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Tim Mälzer mit den Steingadener Mittelschülern.

Kochen wie die Profis

TV-Star besucht Mittelschüler in Steingaden

Steingaden - Neue Küche, neue Kochkünste: Die Steingadener Mittelschüler durften von Koch-Profi Tim Mälzer lernen - an der Pfanne und für's Leben.

Um den Karpfen macht der Chef einen Bogen. Stattdessen steht er bei den Schülern, die eine Asia-Pfanne zubereiten sollen, und erklärt ihnen, was zu einer ausgewogenen Mahlzeit gehört – süße und salzige, bittere, aber auch scharfe Zutaten verwendet der Meister gerne. Oder er hält das Rezept bewusst einfach und zaubert nur mit Salz, Pfeffer und Limetten ein Hühnchen, bei dem Lehrerin Elisabeth Schmölz ins Schwärmen gerät. Dabei wollte der Mann, der hier so hemdsärmelig die Pfanne schwenkt, eigentlich Architekt werden. Das jedenfalls erzählte Tim Mälzer den Schülern der Steingadener Mittelschule bei der Einführungsshow.

Mälzer ist Pate der Aktion "Klasse kochen"

Rund ein gutes Jahr, nachdem die neue Schulküche in Betrieb genommen worden war, und ein Dreivierteljahr, nachdem Schulleitung und Lokalpolitiker die 30 000 Euro teure Lehrküche eingeweiht hatten, kam nun auch Tim Mälzer als Pate der Aktion „Klasse kochen“ nach Steingaden. Die Kochaktion mit dem TV-Star ist der krönende Abschluss der Wettbewerbsrunde 2012/13, die seinerzeit die regionale Küche und deren mehr oder weniger regionalen Zutaten zum Thema hatte.

Damals hatte die Mittelschule ein Kochbuch mit Rezepten und Ideen aus dem Pfaffenwinkel und dem Voralpenland eingereicht und hatte sich damit für die Endrunde qualifiziert. Wo dann auch das Schulumfeld, die Lehrer, aber auch ihre Region in die Bewertung mit einfloss und die die Steingadener unter die zehn besten Schulen brachte – auch dank neuer Schulküche.

Gericht mit Zutaten für maximal 20 Euro

Die nutzt Tim Mälzer gerade ausgiebig. Drei Kochteams hatten den Auftrag bekommen, nach Lust und Laune für 20 Euro einzukaufen. Zutaten, die die Schüler unter Mithilfe des Fernsehkochs in ein nicht nur gut aussehendes Menü verwandeln sollten. So simmert in einer Pfanne die Sahne, mit der Mälzer die Banane karamellisieren will, nebenan schnippeln die Schüler Gemüse in handliche Streifen, wie sie auch in Asien in einem Wok landen würden. Und am dritten Herd müssen die starken Jungs den Teig durchkneten – für eine Focaccia-Pizza.

Der große Mann mit den gefühlvollen Händen

Zwischendrin wuselt Mälzer, der seinen Chefkoch Tom Roßner, ein zwei Meter-Hühne mit unglaublich viel Fingerspitzengefühl, mitgebracht hatte. Roßner zeigt sein Können am Karpfen, filetiert ihn mit den scharfen Klingen der Melzer-Messer. Für die Schüler ist das Tabu – auch wenn die Jungs und Mädels wie der kleine Seppi zuhause schon mal einen Fisch auseinandernehmen durften, war das Melzer und Roßner bei all der Aufregung der Kleinen dann doch zu gefährlich.

Schon gewusst: Mälzer wollte mal Architekt werden

Begrüßt hatten die Schüler und ihr Schulleiter Jürgen Jahrsdörfer Tim Melzer mit einem Quiz. Wer wird Millionär auf Bayerisch hieß das Spiel, bei dem der gebürtige Schleswig-Holsteiner Begriffe aus dem Dialekt erraten sollte. Vor allem aber stand die Fragerunde mit dem TV-Koch, der seit 2003 regelmäßig über die Bildschirme der Nation flimmert, im Interesse der Kinder. Aus einem Katalog von mehr als zwei Dutzend Fragen wurden fünf oder sechs beantwortet, auch, weil Mälzer viel zu erzählen hatte – nicht nur seine Geschichte, dass er ja ursprünglich Hoteldirektor oder Architekt, wie sein Vater, werden wollte.

Mälzer gibt Tipps fürs Leben

In einfachen Worten versuchte der Koch-Profi den Schülern zu vermitteln, dass man im Leben mehr als nur einen Weg bestreiten kann. Geht eine Tür zu, gehen mehrere andere auf, sagte Mälzer, der die Dinge grundsätzlich mit viel Gelassenheit angeht.

Und die strahlt er auch in der Küche aus, als er mit den Schülern über Ausgewogenheit spricht. Man müsse nicht immer alle Zutaten zur Hand haben, können auch die eine Zutat durch eine andere ersetzen. Denn in der Küche ist nichts verboten – es müsse nur praktikabel, also umsetzbar sein.

Oliver Sommer

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