Lesegeschichten in Kombination mit Musik gab es in der Bücherei am Münztor. Foto: rwg

"Klingendes Kinderbuch" in der Schongauer Bücherei am Münztor

Schongau - Jim Knopf und Lukas waren da, der Michl aus Lönneberga, Pippi Langstrumpf natürlich und auch Wolfgang Amadeus Mozart. Diese besondere Zusammenkunft fand in der Bücherei am Münztor statt, zu der Bibliotheksleiterin Kornelia Funke im Rahmen des zehnjährigen Bestehens der Leihbücherei eingeladen hatte.

Funke lockt regelmäßig mit interessanten Projekten die Menschen in ihre Bücherei. Die Idee zu einem „klingenden Kinderbuch“ für Kinder im Grundschulalter kam durch ihren regelmäßigem Kontakt zur Schongauer Musikschule zu Stande. „Wir wollen die Kinder mit dieser Aktion spielerisch und mit Musik zum Lesen bringen, weg vom Fernseher und Computer“, sagt sie.

An diesem sonnigen Nachmittag kamen zwar nur acht Kinder, aber diese waren vollkommen gefangen von der einstündigen musikalisch-lesenden Vorführung. Karl Höldrich, Leiter der Musikschule, hatte nicht nur sein Cello mitgebracht, sondern sich auch Lukas Lokomotivmütze ins Gesicht gezogen. Kathrin Pupeter, Lehrerin an der Grundschule und an der Musikschule, spielte Geige und hatte ein akustisches Regeninstrument dabei, und Ulrike Kagermeier-Cesak, auch an der Musikschule tätig, saß singend und spielend an der Hammondorgel. Eine Eisenbahn war aufgebaut, beladen mit Büchern natürlich, zwei riesige Koffer, deren Inhalt noch geheimnisvoll war, standen am Boden, und mittendrin saß Wilfried Funke, der Vorleser an diesem Nachmittag.

Und dann ging es vergnüglich musikalisch los mit dem aus der Augsburger Puppenkiste bekannten Lied von der Insel mit den zwei Bergen, das wirklich jedes Kind kannte und mitträllerte. Die begeisterten Zuhörer hörten vom schaurigen Tal der Dämmerung und durften dann Jim Knopf und Lukas helfen, das Echo aus dieser Schlucht zu vertreiben, in dem sie kräftigen Regen machten und es auch mal donnern ließen. Sie stiegen mit dem magisch vorlesenden Wilfried Funke in das Zeitreise-Baumhausbuch und vertrieben bei Klängen aus der bekannten Oper mit dem kleinen Wolferl Mozart und seiner Zauberflöte einen furchterregenden Leoparden. Sie saßen mit Pippi Langstrumpf in der Schule, wussten alle den komplizierten langen Namen des frechen Mädchens, konnten besser rechnen als sie und sangen lautstark das berühmte Pippi Langstrumpf-Lied.

Aus einem der geheimnisvollen großen Koffer wurde Michl aus Lönneberga entdeckt, und dessen ungewollter Unfug mit so allerlei gefangenen Krebsen brachte auch die anwesenden Erwachsenen zum Lachen. Und natürlich kam zum Schluss auch noch der Pumuckl in Form seines gemeinsam gesungenen Erkennungsliedes. Die sechsjährige Emma ist total begeistert: „Darf ich mir jetzt noch ein Buch ausleihen?“ fragt sie die Bibliotheksleiterin. „Ziel erreicht!“ freut sich Karl Höldrich. Geplant ist eine weitere Vorführung von „das klingende Kinderbuch“. Eventuell im November wird das sein, mit sicherlich mehr begeisterten Kindern.

rwg

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