Familiendrama in Penzberg: Schwiegertochter stellt sich

Familiendrama in Penzberg: Schwiegertochter stellt sich
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Beeindruckendes Bild: Schon rein zahlenmäßig füllen die Mitglieder der Peitinger Knappschafts- und Trachtenkapelle die Bühne der Schloßberghalle ganz gut aus. Vorne in weiß gut zu erkennen die Jugendkapelle.

Knappschafts- und Trachtenkapelle Peiting

Überaus farbiges Konzert

Peiting - Schwarz-weiß war das Weihnachtskonzert der Knappschafts- und Trachtenkapelle Peiting nur rein optisch. Die Jugendkapelle, in weißen T-Shirts gekleidet, mischte sich erstmalig bei zwei Stücken unter die traditionell ganz in schwarzer Tracht gekleideten Mitglieder der Kapelle.

Es gab so einige Höhepunkte an diesem Abend in der mit rund 400 Besuchern vollbesetzten Schloßberghalle in Peiting. Denn als gar nicht schwarz-weiß entpuppte sich das präsentierte Programm dieses symphonischen Blasorchesters. Dirigent Martin Wiblishauser hatte sich mit den ausgewählten Stücken wie immer wieder etwas Besonderes einfallen lassen.

Wiblishauser nutzt mit seiner musikalisch-dargebotenen Palette vor allem eines aus: die Größe seiner Truppe. So füllen schon die verschiedenen Schlagwerke mit riesigen Trommeln, Schlagzeug, Becken, einem Xylophon und diversen anderen Schlaginstrumenten den gesamten hinteren Teil der Bühne. Die Tuben sind dreifach besetzt, es gibt sieben Saxophone, acht Klarinetten, sieben Flöten, vier Trompeten und ebenso viele Posaunen und Flügelhörner. Man findet in der Kapelle sogar zwei Fagotte, eine Oboe, einen Kontrabass, eine Bassklarinette und sogar ein Euphonium, ein tiefes Blechblasinstrument. Alles zusammen mit den Musikern ein imposantes Bild auf der Bühne.

Und so kam gleich beim ersten Stück „Einzug der Bojaren“ von Johan Halvorsen die gewaltige Klangkraft dieses Blasorchesters zum Ausdruck. „In welcher Kapelle in einem ländlichen Ort findet man so viele Waldhörner?“, fragte daher auch in dieser Hinsicht Moderatorin Manuela Pusch. Sie kündigte anschließend das „Concerto für vier Hörner“ von Heinrich Hübler an – eine weitere Premiere an diesem Abend.

Denn zu den Hornisten der Knappschaftskapelle, Andreas Fuchs, Christopher Huber und Klemens Schedel, hatte man hierzu auch noch Hornist Max Helbig aus Schongau eingeladen. So waren die vier benötigten Waldhornisten komplett. Und was man da zu hören bekam, war Spitzenmusik. Die Zuhörer bedankten sich dafür mit lautem Jubel.

Und so facettenreich wie die Besetzung der Kapelle, so abwechslungsreich gestaltete sich auch das weitere Programm. Der Belgier Jan Van der Roost gilt als ein bedeutender Komponist für symphonisches Blasorchester, und man hörte sein „Flashing Winds“ – übersetzt „Strahlende Bläser“. Vom argentinischen Komponisten John Barnes Chance mit „Incantation and Dance“ über den Filmmusik-Schreiber Lalo Schifrin mit „Mission Impossible Theme“, spielten die Musiker auch noch ein sehr bekanntes Stück.

Der ehemalige amerikanische Präsident Ronald Reagan hat das Werk „Stars and Stripes forever“ – zu deutsch unter dem Sternenbanner – einmal zum amerikanischen Nationalmarsch erklärt. Dementsprechend majestätisch spielten die Peitinger dieses Stück, einfach herrlich.

Die Mitglieder der Jugendkapelle haben sich sichtlich gefreut auf ihren ersten gemeinsamen Auftritt mit den „Alten“. Die jungen Musikerinnen und Musiker hatten ihrem Dirigenten Martin Wiblishauser bei einer Probe einmal den Vorschlag gemacht, und der war sofort einverstanden. Zum Glück und zur Freude der Zuhörer, denn die Fusion kann sich mehr als hören lassen.

Was im Vorfeld wohl nicht so geklappt hatte, denn die jungen Leute nahmen sich mit einer eingespielten Probenaufnahme, die doch sehr schräg klang, zunächst selbst auf die Schippe. Und das war eine erfrischende Art, sich zu präsentieren.

Dementsprechend fröhlich und frech auch die beiden gemeinsam dargebotenen Stücke. In den vier Sätzen der „Second Suite in F“ von Gustav Holst kam sogar ein kräftig geschlagener Amboss zum Einsatz. Der deutsche Komponist Franz Watz hat mit „Stephen Foster in Concert“ ein interessantes Medley arrangiert, das an diesem Abend ebenfalls präsentiert wurde.

Foster war seinerzeit ein sehr bekannter Songwriter in den USA, und bei dem Ohrwurm „Oh Susanna“ rief man ein „Yippie and hurray“ in den Saal. Es war eben ein unglaublich farbiges Konzert.

Regina Wahl-Geiger

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