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Breitband nur bis aufs Grundstück: Die Kinsauer Außenbezirke (hier ein Anwesen an der Epfacher Straße ) bekommen doch keinen Hausanschluss spendiert.

Gemeinderat Kinsau

Breitbandausbau: Gleiches Recht für alle

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Die Gemeinde Kinsau wird nun beim Breitbandausbau auch die Außenbezirke erschließen. Mit seiner Idee, die Grundstücksbesitzer mit einem Hausanschluss zu beschenken, konnte Bürgermeister Dollinger jedoch seine Ratskollegen nicht begeistern.

Kinsau– Die Digitalisierung von Kinsau ging in diesem Jahr gut voran: 450 Haushalte bekamen 2018 den Glasfaseranschluss aufs Grundstück gelegt. In der jüngsten Sitzung brachte Bürgermeister Marco Dollinger nun die Erschließung der Außenbezirke auf den Tisch. Elf Haushalte außerhalb sollen nun ans schnelle Netz angeschlossen werden. Dazu gehören die Gehöfte und Industriebetriebe westlich der B17, der Aussiedlerhof am Ende der Hardtstraße, drei Anwesen an der Epfacher Straße und zuletzt das Sportheim der Gemeinde. Ausführend ist dabei das Planungsbüros Innovative Kommunikations-Technologien (IKT). Das IKT, so Dollinger, empfehle den Ausbau gleich bis zur Gebäudegrenze. „Einen Eigenanteil von 6000 Euro muss die Gemeinde da dann noch drauf legen“, sagte Dollinger.

Nette Geste an die Hausbesitzer, klar. Aber die Kinsauer Gemeinderäte konnten diese Großzügigkeit nicht ganz nachvollziehen. „Wieso wurde der Anschluss im bisherigen Verlauf nicht empfohlen?“, fragte Dieter Doppelberger verwundert. Alexander Resch verwies drauf, dass die anderen Kinsauer bisher das Kabel nur bis zur Grundstücksgrenze gelegt bekamen und den Hausanschluss selbst bezahlen mussten. „Warum jetzt das? Hier sollte Gleichberechtigung für alle herrschen“, sagte Resch. Fürs Protokoll: 699 Euro kostet die Leistung durch die Telekom derzeit, bei der offiziellen Eröffnung im Juni hatten erst 16 Kinsauer Haushalte diese in Anspruch genommen.

Markus Amtmann warnte sogar: „Wenn wir das jetzt bezahlen und es heißt ‚Glasfaser für alle umsonst’, weckt das Begehrlichkeiten für die Zukunft bei anderen Bürgern!“ Dollinger ruderte zurück: „Gut, wir können uns auch dagegen entscheiden, das ist bestimmt kein Nachteil für uns.“

David Schamper meinte dazu, mancher Hausbesitzer habe eventuell gar kein Interesse daran und wolle das Netz nicht anschließen. Dollinger fand jedoch: „Wenn das Kabel erst einmal im Keller ist, sagen sich viele, jetzt schließen wir das auch an.“ Schamper stellte gar den Breitbandausbau komplett in Frage: „Wenn ich eine Antenne auf dem Dach habe, ist mein Internet ohnehin drei Mal so schnell wie mit dem Glasfaserkabel.“ Vielleicht solle man erst mal den Bedarf ermitteln. Resch hinterfragte den Sinn: „Was ändert das, wenn man das weiß?“

Bürgermeister Dollinger wies darauf hin, dass die Fördersumme im Topf recht hoch sei. „Die 32 000 Euro der Gemeinde für den Ausbau bis zur Gebäudegrenze sind überschaubar.“ Er sehe jedoch jetzt schon, dass der Tenor im Gremium dagegen sei – und änderte den Antrag. 26 000 Euro Eigenanteil der Gemeinde, also für die Breitbanderschließung bis zur Grundstücksgrenze, genauso, wie es für die anderen Kinsauer Haushalte bisher auch galt, damit waren die Gemeinderäte am Ende einverstanden: Die Abstimmung war einstimmig. K. Mergel

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