Stichtag 1. Februar 2016

Kontonummer hat bald ausgedient

Schongau - Zum 1. Februar 2016 laufen die Übergangsbestimmungen der SEPA-Verordnung aus. Ab dann gilt der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum – ohne Wenn und Aber. Die Banken im Schongauer Land sehen diesem Stichtag gelassen entgegen.

„Unsere Kunden können ab 1. Februar endgültig nicht mehr mit der bisherigen Kombination aus Kontonummer und Bankleitzahl Überweisungen in Auftrag geben“, betont Stefan Stets, Leiter von Online-Banking bei der Kreissparkasse Schongau. Aktuell werde bei der Kreissparkasse die Kontonummer und Bankleitzahl kostenlos in IBAN umgerechnet. Das würden die SEPA-Regularien ab 1. Februar verbieten. Stattdessen werde dann nur noch die internationale Kontenkennung IBAN akzeptiert.

„Grundsätzlich ist für SEPA-Zahlungsaufträge im Euro-Währungsraum die IBAN ausreichend“, erklärt Stets. Für Zahlungsaufträge z.B. nach Österreich oder Italien sei somit kein BIC mehr notwendig! Nur die IBAN sei entscheidend. Die Kreissparkasse Schongau rät deshalb, folgende Tipps zu beachten:

-Verwenden Sie nur noch aktuelle SEPA-Zahlungsbelege mit der vollständigen IBAN.

-Abgespeicherte Vorlagen im Online-Banking oder an den SB-Terminals der Sparkasse werden automatisch konvertiert. Das heißt: Kein Aufwand für die Kunden.

-Falls die Kunden keine IBAN zur Hand haben, finden sie eine automatische Umrechnungshilfe von Kontonummer und Bankleitzahl in IBAN auf der Homepage unter www.sparkasse-schongau.de.

-Ihre eigene IBAN haben Sparkassen-Kunden immer im Blick: Auf ihrer SparkassenCard – gleich mal nachsehen.

-Viele Rechnungen sind inzwischen mit einem QR-Code (Bezahlcode) versehen. Mit mobilen Applikationen können Bankkunden diese komfortabel einlesen und sparen sich somit viel Erfassungsaufwand.

„Und natürlich stehen unsere Mitarbeiter in den Geschäftsstellen sowie unsere Telefon-Filiale für Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung“, so der Hinweis von Stefan Stets. Laut seinen Angaben erfolgen etwa sechs Prozent der Überweisungen noch mit alten Vordrucken bzw. Kontonummer und Bankleitzahl.

Kaum Reaktionen der Kunden

„Schon im vergangenen Jahr haben unsere Mitarbeiter die Kunden, die eine Überweisung nach dem alten Verfahren abgegeben haben, konsequent auf die Verwendung von IBAN hingewiesen“, fügt Stefan Stets noch hinzu. Nicht zuletzt deshalb stelle man kaum Reaktionen von Kundenseite fest.

„Ab 1. Februar haben Kontonummer und Bankleitzahl endgültig ausgedient“, betont auch Andreas Kögl, Sprecher der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel. Banken dürften dann nur noch Überweisungen mit der internationalen Kontokennung IBAN akzeptieren. „Wer zu diesem Thema noch Fragen hat, kann sich auf unserer Homepage oder direkt vor Ort in der Raiffeisenbank informieren“, so der Hinweis von Kögl. Er ist zwar nicht mit allem einverstanden, was von der EU so alles kommt, aber den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrraum hält er für eine gute Sache, „vor allem weil bei Überweisungen ins Ausland die früheren hohen Gebühren wegfallen.“

80 bis 90 Prozent aller Überweisungen in Deutschland erfolgen jetzt schon über IBAN, verweist Andreas Kögl auf eine Analyse der Bundesbank. Für die meisten Leute sei der Stichtag 1. Februar somit nichts Besonderes mehr.

Bei neuen Karten steht der Code auf der Vorderseite 

Auch von Anika Kimmerle, Sprecherin der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu kommt der Hinweis, dass ab 1. Februar das Umwandeln von Bankleitzahl und Kontonummer nicht mehr zulässig ist. Kunden der VR Bank würden die IBAN auf ihrer EC-Karte finden – entweder auf der Rückseite, oder bei den neuen Karten, direkt auf der Vorderseite. Zudem stelle auch die VR Bank ihren Kunden auf ihrer Internetseite einen IBAN-Rechner zur Verfügung.

Und was ist mit dem BIC? Innerhalb der Eurozone müssen Kunden den Business Identifier Code bei Überweisungen künftig nicht mehr ausfüllen. „Die IBAN alleine ist ausreichend“, erläutert Anika Kimmerle. Die Banken jedoch müssten den BIC im weiteren Zahlungsprozess zusteuern, da er im Interbankenverkehr das „Sortierkriterium“ für Zahlungsaufträge darstellt. „Für den Zahlungsverkehr außerhalb des Euro-Währungsraums wird der BIC weiterhin benötigt“, klärt VR Bank-Sprecherin Kimmerle auf.

mg

Rubriklistenbild: © dpa

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