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Großes Interesse erfuhr die Bürgerversammlung in diesem Jahr: 120 Kinsauer lauschten dem Vortrag des Bürgermeisters. Themen gab es jede Menge

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Wasser aus Schongau kommt Kinsau teuer

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Der Bürgerversammlung in Kinsau konnte Bürgermeister Marco Dollinger mit Stolz über viele Erfolge von 2017 berichten. Der Nachwuchs ist versorgt, nur beim Breitbandausbau kommt es zu Verzögerungen. Beim Wasser müssen sich die Bürger auf einen „Verbesserungsbeitrag“ gefasst machen.

Kinsau Der Kinsauer Gemeinderat hat 2017 vieles richtig gemacht – keine Frage: Schuldenstand null Euro, ein erfolgreicher Kindergarten, in dem jedes Kind bis zum Schulanfang schwimmen kann – und dessen vorbildliche Arbeit die Gemeinde mit rund 100 000 Euro unterstützte. Ebenso die Grundschule, wo sich Kinsau heute schon Gedanken über die Lösung des Problems steigender Schülerzahlen macht. Ein edel restauriertes Rathaus, zu dem sogar Landrat Thomas Eichinger anerkennend sagte: „So schön residiert der Landrat in Landsberg nicht.“

Die Bürgerversammlung erfuhr heuer ausgesprochen großes Interesse: Rund 120 Kinsauer lauschten dem Vortrag von Bürgermeister Marco Dollinger. Der hatte einiges zu berichten: 161 Tagesordnungspunkte ackerte der Gemeinderat 2017 durch. Dabei wurden auch, wie Dollinger berichtete, einige große und wichtige Projekte angepackt. Etwa die Breitbandversorgung: Bis Ende Mai soll das neue Netz „Zug um Zug freigegeben werden“, so Dollinger. In unterversorgte, abgelegene Adressen wird die Gemeinde weitere 50 000 Euro stecken. Dass sich die Umsetzung verzögerte, ist die Schuld der ausführenden Tiefbaufirmen. „Hier herrscht große Unzufriedenheit durch unsaubere Arbeitsweise und mit den vielen Mängeln, die nach und nach erst behoben wurden oder behoben werden müssen“, klagte Dollinger.

Viel Ärger also, um den sich seine Truppe kümmern musste. Daneben die Wasserversorgung – ein Zukunftsthema. Mit dem Wasserliefervertrag mit der Stadt Schongau bindet sich die Gemeinde zwar auf 30 Jahre (Verlängerung um jeweils zehn Jahre, wenn nicht fünf Jahre vorher gekündigt wird). Billig wird es aber nicht: Als Verbesserungsbeitrag wird jeder Haushalt durchschnittlich um 1200 Euro zur Kasse gebeten (je nach Geschossfläche bzw. Grundstücksgröße). Auch die Wasserinfrastruktur vor Ort hat der Gemeinderat im Blick. Hochbehälter und Stollenfassung sind rund 60 Jahre alt und wohl erneuerungsbedürftig. Und: „Die Pumpen befinden sich in einem schlechten Zustand und müssen dringend gewechselt werden“, berichtete Dollinger.

Als „Zuckerl“ konnte er den Kinsauern stolz mitteilen, dass die Bauersche Barockstiftung die Kosten für das Deckengemälde übernehmen wird: 40 000 Euro, das ist für eine kleine Gemeinde wie Kinsau viel Geld. Weitsicht, Einsatz und Sachverstand vieler Bürger. Dollinger legte Wert darauf, seinen engagierten Kinsauern zu danken. Etwa Wasserwart Andreas Helmschrott, Waldreferent Markus Lieb, Gemeindesekretärin Martha Besel und dem neuen Bauhofmitarbeiter Manuel Dollinger (der langjährige Bauhofarbeiter Alexander Paul hatte gekündigt) – um nur einige zu nennen.

Nicht zuletzt kam der Bürgermeister auf das heiße Thema Bauland zu sprechen. Dollinger teilte mit, dass ein weiteres Baugebiet im Anschluss an die Römerstraße für 20 bis 25 Wohnhäuser (insgesamt 2,1 Hektar) erschlossen werden soll ist. „Wir sind zuversichtlich, dass die Pläne im Frühjahr 2019 soweit genehmigt sind.“

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