Der Kirchturm der Schwabsoier Pfarrkirche St. Stephan muss dringend saniert werden – aber erst im nächsten Jahr. Foto (Archiv): jos

Kirchturm-Sanierung in Schwabsoien verschoben

Schwabsoien - Viel Geld haben die Schwabsoier gespendet für die dringend nötige Sanierung der Soier Pfarrkirche St. Stephan: Mit der Sanierung der Kirche wird es aber in diesem Jahr dennoch nix.

Risse, größere Spalten und massive Stuckablösungen sind vergangenes Jahr in der Schwabsoier Pfarrkirche St. Stephan festgestellt worden. Vor allem im Dachstuhl sind die Schäden am massivsten. Das war zwar schon länger bekannt, nun aber war Handlungsbedarf gegeben (wir haben berichtet).

Da die Kirchenstiftung alleine nicht in der Lage war und ist, die Kosten - damals war man von einer Summe von 570 000 Euro für Einrüstung von Kirche und Turm, Spengler- und Dacharbeiten, Rissfüllung und Fäulnisbeseitigung sowie Malerarbeiten ausgegangen - alleine zu stemmen, hatte sie sich mit einem Zuschussantrag an die Gemeinde gewandt. Und die hatte ihr postwendend 16 000 Euro für die Kirchturm-Sanierung zugesagt.

Zuzüglich des Eigenanteils der Kirchenstiftung (171 000 Euro) sowie weiterer Zuschüsse vom Landkreis (1000), des Bezirks (15 000), des Landesamtes für Denkmalpflege (15 000) der Diözese Augsburg (292 000 Euro) und der Bayerischen Landesstiftung (60 000) wären die Kosten - Stand September 2012 - abgedeckt gewesen.

„Aber da auch noch Arbeiten an der Außenfassade hinzugekommen sind, belaufen sich die Kosten laut unseres Ingenieurbüros jetzt auf rund 700 000 Euro“, erklärt Kirchenpfleger Welz. Das alleine ist aber nicht der Grund, warum mit der Sanierung noch nicht begonnen worden ist. „Die eingeholten Angebote sind einfach derart überhöht, dass wir die Renovierung um ein Jahr verschieben“, erklärt Welz.

Konkret sei es so, dass das Ingenieurbüro wie gesagt Kosten von rund 700 000 Euro errechnet hat. „Die Angebote belaufen sich aber alle auf rund 830 000 Euro. Das ist uns zuviel“, sagt Welz im Namen der Kirchenverwaltung sowie des Kirchenvorstands Pfarrer Karl Klein. Den Grund sehen die Kirchenverantwortlichen in der nach dem langen Winter boomenden Baubranche: „Die sind auf Aufträge wir unseren anscheinend nicht angewiesen“, mutmaßt der Kirchenpfleger.

Und damit nicht zuletzt die eingegangenen Spenden sinnvoll und nicht für zu hoch berechnete Bauarbeiten ausgegeben werden, habe man sich entschlossen, die Baumaßnahme um ein Jahr zu verschieben. „Die bisher gespendeten Gelder werden nun langfristig und zinsbringend bei unserer Hausbank angelegt“, so Welz weiter. „Wir hoffen sehr auf das Verständnis der Pfarreimitglieder und Mitbürger und freuen uns umso mehr auf das kommende Jahr.“

Jochen Schröder

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