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Aktionsbündnis gegen die Müllverbrennungsanlage Altenstadt enttäuscht über Genehmigungsbescheid

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Aktionsbündnis gegen die Müllverbrennungsanlage Altenstadt Heizkraftwerk
Bereits seit Sommer 2020 setzt sich das Aktionsbündnis gegen die Müllverbrennungsanlage Altenstadt ein. Enttäuscht ist man nun über die immissionsschutzrechtliche Genehmigung der Regierung von Oberbayern. © Ellenberger

Altenstadt – In der vergangenen Woche hat die Heizkraftwerk Altenstadt GmbH und Co. KG die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Erweiterung der bestehenden Brennstoffpalette um Ersatzbrennstoffe erhalten (wir berichteten). Nun meldet sich die Aktionsgemeinschaft gegen die Müllverbrennungsanlage Altenstadt zum Genehmigungsbescheid der Regierung von Oberbayern zu Wort. 

Bei dem bestehenden Biomasseheizkraftwerk handelt es sich um eine Abfallmitverbrennungsanlage zur Verbrennung von Altholz. Die bestehende Brennstoffpalette soll nun um den Einsatz von Ersatzbrennstoffen – wie zum Beispiel Abfälle aus Zellstoff, Papier, Karton und Pappe, Textilien, Verpackungen sowie aus der Herstellung und Bearbeitung von Kunststoffen – erweitert werden.

Dagegen regt sich schon seit Bekanntwerden Widerstand im Schongauer Land. „Bei der Aktionsgemeinschaft gegen die Müllverbrennungsanlage Altenstadt herrscht große Enttäuschung über die erfolgte Genehmigung der Regierung von Oberbayern für die Erweiterung des Heizkraftwerks zu einem Müllofen“, heißt es dazu von den Sprechern der Aktionsgemeinschaft Markus Keller und Hans Schütz.

Zudem sei die Forderung nach einer öffentlichen Erörterung mit der Möglichkeit, Einwendungen vorzubringen, Optimierungen vorzuschlagen und mit Fachleuten zu diskutieren, seitens der Genehmigungsbehörde, obwohl rechtlich möglich, leider nicht berücksichtigt worden. „So zeigt sich wieder einmal, dass die berechtigten Interessen der Bürgerinnen und Bürger und die Belange von Natur- und Umweltschutz weniger Gewicht haben als die finanziellen Interessen eines Industriebetriebs“, so die Sprecher weiter.

Somit habe der Betreiber des Heizkraftwerkes aus Sicht des Aktionsbündnisses nun die Genehmigung, seine Anlage für die Verbrennung von „nicht klar definiertem, heizwertreichem Müll“ zu erweitern. Besonders ärgerlich sei auch der Umgang mit den Einwendern, zum Beispiel der Umweltinitiative Pfaffenwinkel und mehreren Privatpersonen, durch die Regierung. „Dieser Umgang mit Bürgerinnen und Bürgern ist nicht nur schlechter Stil, sondern trägt zu der immer wieder beklagten Politikverdrossenheit bei.“

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