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Mit großer Begeisterung nahmen alle Aktiven am Abschlusskonzert statt.

Konzert der Werkgemeinschaft in der Wies

Symbiose aus Freude und Professionalität

Wies - Es ist eigentlich wie jedes Jahr und doch immer wieder anders. Seit fünf Jahrzehnten kommen Musikfreunde aus ganz Deutschland für eine Woche in die katholische Landvolkshochschule Wies, um zu musizieren, zu singen und in Verbindung mit religiöser Erfahrung den Glauben zu vertiefen.

Die Werkgemeinschaft Musik e.V. organisiert alljährlich diese Veranstaltung. Und wie begeistert die Teilnehmer dabei sind, konnte man am Dienstagnachmittag beim traditionellen Abschiedskonzert hören und auch sehen – die 120 Mitwirkenden im Alter zwischen sechs und 80 Jahren hatten ein musikalisch hochkarätiges Programm zusammengestellt und präsentierten das Ganze nicht nur äußerst professionell, sondern auch mit sichtlicher Freude und Lockerheit.

Das Konzert stand unter dem Motto „Te Deum Laudamus“ und Wiespfarrer Gottfried Fellner freute sich in seiner Begrüßungsrede über diesen Titel. „Wo kann man besser Gott lobpreisen als in dieser wunderbaren Kirche“, sagte er und dankte den Mitwirkenden schon im Voraus für ihr musikalisches Geschenk.

Und die einzelnen Werke erwiesen sich tatsächlich als ein Geschenk, denn es kamen neben bekannten Komponisten auch zeitgenössische zu Ohr. Der vollkommen entspannte Kinderchor präsentierte drei kleine Lieder und wagte sich auch an das „Gloria“ aus der „Peace Mass“ des britischen Komponisten Bob Chilcott, der bekannt ist für seine Kompositionen für Kinderchöre.

Das teilweise jazzige, rhythmisch sehr anspruchsvolle Stück begeisterte die sehr zahlreich erschienenen Besucher. Von der Orgelempore erklang vom Erwachsenenchor das gewaltige „Kyrie“ aus der „Messe cis-Moll für Chor und Orgel“ des französischen Komponisten Louis Vierne. Die extremen Hochlagen meisterte der Chor dabei mit Bravour.

Als musikalisches Highlight erwies sich das berühmte „Präludium in b-Moll“ von Johann Sebastian Bach. Eberhard Heymann, ein Teilnehmer der Chor- und Orchesterwoche, arrangierte das Werk für ein Flötenensemble mit Cello-Begleitung ,und das Ganze erklang nun ungewohnt, aber begeisternd in G-Moll.

Ein Blechbläserensemble spielte mit der Orgel zusammen ein aus dem späten Mittelalter stammendes Chanson „Canzon duodecimi toni“ von Giovanni Gabrieli, und der Erwachsenenchor präsentierte noch ein wunderschönes Werk „Nothern lights“ des zeitgenössischen norwegischen Komponisten Ola Gjeilo, der als Grundlage für den Text Verse aus dem alttestamentarischen Hohenlied verwendete.

Anton Dvorak kam an diesem musikalischen Nachmittag gleich zweimal zu Gehör. Ein Ensemble aus Hölzbläsern, Hörnern und tiefen Streichern ließ unter anderem das bekannte „Allegro molto“ aus der „Serenade op. 44“ erklingen.

Und nachdem das hervorragende Gesamtorchester unter der Leitung von Ursula Bongard eine fröhlich-verspielte Szene aus Robert Schumanns „Sinfonie Nr. 3, die Rheinische“ und ein getragenes „Andante“ aus der „Salzburger Sinfonie KV 136“ von Wolfgang Amadeus Mozart präsentierte, stand noch der Höhepunkt der Veranstaltung auf dem Programm.

Das „Te Deum Laudamus, op. 103“ von Anton Dvorak ertönte als Lobpreisung Gottes in der wunderschönen Wieskirche, und das Ganze war mehr als ein Geschenk für die Zuhörer. Denn mit dem rund 20-minütigen monumentalen Werk zeigten Chor und Orchester noch einmal ihre Begeisterung für die Musik in Verbundenheit mit ihrem Glauben. Ein Innehalten beim Klang der sieben Glocken der Wieskirche vor dem Segen des Wiespfarrers war für Mitwirkende und Zuhörer ein krönender Abschluss dieses hervorragenden Konzerts.

rwg

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