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Die erfolgreichen Wasserratten des Kinsauer Kindergartens mit ihrer Schwimmlehrerin mit Herz Irmgard Latzko (mit Herz an der Bluse) zusammen in dem Piratenboot. Zur Ehrung kamen Magnus Magg, Gerd M erk (beide Wasserwacht) und Bürgermeister Marco Dollinger (ganz rechts). 

Ehrung durch die Wasserwacht

Einmalig: In Kinsau können alle Vorschulkinder schwimmen

Im Münchner Eisbach ist eine 15-Jährige ertrunken, die nicht schwimmen konnte. Im Kinsauer Kindergarten wäre so etwas undenkbar: Dort haben alle Vorschulkinder das Seepferdchen. Dafür gab es jetzt die Wasserwachtmedaille in Bronze.

Kinsau – Es ist ein besonderer Tag im Kindergarten Kinsau. Hoher Besuch hat sich angekündigt, um vor Ort im kleinen Spieleparadies eine wirklich nicht alltägliche Ehrung vorzunehmen. Gerd Merk, Vorsitzender der Wasserwacht Peiting-Schongau, Magnus Magg, Beauftragter der Wasserwacht für das Schulschwimmen, und der Bürgermeister der Gemeinde, Marco Dollinger, haben sich unter die Rasselbande gemischt. Da muss es ja wirklich etwas besonders geben, erahnen auch die Elternvertreter und Erzieherinnen rund um Leiterin Irmgard Latzko.

Ist die Wasserwacht mit im Spiel, muss es sich bestimmt um das nasse Element drehen. Richtig vermutet. Im Klartext von Magnus Magg ausgesprochen: „Irmgard Latzko geht mit ihren Kindergartenkindern mittlerweile schon seit 20 Jahren ins Schwimmbad.“

Wie Magnus Magg erklärt, wird in den Sommermonaten das Wellenbad in Peiting besucht, in den kälteren Monaten das Plantsch in Schongau. Dabei wird sie von den Eltern und der Gemeinde Kinsau großzügig unterstützt. Für die Fahrten stellt die Gemeinde zu jeder angeforderten Zeit den eigenen Bus kostenfrei zur Verfügung. „Ohne Komplikationen, der Bürgermeister hat immer ein offenes Ohr für unsere Belange“, sagt Latzko.

Im Gegensatz zur Benutzung des Schulbusses besteht der große Vorteil, dass die Kinder des Kindergartens übersichtlich betreut werden können und nicht zwischen Schülern ein Platz gesucht werden muss. Die Unterstützung der Eltern ebenfalls erwähnenswert. Sie beteiligen sich an den Kosten zur Anmietung des Lehrbeckens, aber nicht an der Schwimmausbildung.

Vollkommen richtig gelesen: Die Schwimmausbildung wird alleine von den Erzieherinnen gemeistert. Sehr zum Vorteil, wie Schwimmlehrerin Irmgard Latzko aus Erfahrung weiß. „Sind Eltern mit im Spiel, konzentrieren sie sich zu sehr auf ihre eigenen Kinder“, so Latzko. Das hat zur Folge, dass es oft Ungleichheiten in der Abfolge im Bad gibt. „Wir gehen miteinander schwimmen, gehen miteinander duschen und danach miteinander ein Eis essen.“ Ungereimtheiten ausgeschlossen.

Wie wichtig ein fundierter Schwimmunterricht ist, unterstreicht Magnus Magg an Zahlen ertrunkener Kinder in den vergangenen Jahren. „Viele Eltern denken, ihre Kinder können schwimmen. Dabei ist es nur ein spaßiges Plantschen“, erklärt Magg. Der Ruf, Schwimmkurse abzuhalten, wurde laut, als die ersten Asylbewerber in den Seen ertranken. Dabei hat man leider übersehen, dass in Deutschland derzeit nur noch die Hälfte der Kinder nach der vierten Klasse schwimmen können.

Deshalb finden es die Verantwortlichen der Wasserwacht ehrenwert, wenn schon in Kindergarten ein Schwimmunterricht auf dem Plan steht. So wie in Kinsau, wo alle Kinder das Seepferdchen erworben haben. Zwei von ihnen haben sogar die Voraussetzungen für die nächste Stufe, den Seeräuber erfüllt.

Und in Anerkennung der Verdienste um die Wasserwacht im Bayerischen Roten Kreuz ist dem Kindergarten in Kinsau die Wasserwachtmedaille in Bronze verliehen worden.

Voraussetzung für den Erwerb des Seepferdchens: 25 Meter freies Streckenschwimmen, danach abtauchen und aus Schultertiefe einen Ring heraufholen. Und für den Seeräuber: 100 Meter freies Schwimmen, fünf Meter Streckentauchen und einen Ring aus einem Meter Tiefe heraufholen.

Hans-Helmut Herold

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