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Prächtiger Pfarrhof: Kürzlich erhielt die Gemeinde von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz als Anerkennung eine Bronzeplakette mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Die Stiftung bezuschusste bei dem Projekt die Renovierung der Fenster, Türen und der Kassettendecke im Erdgeschoss mit insgesamt 65 000 Euro. Nach Einschätzung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege hat das Gebäude „aufgrund der herausragenden Qualität von Bauwerk und Ausstattung überregionale Bedeutung“.

Serie zur Ortsentwicklung (11)

Kinsau bietet auch Auswärtigen Bauplätze

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„Bauen, Bauen, Bauen und nochmal Bauen!“, fordert die Bayerische Staatsregierung von Städten und Gemeinden. Wohnraum wird im Freistaat immer knapper. Wir wollen in unserer Serie zur Ortsentwicklung von den 22 Kommunen aus dem Verbreitungsgebiet der Schongauer Nachrichten wissen, wie stark sie in den kommenden 20 Jahren wachsen möchten und können. Heute: Kinsau.

Kinsau – Die Gemeinde Kinsau ist in der Vergangenheit jährlich um 0,5 bis ein Prozent gewachsen, und so kann es nach Meinung von Bürgermeister Marco Dollinger gerne weitergehen. „Dies stellt für uns ein gesundes und maßvolles Wachstum dar, was auch die Richtschnur für künftiges Handeln sein soll“, sagt er.

Junge Familien und Senioren

Natürlich wünsche man sich den Zuzug junger Familien. „Welche Gemeinde wünscht sich das nicht?“, fragt Dollinger. Durch die Kinder bestünden naturgemäß schnell und zahlreich Kontakte zwischen den Familien, die zuziehen, und jenen, die schon länger in Kinsau leben. „Somit sind zuziehende Familien immer ein Gewinn für die Dorfgemeinschaft“, meint der Rathauschef.

Die älteren Semester haben nach Angaben des Bürgermeisters im Seniorencafé im neu renovierten Pfarrhof eine neue Heimat gefunden. „Die Senioren bereichern den Pfarrhof und das Dorfleben“, betont Dollinger. Besondere Wohnformen wie Betreutes Wohnen oder Mehrgenerationenhäuser gebe es in Kinsau bislang noch nicht, „die Gemeinde ist aber offen für derartige Projekte.“

Einheimische

Die Offenheit Kinsaus spiegelt sich auch im Einheimischenmodell der Gemeinde wieder, das im Grunde genommen keines mehr ist: Man habe bereits vor vielen Jahren entschieden, das damalige Einheimischenmodell zum „Modell für Einheimische und junge Familien“ umzugestalten. Demnach erhalten auswärtige Familien mit mindestens einem Kind unter sechs Jahren einen gemeindlichen Bauplatz ebenso wie einheimische Bauwerber.

Bauland

Im gemeindlichen Baugebiet Römerstraße-Keltenweg stehen laut Dollinger derzeit noch drei Bauplätze für Interessenten offen. Der Preis beträgt im „Modell für Einheimische und junge Familien“ 108 Euro je Quadratmeter – inklusive Erschließungskosten. An das Gebiet am westlichen Ortsrand anschließend hat die Gemeinde eine weitere zwei Hektar große Baufläche erworben, die 2018 ausgewiesen werden soll. „Dies dürfte mittelfristig den Bedarf an Bauflächen in Kinsau decken“, meint der Rathauschef. Über den privaten zur Verfügung stehenden Bauraum hat er keine belastbaren Erkenntnisse. Aber: „Der private Grundstücksmarkt erscheint uns leergefegt.“

Verdichtung

Die Innenentwicklungspotentiale in der Gemeinde werden nach Angaben des Bürgermeisters derzeit erfasst. Die Problematik mit leer stehenden, meist ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäuden sei im Ort noch nicht so groß. Das Thema müsse aber im Auge behalten werden, mahnt Dollinger.

Infrastruktur

Für die grundlegenden Dinge ist im Ort gesorgt: Der Bürgermeister nennt für den täglichen Bedarf einen Einzelhandelsmarkt und die Metzgerei. „Außerdem freuen wir uns, dass Herr Dr. Reischl als Allgemeinmediziner und Herr Salvador Congost als Zahnarzt ihre Praxen in Kinsau betreiben“, so der Bürgermeister. Den Kindergarten und die Grundschule besuchen die Mädchen und Buben aus Kinsau zusammen mit den Kindern der Nachbargemeinde Apfeldorf.

Gewerbeansiedlung

Im Kinsauer Gewerbegebiet an der Bundesstraße 17 stehen derzeit keine Bauflächen mehr zur Verfügung, bedauert der Rathauschef. „Eine Erweiterung wäre vorstellbar und wünschenswert“, blickt er voraus. „In der derzeitigen Situation ist es allerdings nicht einfach, Eigentümer zum Verkauf von geeigneten Flächen an die Gemeinde zu veranlassen“, sagt Dollinger mit Blick auf „eher steigende Preise für landwirtschaftliche Flächen und niedrige Zinsen“.

Teil 10: Ingenried

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