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Schmuckes Finish: Ein Granitpflaster aus der Türkei wird künftig den Kinsauer Pfarrhof einfassen, die Arbeiten sind in vollem Gange.  

Gemeinderat Kinsau

23 000 Euro mehr für Kinsauer Pfarrgarten

Der Kinsauer Pfarrhof bekommt seinen verdienten Rahmen: Die Arbeiten an den Außenanlagen gehen gut voran. Beim Lichtkonzept und beim Pflaster sorgen Änderungen jedoch für Mehrkosten.

Kinsau – Vor dem Kinsauer Pfarrhof geht es emsig zu: Baumaschinen fahren Material herum. Um das Gebäude ist ein Teil des Weges schon mit Granitsteinen gepflastert, Bauarbeiter legen weitere Steine. Wo vorher der Krautgarten war, sind jetzt graue Betoneinfassungen gesetzt. „Das ist schon ein großzügiges Konzept, das gut zum Pfarrhof passt“, erklärt Katrin Mohrenweis. Die Landschaftsarchitektin schaut gerade beim Kinsauer Pfarrhof nach dem Rechten, gibt den Arbeitern noch Instruktionen zu Planänderungen. Und da gehört unter anderem das Granitpflaster dazu.

In der jüngsten Kinsauer Gemeinderatssitzung waren diese auf der Tagesordnung. Bürgermeister Marco Dollinger teilte mit, man habe Flächen mit Granitsteinen bemustert und diese mit dem Bauausschuss begutachtet. „Wir haben uns aber dagegen ausgesprochen, das passt nicht zusammen.“ Nun wird es ein anderer Stein: Granit aus der Türkei, dabei stammen die gebrochenen und gesägten Steine vom selben Steinbruch. Mehrkosten: rund 3000 Euro. „Ein wirklich schönes Grau, das passt perfekt“, schwärmt Dollinger.

Das Landesamt für Denkmalpflege wollte ursprünglich ausschließlich gebrochene Steine haben. Nun wird es ein Kompromiss aus gebrochenen und gesägten – der Weg jedoch völlig aus gesägtem Stein. Die Ursache, so Dollinger: „Wir wollen einen barrierefreien Pfarrhof, den man mit Kinderwagen oder Rollstuhl problemlos erreichen kann.“

Eine weitere Änderung betrifft die Tiefbauarbeiten. Bei Erdbewegungen sei aufgefallen, dass der Garten zum Spielplatz hin leicht ansteige: „Das ist jetzt die letzte Chance, dass wir den Garten auf Straßenniveau angleichen“, erklärte Dollinger. Hier kommen 2400 Euro Mehrkosten auf die Gemeinde zu – nachträglich würde die Korrektur jedoch vermutlich weitaus teurer werden.

Bei einem weiteren Ortstermin hatte sich der Bauausschuss ein Bild von dem Lichtkonzept im Garten gemacht – natürlich in der Dämmerung. Urteil: Die Lichtleistung ist nicht ausreichend. Ursprünglich waren zwei Mastleuchten geplant. „Der Weg wird jedoch viel genützt und sollte besser gut beleuchtet sein“, sagte Dollinger.

Daher der Vorschlag: drei Bodenleuchten und zwei Standleuchten. Bei den favorisierten Lampen handle es sich um Pollerleuchten aus sehr hartem weißen Kunststoff. „Ich habe mich erkundigt, die sind sicher gegen Vandalismus“, sagte der Rathauschef. Und selbstverständlich mit stromsparender LED-Technik ausgerüstet.

Der Standort sei mit Bedacht zu wählen, um den Weg gut auszuleuchten. Sehr günstig – so habe der Ortstermin ergeben – wäre etwa die Grundstücksgrenze zum Anlieger Anton Dollinger. Der wiederum wollte sicher gehen, dass man die Leuchten abschirmen könne, denn: „Ich brauche kein Licht im Garten.“

Ob das Licht denn auch die Tischtennisplatte am Spielplatz beleuchten würde, wollte Markus Lieb wissen. Dies sei aber gar nicht vorgesehen. Denn wie Anton Dollinger aus Erfahrung weiß: „Die Tischtennisplatte und der Spielplatz werden nachts doch eher selten genutzt.“

Das Gebäude selbst soll künftig viereckige Bodenleuchten bekommen, die nachts die Fassade anstrahlen. Etwa, wenn eine Veranstaltung stattfindet oder der Gemeinderat tagt. Bürgermeister Dollinger fand von allen Schaltstellen die beste im Seniorencafé.

An dieser Stelle wollte Lieb wissen, ob man da nicht einen Bewegungsmelder verbauen könne: „Sonst muss man das ja jedes Mal ein- und ausschalten.“ Wenig sinnvoll, fand zweiter Bürgermeister Alexander Resch: „Sonst geht das jedes Mal an, wenn auch nur eine Katze durchläuft.“ Man könne später immer noch eine Zeitschaltuhr einbauen.

In Summe wird das Beleuchtungskonzept etwa 18 000 Euro kosten. Dabei sind drei Pollerleuchten (etwa einen Meter hoch), zwei Mastleuchten (etwa vier Meter hoch) und zwei Flutlichtleuchten im Boden vorgesehen. Eingeschlossen ist die Verkabelung sowie eine Stromversorgung für Außenveranstaltungen und Christbaum. Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag einstimmig zu. Die Vergabe werde ausgeschrieben.

Klaus Mergel

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