1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau
  4. Kreisbote

Peitings Klimaschutz und Ressourcen

Erstellt:

Von: Johannes Jais

Kommentare

Bühlach Peiting Windrad
Einige nur schwierig zu ermittelnde Daten wollten die Peitinger Grünen vom Bürgermeister genannt haben. © Herold

Peiting – Im Zusammenhang mit dem Klimaschutz fällt oft das Stichwort Ressourcen. Dass die personellen Ressourcen beim Thema Kommunaler Klimaschutz angespannt sind, verdeutlicht Bürgermeister Peter Ostenrieder in seiner schriftlichen Antwort an die Grünen-Fraktion im Marktgemeinderat.

Die personellen Voraussetzungen in der Verwaltung und speziell im Marktbauamt seien „sehr angespannt“. Daher müsse die Erstellung eines Planes zur Verringerung beim Treibhausgasausstoß derzeit hinter der Vielzahl anderer bedeutender Maßnahmen zurückstehen, gibt Ostenrieder zu verstehen.

Das gemeindliche Bauamt sei mit den aktuell laufenden Maßnahmen mehr als ausgelastet; der Rathauschef verweist dabei auf die Offene Ganztagsschule, auf den Anbau am Therese-Peter-Kinderhaus, auf die neue Tagesstätte an der Jägerstraße, auf das Wärmesystem beim Freibad und auf die Sanierung der Eissporthalle. Leider sei es für Kommunen und auch für den Markt Peiting aktuell äußerst schwierig, in den technischen Berufen entsprechende Mitarbeiter/-innen zu finden.

Zur Frage von Grünen-Fraktionssprecher Günter Franz, wie viel Treibhausgas auf Peiting bezogen noch ausgestoßen werden dürfe, um die 1,5 Grad-Grenze einzuhalten, gibt Ostenrieder die Antwort, dass dies nach Auskunft der Energiewende Oberland kaum „valide“ zu ermitteln sei. Der Rathauschef nimmt jedoch eine Ziffer zum CO2-Budget der Stadt Augsburg als Anhaltspunkt. Auf Peiting mit 11.500 Einwohnern heruntergebrochen, sei ein Restvolumen von 373.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) zu errechnen. Ob diese Zahl jedoch belastbar sei, müsse schon kritisch hinterfragt werden.

Zur Frage der Grünen nach einem Plan, die Treibhausemissionen zu verringern, informiert der Bürgermeister, dass dazu in Peiting derzeit nichts vorliege und auch nicht in Vorbereitung sei. Er verweist darauf, dass der Landkreis Weilheim-Schongau bereits 2010 ein Klimaschutzkonzept erarbeiten ließ. In Peiting werde bereits seit einiger Zeit überlegt, einen so genannten Energienutzungsplan aufzustellen. In der Vergangenheit habe der Markt Peiting jedoch mehrfach klima­freundliche Einzelmaßnahmen ergriffen und umgesetzt; Stichwörter seien Fotovoltaikanlagen und Gebäudesanierungen.

Was die Grünen auch wissen wollten: Wie viel Treibhausgas in Peiting ausgestoßen werde – aufgeschlüsselt nach Gebäude und Wärme, Industrie, Verkehr, Landwirtschaft. Für eine Antwort dazu wäre es notwendig, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen, so Ostenrieder. Man habe bei der Energiewende Oberland angefragt; das Eruieren der Daten würde Kosten von 2.400 Euro bedeuten.

Eine Aufschlüsselung bezüglich der Landwirtschaft erscheine nicht möglich. Außerdem müsste der Heizölbezug bei heimischen Lieferanten angefragt werden; das Ergebnis bliebe ungenau. Ostenrieder ergänzt, falls die Energiewende Oberland die Daten ermitteln sollte, sollten die Grünen dazu einen eigenen Antrag im Marktgemeinderat einbringen.

Und wie nimmt man die Antwort des Bürgermeisters bei den Grünen auf? „Aus unserer Sicht besteht hier Handlungsbedarf bezüglich der Ist-Analyse und der weiteren Planung eines Klimaschutzkonzeptes. Dafür wird sich die Gemeinde eine zusätzliche Expertise einholen müssen“, findet Fraktionssprecher Franz.

Es gebe mehrere Wege. Dies könne durch Einstellung eines Klimamanagers erfolgen (was von der Mehrheit im Gremium neulich in nicht öffentlicher Sitzung mehrheitlich abgelehnt wurde), aber auch durch eine intensivierte Zusammenarbeit mit der Energiewende Oberland. Weitere Optionen sind laut Franz die Bestellung eines Klimaschutzreferenten aus den Reihen des Gemeinderats, ein kommunaler Klimaschutzarbeitskreis mit Vertretern aus Gemeinderat und Verwaltung oder eine Kooperation mit den Nachbargemeinden – „wobei sich die exemplarisch genannten Maßnahmen keinesfalls gegenseitig ausschließen“.

Auch interessant

Kommentare