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Sorgte für hitzige Diskussionen in der jüngsten Sitzung des Kinsauer Gemeinderates: Der Neubau der Staatsstraße bei Kinsau.

Gemeinderat Kinsau

Streit um Straßenbeleuchtung an der Staatsstraße zwischen Kinsau und der B 17

An der Staatsstraße zwischen Kinsau und der B 17 wird eventuell eine Straßenbeleuchtung vorgesehen: Zusätzliche Leerrohre, die man nun gleich miteinbaut, erlauben eine spätere Installation. Die Diskussion um die Staatsstraße offenbarte allerdings Spannungen im Kinsauer Gemeinderat.

Kinsau – Die Initiative zur Straßenbeleuchtung kam – wie so oft – von der LEW. In der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete Bürgermeister Marco Dollinger, dass der Energieversorger der Gemeinde ein Angebot gemacht habe: Für rund 8000 Euro könne man Leerrohre gleich beim Straßenbau der neuen Staatsstraße miteinbauen. „Die Firma Kutter, die derzeit den Neubau durchführt, würde dann gleich den Einbau vornehmen“, sagte Dollinger.

Gemeinderatsmitglied Anton Baab wies an der Stelle darauf hin, dass man seiner Erfahrung nach – Baab ist Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts Weilheim – bei einer Installation von Lichtmasten „locker einen Meter, eher 1,50 Meter“ an Breite miteinberechnen müsse. Was in der Regel etliche Quadratmeter mehr Grunderwerb bedeute.

Seines Wissens nach wurde der Grunderwerb für die Straße seitens der Gemeinde ohne Lichtmasten gemacht. „Ist dieser zusätzliche Grunderwerb denn vorgesehen? Vielleicht sollte man da noch Info einholen“, sagte Baab.

Dollinger verwies auf die Absprache mit den Herren vom Staatlichen Bauamtes. Und man könne ja schließlich die Masten auf die Südseite oder auch auf die Nordseite stellen. Auf Baabs Erwiderung, dass diese technische Möglichkeit durchaus klar sei und er nur auf den höheren Bedarf auf Grunderwerb hinweise, reagierte Dollinger gereizt: Es sei jedes Mal das Gleiche in der Sitzung, ob er (Baab) denn eine Bühne für solche Einwände brauche?

Dieter Funk versuchte, Ruhe in die aufgeheizte Atmosphäre zu bringen: „Jetzt wollen wir doch bitte wieder sachlich werden.“ Daraufhin ein Zwischenruf von Dollinger: „Wir sind sachlich!“ Dann solle man eben, so Funk versöhnlich, die Masten auf die Nordseite der Straße stellen. „Es ist egal, ob wir sie auf die Nord- oder Südseite stellen“, sagte Dollinger, man müsse ja gar nicht beleuchten. Es gehe hier nur darum, mit Leerrohren eine spätere Möglichkeit zu schaffen.

Dies jetzt zu versäumen, fand auch Funk, „wäre wenig intelligent“. Das sahen auch die anderen Gemeinderatsmitglieder so: Das Angebot der LEW-Verteilnetz GmbH wurde einstimmig angenommen.

Der Neubau der Staatsstraße beziehungsweise ihre Sperrung wurde jedoch nochmals zum Thema in der Sitzung: Funk fragte nach, wie denn die Chancen auf eine Wiederöffnung der Straße für den Verkehr am 17. Dezember stünden. Er und sein Gewerbebetrieb seien ja Anlieger, er sei auch schon von mehreren Mitarbeitern deswegen angesprochen worden. Damit ist Funk nicht der Einzige, der unter der Sperrung leidet: Zwei weitere Bürger hatten in Leserbriefen an die Schongauer Nachrichten ihrem Ärger über den Zeitpunkt des Neubaus und die Umwege Luft gemacht.

Dollinger verwies auf eine optimistische Aussage von Christoph Mohr vom Staatlichen Bauamt, dass der Fortschritt der Arbeiten sehr gut sei. Diese Meinung bestätigte auch Baab: „Die Firma Kutter arbeitet erstklassig, das Wetter spielt derzeit auch mit. Es sieht also sehr gut aus“, so sein Fazit.

Klaus Mergel

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