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In die Jahre gekommen: Der Kinsauer Quellbehälter am Mühlbach.

Gemeinderat Kinsau

Saugbehälter muss erneuert werden

Kinsau - Die Kinsauer haben genug Wasser, da brauchen sie sich selbst in heißen Sommern keine Sorgen machen. Doch die Quellfassung ist in die Jahre gekommen. Zur jüngsten Gemeinderatssitzung hatte man mit Markus Schallameier einen Spezialisten eingeladen, um die Anlage kostengünstig und ohne große Unterbrechung bei der Wasserversorgung auf Vordermann zu bringen.

Markus Schallameier kann mit seiner Firma Umwelttechnik Schallameier (UTS) in Reichling auf 20 Jahre Erfahrung zurückblicken, in denen er als Dienstleister für Gemeinden in Sachen Wasser tätig ist. Die Brunnenstube Kinsaus hatte er genauer inspiziert: Das Bauwerk stammt von 1963 und wurde damals aus Beton gefertigt. „Der Saugbehälter ist nicht mehr einwandfrei“, sagte Schallameier, „der ist einfach in die Jahre gekommen.“ Er musste feststellen, dass die Gummis am Schachtdeckel in Mitleidenschaft gezogen wurden. Und – weitaus problematischer – dass Wurzeln bereits in den Behälter wuchsen. Diese brächten organisches Material ins Trinkwasser und damit auch die Gefahr von Verkeimung. Doch was tun? Man kann schlecht einer Gemeinde für einen Monat das Wasser abdrehen, um ein neues Bauwerk zu errichten. Und es dann peux à peux an die Rohrleitungen anzuschließen.

Die Lösung sollte ein neuer Quellbehälter sein

Schallameier hatte ein Grobkonzept in die Gemeinderatssitzung mitgebracht, mit dem man zeitsparend und bei relativ geringen Kosten die Quellfassung erneuern könnte. Die Lösung: Ein neuer Quellbehälter aus PE-Kunststoff. Hergestellt von der Firma Hawle Armaturen (Freilassing), laut Schallameier eine innovatives Unternehmen mit hochwertigen Produkten. Nach Schallameiers Meinung ist der Behälter durch Hohlkammern sehr stabil, innen hygienisch beschichtet wie moderne Wasserleitungen. Er schlug vor, einfach neben dem alten Brunnenhaus einen Schacht auszuheben und den neuen Behälter dort einzugraben. Dies könnte, so der Spezialist, innerhalb kurzer Zeit geschehen, danach müsse man einfach die bestehenden Rohrleitungen anschließen.

Grundsätzlich in der Theorie eine gute Idee, so die einhellige Meinung bei den Gemeinderäten. Doch der zweite Bürgermeister Alexander Resch, durch lange Erfahrung im Betonbau ein Mann der Praxis, wandte ein: „Ein Loch von fünf Metern Größe schafft man nicht in einem Tag.“ Denn, so Resch, die Gefahr, dass genau an dieser Stelle im Quellbereich und am Hang jede Menge Wasser zu Tage käme, sei sehr groß. Da, so empfahl Resch, müsse man erst einmal mit einem Tiefbauer sprechen.

Alternativen? Man könne auch den bestehenden Behälter mit PE-Folie oder Edelstahl auskleiden, so Schallameier. Jedoch bestehe die Gefahr, dass in kurzer Zeit wieder Wurzeln in das Gehäuse wuchsen.

Ein weiteres Thema war das Fassungsvermögen. Schallameier hatte – ausgehend vom bisherigen Quellbehälter – eine Größe von etwa 2,5 bis drei Kubikmetern vorgeschlagen. Zu Gast war in der Sitzung auch der Installateur Richard Heinrich, der bat, sich dazu äußern zu dürfen. „Meine Bitte wäre, darauf zu achten, den Behälter unbedingt mit den Pumpen abzustimmen“, sagte Heinrich. Man müsse Vorsorge treffen, dass die Einlaufhöhe stimme, der Zulauf die richtige Größe habe. Und dass man vielleicht den Behälter gleich größer als bisher ansetze. „Es wäre fatal, wenn man hier eine Engstelle schafft“, sagte Heinrich. Anregungen, die von den Gemeinderäten dankbar aufgenommen wurden.

Über die Kosten wurde noch nicht gesprochen 

Von Kosten war aufgrund der noch unklaren Situation noch keine Rede – eine entsprechende finanzielle Bereitstellung gibt es jedoch im Haushaltsplan 2016. Bürgermeister Marco Dollinger schlug vor, dass man Schallameier beauftrage, ein entsprechendes Konzept erstelle – einschließlich Kostenschätzung für Behälter und zusätzliche Kosten für Eingraben und Anschluss. Angesichts des wichtigen Themas Wasser fand dieser Antrag die klare Zustimmung der Räte.

Klaus Mergel

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