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22. Tag der Fallschirmjäger in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt

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Von: Manfred Ellenberger

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Das gemeinsame Abschreiten der Appellaufstellung erfolgte durch den Vertreter des Leiters Lehre/Ausbildung der Infanterieschule in Hammelburg Oberst Hans-Olaf Jessen, den Altenstadter Bürgermeister Andreas Kögl und den Leiter der Luftlande-/Luft-transportschule Oberstleutnant Martin Holle (von links).
Das gemeinsame Abschreiten der Appellaufstellung erfolgte durch den Vertreter des Leiters Lehre/Ausbildung der Infanterieschule in Hammelburg Oberst Hans-Olaf Jessen, den Altenstadter Bürgermeister Andreas Kögl und den Leiter der Luftlande-/Lufttransportschule Oberstleutnant Martin Holle (von links). © Ellenberger

Altenstadt – „Die Welt ist eine andere geworden seit dem letzten Tag der Fallschirmjäger“, stellte der Leiter der Luftlande-/Lufttransportschule, Oberstleutnant Martin Holle am letzten Donnerstag im September bei seiner Rede anlässlich des traditionellen Tags der Fallschirmjäger in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne fest. Zu dem heuer zum 22. Mal begangenen Tag waren einige hochrangige militärische Vertreter der Luftlandetruppe als auch weiterer Dienststellen der Bundeswehr nach Altenstadt gekommen. 

Der ranghöchste davon war der Kommandeur Division Schnelle Kräfte, Generalmajor Dirk Faust aus Stadtallendorf. Von Seiten der vorgesetzten Infanterieschule in Hammelburg war deren Vertreter des Leiters Lehre/Ausbildung Oberst Hans-Olaf Jessen gekommen. Von politischer Seite war der amtierende Bürgermeister der Garnisonsgemeinde Andreas Kögl als auch dessen Vorgänger Altbürgermeister Albert Hadersbeck der Einladung in die Kaserne gefolgt. Neben weiteren aktiven und ehemaligen Soldaten sowie zivilen Gästen hatte auch eine Delegation der GSG 9, die erst jüngst ihr 50-jähriges Bestehen feiern konnte, den Weg zur Luftlande-/Lufttransportschule gefunden. Der Kommandeur des ebenfalls in der Kaserne beheimateten Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillons 3 Oberstleutnant Sven Tillery hatte den Appell mit der Gestellung des Ehrenzugs unterstützt. Last but not least erfolgte die musikalische Umrahmung durch das Heeresmusikkorps Ulm.

„Zeitenwende“

Zeitenwende laute der Ruf der Stunde, betonte Martin Holle im Verlauf seiner Rede. Jetzt gelte es, „die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr schnellstmöglich an die vermeintlich neuen Realitäten anzupassen“. Er wolle aber an diesem Tag weder einen sicherheitspolitischen Grundsatzvortrag halten noch Forderungen für die Ausgestaltung der Streitkräfte geltend machen. Nichtsdestotrotz führte er dennoch aus, was „Zeitenwende“ aus seiner Sicht bedeutet und welche Rolle die Luftlande-/Lufttransportschule als Mutterhaus der Luftlandetruppe der Bundeswehr einnehmen könnte. Dabei stehen für ihn die Weiterentwicklung in der Durchführung der Ausbildung sowie die dazu notwendige Infrastruktur ganz vorn an.

Und da hat die Schule bereits jetzt einiges vorzuweisen. Seit letztem Jahr verfügt sie mit dem „Air Movement Training Center“ über ein durch das European Air Transport Command (EATC) zertifiziertes und auf europäischer Ebene einzigartiges Alleinstellungsmerkmal zur vollständigen Simulation eines Flugplatzbetriebs. Und er befand, dass mit der unmittelbar bevorstehenden Integration des neuen „Cargo Part Task Trainers A400M“ man sich „absolut auf der Höhe der Zeit“ befinde. Neben weiteren modernen Ausbildungstechnologien, wie der virtuellen Ausbildungsumgebung stehe auch die Freifallausbildung dem weder im Anspruch noch in der Qualität nach. Mit der bevorstehenden Ausstattung mit einem neuen Atemschutzsystem wird die Ausbildung von Sprüngen aus großer Höhe schon bald wieder stattfinden können und die noch bestehende Fähigkeitslücke schließen. Auch der schon lange geplante Bau eines Windtunnels ist um einiges näher gerückt. Er soll 2030 fertiggestellt sein und in die Freifallausbildung integriert werden.

Obwohl man mit all dem in Altenstadt über eine respektable Ausstattung und vor allem auch hochmotiviertem Ausbildungspersonal verfügt, könne der Ausbildungsbedarf noch immer nicht umfänglich gedeckt werden. Holle informierte darüber, dass die zur Behebung dieses Defizits benötigten knapp 40 weiteren Dienstposten bereits im Februar beantragt worden seien. Auch die Platzöffnungszeiten der seit nunmehr fast einem Jahr asphaltierten Start- und Landebahn für Flugzeuge und Hubschrauber sollen von derzeit 40 auf über 70 Stunden pro Woche angehoben werden.

Bürgermeister Andreas Kögl hob in seinem anschließenden Grußwort hervor, dass die Wahrnehmung der Bundeswehr eine ganz andere geworden sei und diese eine neue Wertschätzung in der Bevölkerung erfahre. „Das Bewusstsein, was Friede wert ist und dass er jeden Tag neu erarbeitet werden muss“ sei wieder an zentrale Stelle gerückt.

Als gelernter Bänker hatte er sich bei der Vorbereitung seines Grußwortes „den Spaß erlaubt“ und im Tresor nachgemessen, wie viele Zentimeter hoch 100.000 Euro in 500-Euro-Scheinen aufeinandergestapelt sind. Der Stapel ist rund 2,5 Zentimeter hoch. Bei den 100 Milliarden Euro Sondervermögen ergebe diese Summe somit eine Höhe von 25 Kilometern. „Wenn von diesen 25 Kilometern in Altenstadt nur etwa 12 bis 15 Zentimeter ankämen, dann wäre das wirklich ein Erfolg“, resümierte Kögl.

Auch der evangelische Standortpfarrer Hans-Jürgen Hoeppke richtete sich an die Soldaten und Besucher. Er gedachte im Gebet der im Dienst verstorbenen Kameraden aus allen Einsätzen deutscher Fallschirmtruppen.

An der im Anschluss daran als fester Bestandteil des Tags der Fallschirmjäger durchgeführten Kranzniederlegung am Ehrenmal waren neben Oberstleutnant Martin Holle und Oberst Hans-Olaf Jessen auch Generalmajor Dirk Faust und der geschäftsführende Bundesleiter vom Bund Deutscher Fallschirmjäger e. V. Leutnant der Reserve Roland Lukaschek beteiligt.

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