, 2020 sein Amt zu behalten – als einziger Kandidat. In den Gemeinderat aber könnten 2020 einige frische Gesichter einziehen.

Kinsau – Richtig gut besucht war die Versammlung, zu der die Kinsauer Liste geladen hatte, nicht: Nur rund 80 Kinsauer wollten bei dieser Vorentscheidung mitbestimmen. Der zweite Bürgermeister Alexander Resch schlug Marco Dollinger vor. Und Versammlungsleiter Ernst Schilcher stellte nach einer kurzen Pause fest: „Keine weiteren Vorschläge.“

Dollinger verwies bei seiner Vorstellung auf umgesetzte Projekte der Vergangenheit während seiner Amtszeit: Umbau des Kindergartens, Mittagsbetreuung und Bläsergruppe in der Schule, Baulandmobilisierung für Familien: „Bauplätze zu schaffen, steht bei uns im Gemeinderat ganz oben auf der Liste.“ Auch sei für Senioren mit dem Pfarrhof ein Treffpunkt geschaffen worden. Und die Vereine habe man beim Anbau am Sportheim finanziell gefördert. „Das wichtigste Projekt der nächsten Zeit wird Planung und Bau unseres Dorfgemeinschaftshauses“, sagte Dollinger.

70 Ja- und zehn nein-Stimmen

Die meisten anwesenden Bürger überzeugte er damit: Bei der Abstimmung bekam Dollinger 70 Ja-, zehn Neinstimmen und eine Enthaltung.

Vom derzeitigen Gemeinderat steht der Großteil wieder für die kommende Wahl zur Verfügung – nur Winfried Besel, Anton Baab und Gabriele Fichtl nicht. Dafür waren einige neue Gesichter dabei: Marion Schilcher etwa. Die 46-Jährige Erzieherin hatte sich schon bei der Schulwegproblematik im Ortskern mit einer Unterschriftensammlung intensiv engagiert. Christian Mitgefaller, 39, ist als Handwerker und Inhaber der alteingesessenen Schreinerei vielen ein Begriff. Oder Manuela Haseitl-Erhard: Die 43-jährige Krankenschwester ist in Kinsau aufgewachsen, wohnt wieder am Ort und möchte die Zukunft vom Dorf mitgestalten. Auch Kirchenpfleger Dietmar Hefele, 52, hat als Kirchenpfleger Engagement gezeigt.

Mit Ansgar Damm, der sich selbst launig als „Kinsauer mit Migrationshintergrund“ vorstellte, wäre ein Mann aus der Wirtschaft an Bord: Der 54-Jährige ist Leiter Forschung und Entwicklung bei Hoerbiger. Er stamme aus einem Dorf in Niedersachsen und „möchte mit seiner Erfahrung etwas beitragen“. Thomas Fichtl, 34, Industriemechaniker bei Hirschvogel: Den gebürtigen Kinsauer kennen sicherlich auch viele. Zuletzt Markus Wehrmann: Der 43-Jährige ist Elektroniker, lebt seit zwei Jahren hier und möchte Kinsau mitgestalten.

Letztlich kamen gerade mal 16 von 24 möglichen Kandidaten zusammen – nicht wirklich viel. Überraschend jedoch, dass bei der Wahl gleich zwei „Newcomer“ die Liste anführen: Platz 1 Christian Mitgefaller (187 Stimmen), gefolgt von Ansgar Damm (142). Platz 3 Anton Dollinger (138), dann der derzeitige zweite Bürgermeister Resch (137). Dietmar Hefele auf Platz 5 (114) und Marion Schilcher auf Platz 6 (113) – was mit großem Applaus im Saal quittiert wurde.

Markus Amtmann und David Schamper kamen in die Stichwahl (beide 107), was Amtmann für sich enschied. Platz 9 Markus Lieb (104), Platz 10 Dieter Doppelberger (96), Platz 11 Manuela Haseitl-Erhard (66), Platz 12 Christoph Raab (64), Platz 13 der dritte Bürgermeister Martin Schmid (63), Platz 14 Stephan Linder (61), Platz 15 Thomas Fichtl (53) und Platz 16 Markus Wehrmann (36).

Rein theoretisch wäre es noch bis 23. Januar möglich, dass eine weitere Liste weitere Kandidaten für die Kommunalwahl in Kinsau aufstellt. Dazu ist durchaus noch Zeit, bislang ist über solche Ambitionen jedoch nichts im Dorf bekannt.

Angesichts der Ergebnisse bei der Versammlung sieht es danach in Kinsau aus: alter Bürgermeister, neu zusammengesetzter Gemeinderat mit frischen Gesichtern.

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