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Bauplätze: Nachfrage zum Halbe-halbe in Peiting

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Von: Johannes Jais

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Baustelle
Wieso ist im Baugebiet Bachfeld I, wo der bisherige Besitzer ebenso zehn Plätze an Interessenten verkauft wie der Markt Peiting, so ein großer zeitlicher Unterschied festzustellen? Das wollte ein Gemeinderat wissen. © Symbolfoto: Panthermedia/patboon

Peiting – Wenn’s um Ausweisung von Bauland geht, macht der Markt Peiting immer halbe-halbe. Die Hälfte der Plätze darf der Eigentümer behalten, die andere Hälfte kriegt die Gemeinde. Nun wollte Tobias Eding (SPD) wissen, warum im Baugebiet Bachfeld I, wo der bisherige Besitzer ebenso zehn Plätze an Interessenten verkauft wie der Markt Peiting, so ein großer zeitlicher Unterschied festzustellen ist.

Eding schilderte, dass der Eigentümer, eine Erbengemeinschaft, schon einen Großteil der Grundstücke verkauft habe. Auf der anderen Seite verstreiche bei der Gemeinde aber viel Zeit. Dies sei zum Nachteil für interessierte Häuslebauer. Denn inzwischen sei der Bodenrichtwert deutlich nach oben korrigiert worden.

Der SPD-Gemeinderat sorgt sich, dass die Bauplätze mit dem Anheben des Bodenrichtwertes für viele Heimische bald nicht mehr erschwinglich sind. Lag der Verkaufspreis z.B. an der Drosselstraße im Norden Peitings, wo derzeit Häuser errichtet werden, bei 340 Euro bzw. im Erfüllen sozialer Kriterien bei 270 Euro je Quadratmeter, so ist der Bodenrichtwert mittlerweile drastisch nach oben gegangen und bei zirka 600 Euro angelangt.

Der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Bachfeld I wurde im Dezember 2021 getroffen. Das Verfahren für dieses Areal ist also seit vier Monaten durch. Doch es dauert noch. Man wolle ungern ein Grundstück veräußern, wenn bislang keine Erschließung beauftragt sei, nimmt dazu Stefan Kort Stellung. „Der private Verkäufer tut sich in vielen Dingen leichter“, ergänzt der Hauptamtschef. Bisher sei das Bewerbungsverfahren im Gemeinderat noch nicht thematisiert worden. Eine ausführliche Beratung folge noch; das Prozedere wolle gut vorbereitet sein. Außerdem sei man mit anderen Baugebieten befasst, wirbt Kort im Gespräch mit der Redaktion um Verständnis.

Freilich griff der Geschäftsleiter neulich vor den Gemeinderäten diesen Gedanken auf: Man werde sich künftig schon überlegen, ob andere Modelle in Frage kämen. Ein Stichwort dafür ist das Erbbaurecht. Der Eigentümer bleibt weiterhin Besitzer des Bodens, stellt aber diesen für einen sehr langen Zeitraum an einen Häuslebauer als Nutzer auf Pachtbasis zur Verfügung.

Wer in der Vergangenheit oft nach Erbbrauchrecht verfahren ist? Ein Beispiel sind Kirchenstiftungen. In Peiting wurde das z.B. bei den Reihenhäusern an der Ferdinand-Reber-Straße so gehandhabt. Die Fläche dort gehört der Kirchenstiftung. In Zeiten rapide steigender Preise für Grundstücke und erst recht fürs Bauen selbst, aber auch in Zeiten steigender Zinsen sei das Erbbaurecht für Kommunen durchaus eine Variante, bekundete etwa SPD-Gemeinderat Herbert Salzmann im Gespräch mit dem Kreisboten.

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