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Thomas Lippmann, Geschäftsführer des Schongauer Krankenhauses, möchte über die Geburtshilfe auch andere Geschäfte vorantreiben. 

Krankenhaus Schongau

Kommt eine Intensivstation für Kinder?

Schongau - Engere Zusammenarbeit mit Garmisch und eine Intensivstation für Kinder? Schongaus Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Lippmann hat große Pläne. 

„Ein Krankenhaus ohne Geburtshilfe wäre ein tiefer Schlag in die Magengrube“, sagt der Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, Thomas Lippmann. Die Geburt sieht er als „hochemotionalen Vorgang für die ganze Familie“. Besucht die Oma den frisch geborenen Enkel auf der Geburtenstation und empfindet die Atmosphäre im Haus als angenehm, kommt sie vielleicht später selbst als Patientin wieder, um sich die Hüfte operieren zu lassen.

Emotionen in Zahlen also. Wer so rechnet, lässt sich die Geburtshilfe auch gerne etwas kosten. So hat die Krankenhaus GmbH für die Umwandlung der Abteilung in Weilheim richtig investiert: „Ein hoher sechsstelliger Betrag ist im Jahr zu berappen“, so Thomas Lippmann – ein Chefarzt, eine Oberärztin, drei Fachärztinnen, zwei Assistenzärztinnen, alle fest angestellt in der Hauptabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe.

Ziel des Krankenhaus-Chefs: 1000 Geburten im Jahr 

Dafür will man in der Chefetage der GmbH auch Zahlen sehen. Und zwar schwarze: Als Zielmarke setzt Lippmann 1000 Geburten pro Jahr, in Schongau und Weilheim zusammen. „Derzeit sind es knapp 800.“ 400 alleine in Schongau, betreut von den drei Belegärzten.

Um das Vertrauen werdender Eltern in die Standorte Schongau und Weilheim zu stärken, hat Lippmann die Fühler nach Garmisch ausgestreckt. Eine enge Kooperation zwischen der Hauptabteilung in Weilheim und der Garmischer Neonatologie, also der fachärztlichen Betreuung von Neugeborenen, ist bereits geknüpft. Es geht um den Faktor Zeit, wenn Komplikationen bei der Geburt auftreten, und um Kapazitäten in der Kinderklinik.

Schließlich ist eines der größten Probleme der Krankenhaus GmbH, dass sich viele Schwangere gegen eine Entbindung vor Ort entscheiden und Häuser wie Starnberg oder Garmisch vorziehen, wo eine Kinderklinik mit entsprechendem Fachpersonal vor Ort ist.

Kommt eine Intensivstation für Kinder?

Lippmann geht noch einen Schritt weiter, was die Geburtshilfe in der Krankenhaus GmbH anbelangt. „Wir überlegen, ob wir in der GmbH eine Kinder-ITS im kleinen Rahmen einrichten.“ ITS: Das ist eine Intensivstation, auf der Kinder, Neu- und Frühgeborene in der Akutsituation ihres Krankheitsgeschehens versorgt werden.

Vor Schritt Zwei muss allerdings erst Schritt Eins gegangen werden, betont Lippmann: Erst einmal müsste die Bevölkerung die Geburtenstation unterstützen, das Angebot nutzen. „Wir müssen dem Kreis beweisen, dass unser Modell funktioniert.“

Lippmann holt weit aus – auch mit Blick in die Nachbar-Landkreise. Mit denen möchte er die Zusammenarbeit weiter ausbauen. Denn: Dass jeder Träger für sich werkle, sei nicht die Zukunft in der Krankenhaus-Branche. „Künftig müssen wir mehr Synergien nutzen“, mahnt Lippmann an in einer Zeit, in der jede Region fast ausschließlich kommunal arbeitet. „Wir müssen uns öffnen nach außen, anders werden die Krankenhäuser nicht überleben."

bas

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