+
Große Freude über die neue Straße bei Kinsau: (v.l.) Bauaufsicht Anton Wurmser, Gemeinderat und Baumamtsmitarbeiter Anton Baab und Sachgebietsleiter Christoph Mohr.

baustelle beendet

Kinsau: Straße zur B 17 ab Freitag wieder auf

Entgegen allen Befürchtungen und trotz der Beschwerden ging es jetzt doch ganz schnell: Die Staatsstraße zwischen Kinsau und der B17 ist wieder befahrbar. Am morgigen Freitag wird die Verbindung offiziell für den Verkehr geöffnet, im Frühjahr soll die Baumaßnahme komplett abgeschlossen sein.

Kinsau – Eigentlich ist die Staatsstraße 2055 noch gar nicht geöffnet, doch die Autos und Lkw rauschen an diesem knackig kalten Mittwochmorgen ungeniert über den frischen Asphalt. „Wir haben schon mal die Leitpfosten und die Wegweiser provisorisch hingestellt, zur Sicherheit“, sagt Christoph Mohr, Sachgebietsleiter am Staatlichen Bauamt Weilheim, denn: Hilft ja nix, die fahren ja doch durch.

Mohr hat blendende Laune, denn: Innerhalb von nur sechs Wochen hat die ausführende Firma Kutter nicht nur, wie versprochen, das Teilstück bis zur Metzgerei Kögel mit einer Trag- und Bindeschicht versehen. Sondern schon die komplette Straße bis zur B 17 gebaut. „Das ist eine super Leistung“, lobt Mohr. Für ihn sind dafür drei Faktoren verantwortlich: Erstens: Eine gute Baufirma. Zweitens: Anlieger, die mitspielen. Und drittens: eine Gemeinde, die den Grundstückserwerb zügig erledigt.

In diesem Fall haben alle drei Dinge gepasst. „Die Firma hat eine unheimliche Schlagkraft entwickelt“, sagt Mohr, perfekt in Manpower und Maschinenpark: „Mit zwei Baggern, drei Raupen und etwa zwölf Sattelschleppern haben die das ruckzuck hingekriegt.“ Insgesamt wurden laut Mohr etwa 20 000 Kubikmeter Erde bewegt, 7000 Quadratmeter Untergrund verlegt, verdichtet, planiert und asphaltiert. Aber es waren eben auch die Anlieger, die mitgeholfen haben: „Alle hier waren sehr entgegenkommend“, sagt Mohr. Besonders die Familie Kögel, die als Hauptbetroffene einfach ihre Metzgerei geschlossen hatten: „Vielen Dank nochmals dafür!“

Mohrs Kollege Anton Wurmser, der bei der Straße die Bauaufsicht leitet, betont ebenso die positive Kooperation mit Kögel: „Die hätten uns das Leben ganz schön schwer machen können, denn da hätten wir für die Kögels eine extra Verbindung offen lassen müssen.“ Doch so habe man die Straße „in einem Rutsch“ bauen können.

Daneben lief laut Mohr auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde optimal: „Wir waren ständig in Kontakt. Das mit dem Grunderwerb hat schnell geklappt, in manchen Gemeinden zieht sich das ewig hin.“ Sicherlich nicht ohne Bedeutung: die Unterstützung durch Mohrs Kollege Anton Baab, der der Gemeinde Kinsau beim Grunderwerb half. Baab sitzt im Gemeinderat, ist als Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts vom Fach und stellte somit ein wichtiges Bindeglied dar.

Nun kann erst einmal wieder gefahren werden. Radweg, Leerrohre, Markierungen und die endgültige Einmündung in die B 17 müssen noch bis zum Frühjahr warten. Am Ende werden die 800 Meter Straße mit den Radwegen rund 1,5 Millionen Euro kosten. Mohr ist optimistisch, dass dieser Rahmen eingehalten wird.

Im Vorfeld hing ein wenig Ärger um die Straße in der Luft. Der ist wohl inzwischen aus der Welt: Zwischen Kinsaus Bürgermeister Marco Dollinger und Baab gab es in einer Sitzungsdiskussionen einen Konflikt. Nun hatte sich Dollinger in der jüngsten Sitzung nach einem persönlichen Gespräch bei Baab entschuldigt und auch seine Wertschätzung ausgedrückt.

Und: Leserbriefschreiber machten ihrem Ärger über die Umwege bei den Schongauer Nachrichten Luft, es gab sogar Anrufe im Bauamt. „Aber letztlich war dieser kleine Umweg leider nicht vermeidbar und bei nur sechs Wochen verschmerzbar“, sagt Mohr. Ein Bürger hatte sogar befürchtet, dass die Straße vor dem Frühjahr gar nicht mehr befahrbar sein könnte, da die Asphaltwerke Ende Dezember schließen. Eine unnötige Sorge: „Die Firma Kutter mischt selbst Asphalt“, sagt Mohr, „und ich bin nicht sicher, ob das im Sommer alles so schnell geklappt hätte, da die das schwere Gerät dann auf den Autobahnbaustellen brauchen.“ 

Klaus Mergel

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gute Konjunktur half Rottenbuch
Das tat gut: Die Gemeinde Rottenbuch hatte 2017 mehr Geld zur Verfügung als geplant. Möglich machte das die brummende Konjunktur. Trotzdem musste tief in die Rücklagen …
Gute Konjunktur half Rottenbuch
Nach Katastrophe in Genua: Bauamt kontrolliert regelmäßig 808 Brücken
Die Überprüfung der Brückenbauwerke gehört zu den Aufgaben des Staatlichen Bauamtes Weilheim, das in seinem Zuständigkeitsbereich (fünf Landkreise) insgesamt 808 Brücken …
Nach Katastrophe in Genua: Bauamt kontrolliert regelmäßig 808 Brücken
Mehr Vermieter dringend gesucht
Historische Lechfloßfahrten, Erlebnisführungen und eine historische Altstadt wie aus dem Bilderbuch: Schongau hat für Touristen mehr zu bieten als nur einen kleinen …
Mehr Vermieter dringend gesucht
Tolles STRNDFSTVL auf die Beine gestellt
Etwas Wetterglück gehört dazu. Ab 18 Uhr konnten die Veranstalter des ersten Schongauer „STRNDFSTVL-Flussabwärts“ aufatmen. Es klarte auf – und das Event erreichte eine …
Tolles STRNDFSTVL auf die Beine gestellt

Kommentare