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Verbotsschild am Kinsauer Damm – doch die H alter beseitigen die Überreste ihrer Vierbeiner nur halbherzig.

toiletten für vierbeiner in Kinsau?

Räten stinkt Hundekot zum Himmel

Immer wieder gibt es in Kinsau Ärger um die Hinterlassenschaft der Hunde. Bislang lehnte die Gemeinde es ab, eine „Hundetoilette“ einzurichten. Das kann sich ändern.

KinsauDer Eifer der Hundehalter, die Umwelt zu schonen, hat Grenzen. Viele zeigen die Bereitschaft, den Kot ihrer Lieblinge in Tütchen zu verpacken – doch am Parkplatz endet diese. Über Abhilfe wurde nun im Kinsauer Gemeinderat diskutiert. „Wir sollten uns überlegen, ob wir nicht doch eine Hundetoilette aufstellen“, sagte David Schamper. Er brachte das eher unappetitliche Thema auf das Tapet: zu viele Haufen von Tütchen an zu vielen Stellen, wo gerne in Kinsau Gassi gegangen wird. Und das nur allzu gern von zahlreichen Auswärtigen bis aus dem Augsburger Raum. Dass Hundekot in den Wiesen für Mensch und Tier eine Katastrophe darstellt, sollte inzwischen jeder Hundebesitzer – und Tierfreund – wissen: Gras und Heu werden unbrauchbar, Kühe verenden oder bekommen Totgeburten. Während man in vielen Gemeinden in der Region dafür so genannte Hundetoiletten einrichtet – Tütenspender mit einem Container für den Kot – lehnt man dies in Kinsau ab: „Hier gilt das Verursacherprinzip“, argumentiert Bürgermeister Marco Dollinger. Sprich: Der Halter soll die Hinterlassenschaft seines Tieres auch wieder mitnehmen.

Funktioniert aber nicht, wie von vielen Ratsmitgliedern in der Sitzung berichtet wurde. An den typischen Gassi-Revieren wie etwa am Damm am Lech, am Turm oder an der Hohenfurcher Straße liegen die Hundehäufchen oft dutzendweise – jedes davon säuberlich in ein rotes oder grünes Tütchen verpackt. Für Alexander Resch hat dieses Problem inzwischen die Grenze des Tolerierbaren überschritten: „Gerade im Winter fällt das auf. Das ist massiv.“

Für Unverständnis sorgt beim Kinsauer Gemeinderat der Umstand, dass viele Halter nur begrenzt Verantwortung übernehmen wollen. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar, dass man den Dreck aufklaubt, verpackt, mitschleppt und am Ende doch wieder in die Natur schmeißt“, sagte Anton Baab. „Für die ist der Fall doch am Parkplatz erledigt, die wollen sich so ein reines Gewissen verschaffen. Und das haben sie dann auch“, glaubt Markus Lieb. Für Raimund Erhard dagegen ist der Fall klar: „Die machen das bewusst.“ Erhards Meinung nach wollten die Hundebesitzer so die Gemeinde unter Druck setzen. Und erreichen, dass diese eine Hundetoilette aufstellt.

David Schamper setzte den Wert der sauberen Umwelt höher an als das Nachgeben und die Kosten für Hundetoiletten: Es sei ein Stück weit auch die Aufgabe der Gemeinde. „Wir verlangen ja schließlich Hundesteuer.“

Skepsis über die Box-Moral

Wenn sich einer die Arbeit mache, den Dreck aufzuheben, werde er sich Schampers Meinung nach auch die Mühe machen, ihn in eine vorhandene Box zu schmeißen. Marco Dollinger sieht diese Lösung skeptisch. „Ob wir die Hundebesitzer wirklich mit einer Box kriegen? Du kannst nicht überall eine aufstellen“, sagte der Bürgermeister. Zudem seien die Kosten nicht ganz ohne: Die Allgemeinheit solle also dafür bluten, dass einige wenige nicht zu ihrer Verantwortung stehen.

Dennoch waren die meisten Gemeinderäte Schampers Meinung, dass es so nicht weitergehen könne. „Meines Wissens nach hat jede Gemeinde außer uns in der Verwaltungsgemeinschaft Hundetoiletten“, sagte Schamper. Sein Vorschlag: Dollinger solle sich bei den Kollegen erkundigen, welche Erfahrungen diese mit den Boxen gemacht haben. Der Bürgermeister versprach, dies zu tun, damit man in der nächsten Sitzung eventuell einen Beschluss fassen könne. Und kündigte an, auch die Staffelung der Hundesteuer zu erfragen: Eventuell könnten die Kosten damit gedeckt werden – was für den Bürger weitaus nachvollziehbarer wäre.

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