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65 Mitglieder zählt der Kinderchor der Singgemeinschaft Schwabsoien, der beim Konzert ebenfalls begeisterte. Eine Sängerin sitzt als Spinne verkleidet in der Badewanne (rechts).

konzert der singgemeinschaft schwabsoien

Abwechslungsreich wie ein Blumenstrauß

Schwabsoien - Natürlich war das erste Konzert der Singgemeinschaft Schwabsoien ausverkauft. Über 200 Besucher füllten die Turnhalle der Grundschule. Und auch bei allen weiteren fest eingeplanten zehn Veranstaltungen wird der Saal gefüllt sein.

Qualität und Niveau zahlen sich halt aus. Denn es hat sich herumgesprochen, dass die nur alle drei Jahre stattfindenden Konzerte des Männerchors nicht nur gesanglich hervorragend sind – es wird bei der rund zweieinhalb Stunden dauernden Veranstaltung weit mehr als reiner Gesang geboten. Was hier so ausgezeichnet ist, ist nicht nur die hervorragende hohe Qualität aller Darbietungen. Es ist auch nicht nur das mit dem Kinderchor, dem Gesangsensemble der Jugendlichen, einem Singspiel des Männerquartetts und einem Soloduett außergewöhnlich abwechslungsreiche Programm, das begeistert.

Was die Konzertbesucher so beeindruckt, ist die Lockerheit und Fröhlichkeit, die hier von allen Mitwirkenden präsentiert wird. Eine Präsentation, die sofort ansteckt und die Zuhörer buchstäblich von Beginn an überrollt. Man verfällt dem Charme der Akteure und ist von der ersten Minute an entspannt.

„So viel Schwung gibt‘s nicht alle Tage. Schon die ersten Noten sind Freudenboten“, schmettern so über 40 Männerstimmen fröhlich in den Saal. Und der Text ist wie zurecht geschnitten für das Programm. Außergewöhnlich ist hier aber noch etwas: Kein Sänger klebt an irgendeinem Notenblatt. Jeder hört auf den anderen, schaut auf den Dirigenten Josef Kirchhofer, der dadurch natürlich hervorragend die einzelnen Stücke interpretieren kann. Alles wird frei heraus gesungen, es wird exakt intoniert – die Männer hauchen den Lieder eine Seele ein.

Über 40 Männerstimmen stark ist die Singgemeinschaft Schwabsoien. Alle drei Jahre präsentieren die Sänger ihr Können bei ausverkauften Konzerten.

Abwechslungsreich wie ein bunter Frühlingsblumenstrauß ist das Programm. Stücke von Franz Schubert sind dabei, ein Potpourri aus der Operette „Maske in Blau“ von Fred Raymond wird geboten, und die Männer lassen das berühmte „Ein Lied geht um die Welt“ von Hans May erschallen. Witzig-spritzig angesagt von Moderator und Sänger Helmut Lahner, präsentiert man auch vier schöne klassische Volksweisen und betritt dabei rein sprachlich mit dem plattdeutschen Stück „Dat du min Leevsten büst“ sogar fremddialektisches Terrain.

Der rund 65 Mitglieder zählende Kinderchor hat nicht nur gesanglich „Spaß am Leben“ , einem Lied von Gerhard Grote. Die beiden Leiter des Chors, Mathias und Josef Dominikus Kirchhofer, treten hier ganz in die Fußstapfen ihres Vaters Josef und vermitteln den kleinen Sängern sichtbaren Spaß am Gesang. Natürlich fehlen auch hier die Noten. Dafür wird viel gewippt, man hakt sich unter, gestikuliert. Ist da doch tatsächlich eine Spinne in einer Badewanne an der Abflussrinne? Wie schrecklich! Die muss weg gesungen werden, denn die spinnen ja, die Spinnen.

Durcheinander sind danach dann der Apotheker, der Bürgermeister und der Wirt beim Stammtisch, als ein unbekannter Gast auftaucht und sich doch tatsächlich erdreistet, sich an den Tisch des Bürgermeisters zu setzen. Wie das Singspiel endet, wird an dieser Stelle jedoch nicht verraten.

Desweiteren wird geheim gehalten, für welchen Besucher in der ersten Reihe das fesche Gesangsensemble der Jugendlichen das herzergreifende Stück „Ohne Dich“ von Aron Strobel sangen, und wer die drei maskierten Musiker beim hervorragenden Soloduett von Josef Kirchhofer und seiner Frau bei dem Stück „All I ask of you“ von Andrew Lloyd Webber waren. Eins sei jedoch gesagt: Zugaben gab es auch, und eine davon rührte zu Tränen.

rwg

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