Markus Baderarbeitet in Rottenbuch alsehrenamtlicher Bürgermeister. abHauptamtlicher Rathauschef würderund 100 000 Euro im Jahr kosten

Rottenbuchs Bürgermeister arbeitet bald Vollzeit im Rathaus

Rottenbuch bekommt Berufs-Bürgermeister

Die Gemeinde Rottenbuch bekommt nach der Wahl 2020 einen hauptamtlichen Bürgermeister. Darauf verständigte sich der Gemeinderat. Doch längst nicht alle waren dafür...

Rottenbuch – Das Thema ist nicht neu in Rottenbuch: Im August 2013 hatte der Gemeinderat zuletzt intensiv darüber debattiert. Es ging um die Frage, ob das Bürgermeisteramt der kleinen Kommunen ein hauptamtlicher Posten werden soll. Lediglich sechs Räte votierten für eine Satzungsänderung – damit blieb es beim ehrenamtlichen Rathauschef, der damals Andreas Keller hieß. Sechs Jahre später bringt sein Nachfolger Markus Bader (Freie Wählergemeinschaft Rottenbuch-Schönberg) das Thema mit Erfolg durch.

Im Gemeinderat stand nun die zukünftige „Rechtsstellung des ersten Bürgermeisters“ auf der Tagesordnung. Amtsinhaber Bader hatte die Beratung und Entscheidung selbst angesetzt, wie er später auf Nachfrage sagt. Bader sprach sich für eine Umwandlung des Postens in ein hauptamtliches Amt aus. Er begründete es mit den gestiegenen Anforderungen: In Rottenbuch (1850 Einwohner) „würde der Aufwand der Arbeit einen Hauptamtlichen rechtfertigen“, erklärte Bader. Er selbst hatte bei der Bürgerversammlung im März angekündigt, dass er bei der Wahl 2020 nochmal antreten möchte. Allerdings macht er jetzt auch deutlich, dass er bei einer Wiederwahl künftig lieber als berufsmäßiger Bürgermeister agieren möchte. Ansonsten müsse er sich eine Arbeit suchen und seine Zeit im Rathaus runterfahren. „Ich werde mir definitiv was suchen, wo ich mir ein zweites Standbein aufbaue.“

Grundsätzlich täte ein Hauptamtlicher der Gemeinde gut, warb er mit Blick zwei Ortsteile, zwei Kläranlagen und einen Bauhof. Dazu kommen Verwaltungsarbeit, Schulungen, immer mehr gesetzliche Vorgaben und das Zusammenwirken gerade mit der Regierung von Oberbayern bei der Dorfentwicklung. Bader machte klar: Arbeitet der Bürgermeister weiter nebenbei, müsse man die Verwaltung aufstocken.

Bei allem Plädoyer dafür räumte Bader jedoch ein: „Man muss sich mit den finanziellen Auswirkungen befassen.“ Und diese sind nicht unerheblich, wie der groben Rechnung von VG-Geschäftsleiter Peter Vogt zu entnehmen ist. Er rechnet mit Mehrkosten von um die 40 000 Euro jährlich. Laut Vogt käme ein hauptamtlicher Bürgermeister, eingestuft auf Besoldungsstufe A 13, als Beamter auf Zeit im Jahr auf rund 100 000 Euro an Ausgaben – inklusive Versorgungsumlage und Familienzuschlag. Derzeit lässt sich Rottenbuch sein ehrenamtliches Dorfoberhaupt durch die Aufwandsentschädigung bis zu 57 000 Euro jährlich kosten. Allerdings sind dies nur erste Richtwerte, wie der VG-Chef mit Blick auf Tarifentwicklungen und persönliche Situation eines Amtsinhabers einschränkte: „Das kann man nur schwer schätzen.“

Bader bekam für seinen Vorstoß durchaus Zuspruch im Gremium. Für einen Hauptamtlichen sprachen sich Christoph Echtler (Freie Wählergemeinschaft Rottenbuch-Schönberg, „So ist das heute nicht mehr machbar“), Christoph Donderer (CSU, „Nur so geht die Ortsentwicklung voran“) und Heiner Heiland (Freie Wählergemeinschaft Rottenbuch-Schönberg, „Es ist ein Haufen Arbeit“). Donderer machte deutlich, dass der Gemeinde viele Großprojekte ins Haus stehen: „Das kann man nicht mit einem Teilzeit-Bürgermeister durchziehen.“

Allerdings gab es auch Kritiker. Marianne Bonusch (Schönberger Wählergemeinschaft) wollte bei allen Vorteilen das Finanzielle nicht aus den Augen lassen: „Geld spielt schon eine Rolle.“ Alfred Speer (CSU) fürchtete unter anderem langfristige Kosten durch die anfallende Beamtenversorgung.

Am Ende wurde es knapp: Sieben Räte votierten für eine Änderung der Rechtsstellung, sechs waren dagegen. Damit bekommt Rottenbuch in der nächsten Wahlperiode einen hauptamtlichen Bürgermeister.

Andreas Baar

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