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Zum Schluss spielten zwölf Saxophonisten auf. Rechts die Moderatoren, Musikschulleiter Karl Höldrich und Sean Mahner.

Konzert der Musikschule Pfaffenwinkel

Dieser Spaziergang hätte ewig dauern können

Schongau - Veranstaltungen der Schongauer Musikschule Pfaffenwinkel sind immer ein Erlebnis. Aber dass es so vergnüglich, abwechslungsreich und fröhlich sein kann, das war bis vor dem Konzert „Ein musikalischer Spaziergang“ am Freitagabend im vollbesetzten Sparkassenforum in Schongau nicht bekannt.

Jetzige und ehemalige Schüler und Lehrer der Musikschule nahmen die Zuhörer mit auf eine musikalische Zeitreise durch drei Jahrhunderte, und das Ganze entpuppte sich als ein unglaublicher Spaß für die Künstler und auch für das Publikum. Der Spaziergang dauerte leider nur eineinhalb Stunden. Man wäre gerne länger mit den Mitwirkenden durch die Musikgeschichte gestreift, denn das Programm war äußerst unterhaltsam.

Die beiden Moderatoren, Musikdirektor Karl Höldrich und Musikschüler und Allroundtalent Sean Mahner (13), hatten sich im Vorfeld Gedanken über den Begriff „unterhaltsam“ gemacht. So kann eine Veranstaltung in diesem Sinne unter anderem amüsant, geistreich, kurzweilig, köstlich und lustig sein. All das traf zu an diesem Konzertabend. Man hatte sich in diesem Jahr ganz auf Musik von Ensembles konzentriert, eine Entscheidung, die eines der Leitmotive der Musikschule unterstreicht – Schüler und Lehrer verkörpern hier eine musikalische Einheit. Höldrich fasste das in einem Satzt zusammen: „Ich bin stolz, dass wir Lehrer nicht nur Wegbereiter, sondern auch Wegbegleiter sind.“

Alle Musiker verbreiteten ansteckend gute Laune

Alle Mitwirkende hier namentlich aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Aber es muss gesagt sein, dass alle Künstler nicht nur hervorragend ihr jeweiliges Instrument beherrschten, sondern dass jeder von ihnen auch eine ansteckende gute Laune vermittelte. So spazierte man dank dem Blechbläserensemble mit „Hornpipe“ aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel durch die Barockzeit und machte mit ihnen auch einen Abstecher in die 70er Jahre mit „Fantasy“ von Guilio Battistoni. Das Gassenhauertrio (Klavier, Klarinette und Cello) hatte eine beschwingte Variation von Ludwig van Beethoven einstudiert. Und das Trio erzielte Lachsalven bei einem Stück aus den 1900er Jahren „Aus der Eskapade eines Gassenhauers“, einer höchst amüsanten Variation des Ohrwurms „Was machst du mit dem Knie lieber Hans“.

In der Romantik machte man mit einem vierhändigen Klavierstück Halt bei einem „Ungarischen Tanz“ von Johannes Brahms. Auf der musikalischen Weiterreise kam man dann an einem „Ragtime“ auf dem Klavier und der Klarinette vorbei, hüpfte mit diesen Instrumenten auch in die 30er Jahre, und eine beschwingte Sambamusik mit Posaune und Klavier läutete die 80er Jahre ein.

Dann begleiteten die Saxophone die Musikreisenden noch mit auf dem Spaziergang. Zuerst als Quartett mit einem „Boogie Stop Shuffle“ von Charles Mingus, dann als Sextett mit einem fetzigen, sehr beeindruckenden Jazzstück „Birdland“ von Joe Zawinul. Und zum Schluss standen zwölf junge und ältere Saxophonisten auf der Bühne und präsentierten ein zeitgenössisches Stück „Viva la Vida“ von Coldplay.

„Das heutige Konzert ist ein musikalischer Spaziergang von, mit und für die Musikschule“, sagte Alexander Schmitz, Vorstandschef der Kreissparkasse Schongau, die als Kulturstiftung auch die Musikschule unterstützt. Schmitz lobte die Bedeutsamkeit, die Bereicherung der Musikschule für die Stadt Schongau. So sei sie beeindruckend vernetzt mit Schulen, Kindergärten, Vereinen und anderen Institutionen. Ein breites Spektrum werde hier abgedeckt, so Schmitz. „Und natürlich ist Geld wichtig.“ So fließt der Spenden-Erlös aus diesem Konzert zu Gunsten des Förderkreises „Freunde der Musikschule“, ohne dessen Unterstützung die nicht staatliche Musikschule nicht überleben könnte.

Regina Wahl-Geiger

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